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CongressPark Wolfsburg soll Corona-Impfzentrum werden

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19:00 27.11.2020
CongressPark Wolfsburg:Hier soll ein Corona-Impfzentrum eingerichtet werden.
CongressPark Wolfsburg:Hier soll ein Corona-Impfzentrum eingerichtet werden. Quelle: Roland Hermstein
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Wolfsburg

Das Corona-Impfzentrum für Wolfsburg soll im CongressPark eingerichtet werden. Die finale Abstimmung mit dem niedersächsischen Innenministerium über den Standort stehe noch aus, sagte ein Stadtsprecher am Freitag auf WAZ-Anfrage. Viel Zeit bleibt aber nicht mehr: Ab dem 15. Dezember soll das Impfzentrum startklar sein.

Ein Konzept zur Umsetzung des Impfzentrums werde aktuell von einer Arbeitsgruppe unter Leitung der Abteilung Katastrophenschutz der Berufsfeuerwehr und des zuständigen Dezernenten Andreas Bauer erstellt. „Die Planung der Arbeitsgruppe sieht vor, das Impfzentrum im CongressPark einzurichten“, sagte der Stadtsprecher. Zurzeit werde noch geprüft, wie hoch der Personalbedarf ist. Dies hänge maßgeblich von dem endgültigen Konzept und dem Standort des Impfzentrums ab.

Nach einem ersten Aufruf haben sich schon Ärzte gemeldet

Für den freiwilligen Dienst in dem geplanten Corona-Impfzentrum werden Helfer gesucht. „Nach einem ersten Aufruf haben sich schon Ärzte gemeldet“, sagte Christian Bekermann, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) in Wolfsburg. Grundsätzliche sieht er in seinem Kollegenkreis eine große Einsatzbereitschaft angesichts dieser „nationalen Herausforderung“. Die niedergelassenen Ärzte könnten diese Aufgabe allerdings nicht allein stemmen, da sie in erster Linie die Grundversorgung aufrecht erhalten müssten. „Von dem Aufruf müssen sich alle Ärzte und medizinisch Tätigen angesprochen fühlen“, betonte Bekermann.

Thomas Muth, Geschäftsführer des CongressParks: „Der Kampf gegen Corona ist unser aller Ziel.“ Quelle: Archiv

Im CongressPark sind die Vorbereitungen für die Einrichtung eines Impfzentrums bereits angelaufen. „Wir bereiten alles vor. Sobald der Vertrag fixiert ist, muss seitens des CongressParks innerhalb von 72 Stunden Arbeitsbereitschaft bestehen“, so Geschäftsführer Thomas Muth. Man habe bereits Kontakt zu den Veranstaltern aufgenommen, um auf die aktuelle Situation hinzuweisen. Bei einer Nutzung als Impfzentrum wäre die Wolfsburger Stadthalle wahrscheinlich für mehrere Monate an diese Aufgabe gebunden. Viele Fragen sind aber noch offen. „Wir wissen noch nicht, wie viel des CongressParks als Impfzentrum gebucht wird“, erklärte Muth. Möglicherweise könne ein Raum mit einem separaten Eingang auch weiter für Veranstaltungen genutzt werden. Dies müsse noch geklärt werden.

Im CongressPark sieht man der neuen Aufgabe motiviert entgegen

Im Team des CongressParks besteht Muth zufolge eine große Motivation für den Einsatz als Corona-Impfzentrum. „Der Kampf gegen Corona ist unser aller Ziel. Wenn wir einen Beitrag dazu leisten können, dann freut uns das“, sagte der Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft. Für die Belegschaft, die sich seit einem Dreivierteljahr in Kurzarbeit befindet, sei dies auch die Chance auf eine Rückkehr in einen normalen Arbeitsalltag. „In meiner Belegschaft sagen alle, es ist eine gute Lösung“, so Muth.

25 Neuinfektionen und ein Todesfall

Die Stadt Wolfsburg meldete am Freitag 25 bestätigte Neuinfektionen und den zweiten Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus in dieser Woche. Ein 75 Jahre alter Wolfsburger sei im Klinikum gestorben. Er habe nicht in einem Pflegeheim gelebt. In den vergangenen sieben Tagen wurden 94 Wolfsburger positiv getestet. Der Inzidenzwert liegt der Stadt zufolge aktuell bei 75,6. Die Gesamtzahl der nachweislich Infizierten liegt jetzt bei 966 Personen, davon gelten 685 als genesen und 226 als laufende Fälle.

Das Besuchsverbot im Seniorenzentrum Johannes Paul II in Detmerode ist wieder aufgehoben, teilte die Diakonie am Freitag mit. Ab sofort sind Besuche wieder möglich. Nachdem eine Mitarbeiterin positiv getestet worden war, hatte die Diakonie ein Besuchsverbot erlassen. Nach Ende der Inkubationszeit wurde weder bei Bewohnern noch bei Mitarbeitern eine Corona-Infektion festgestellt.

Die niedersächsische Landesregierung plant derzeit die Errichtung von bis zu 60 Impfzentren im ganzen Land. Jedes Impfzentrum soll für rund 150 000 Menschen zuständig sein. Zu den Voraussetzungen gehören beispielsweise eine gute Erreichbarkeit für die Bürger, aber auch eine stabile Internetverbindung. Das Land plant ein einheitliches zentrales Terminmanagement, das neben Onlinebuchungen auch auf ein Bürgertelefon und einen Bürgerservice für analoge Terminbuchungen setzt.

Zunächst sollen Risikogruppen geimpft werden

Klar ist, dass die Mengen an Impfstoff zunächst bei weitem nicht ausreichen werden, um in wenigen Wochen alle dazu bereiten Menschen zu impfen. Deshalb sollen die in den Zentren tätigen Ärzte zunächst mit dem Impfen von Risikogruppen beginnen. Das sind vor allem ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. An zweiter Stelle steht das Personal von Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Von Florian Heintz