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Stadt Wolfsburg Bürgermeister werben für offene Gesellschaft
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Bürgermeister werben für offene Gesellschaft
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15:10 22.11.2019
Hat den Appell unterzeichnet: Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) sowie Amtskollegen und Landräte aus Südostniedersachsen haben in einem öffentlichen Aufruf für eine friedliche und offene Gesellschaft geworben. In dem am Freitag in Braunschweig bekanntgemachten Appell warnen sie vor dem Auseinanderdriften der Gesellschaft in Deutschland und einer Verschlechterung des gesellschaftlichen Klimas.

Anlass ist der AfD-Bundesparteitag

Anlass für die Initiative ist auch der bevorstehende AfD-Bundesparteitag in Braunschweig. Unterzeichner des Aufrufs sind neben Mohrs die Oberbürgermeister von Braunschweig und Salzgitter sowie Bürgermeister und Landräte von Goslar, Wolfenbüttel, Gifhorn, Helmstedt und Peine.

Gesellschaftliches Klima verändert sich

Die Hauptverwaltungsbeamten beobachten demnach „mit einiger Sorge die aktuelle Entwicklung unserer Gesellschaft und das Auseinanderdriften von gesellschaftlichen Gruppen“. Insbesondere das Erstarken völkisch-nationalistischer Kräfte verändere das gesellschaftliche Klima dramatisch. Dies betreffe auch Südostniedersachsen. „Wir wollen gemeinsam ein kraftvolles Zeichen für diese Werte in unserer Region setzen!“, heißt es in der Erklärung weiter: „Wenn wir eine freie, offene Gesellschaft wollen, müssen wir aktiv für sie eintreten.“

Lesen Sie den Appell hier im Wortlaut:

Offener Brief - Aufruf für eine friedliche, weltoffene Region - für Freiheit, für soziale Sicherheit, für Demokratie und für eine offene Gesellschaft:

„Als Hauptverwaltungsbeamte unserer Region betrachten wir mit einiger Sorge die aktuelle Entwicklung unserer Gesellschaft und das Auseinanderdriften von gesellschaftlichen Gruppen. Insbesondere das Erstarken völkisch-nationalistischer Kräfte verändert das gesellschaftliche Klima dramatisch – und dies auch in unserer Region, die seit langem für Liberalität, Internationalität und gesellschaftlichen Zusammenhalt steht.

Wir wollen gemeinsam ein kraftvolles Zeichen FÜR diese Werte in unserer Region setzen! Unsere reiche Kunst- und Kulturszene lebt von Weltoffenheit und Toleranz ebenso wie die internationalen Unternehmen und unsere herausragende Wissenschafts- und Forschungslandschaft. Diese kulturellen Schätze werden wir weiterhin gemeinsam pflegen und verteidigen.

Wenn wir eine freie, offene Gesellschaft wollen, müssen wir aktiv für sie eintreten. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Teile der Gesellschaft ideologisch einmauern und gegenseitig blockieren. 30 Jahre nach dem Mauerfall dürfen wir keine neuen Mauern in den Köpfen errichten. Demokratie lebt von offenem Diskurs, Kompromiss und klaren rechtsstaatlichen Regeln.

Die Grundwerte unserer Gesellschaft basieren auf Freiheit, gegenseitigem Respekt und Toleranz. Letztlich geht es um das Menschenbild unserer Gesellschaft, deren oberste Maxime lautet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Es geht darum, Haltung zu zeigen:

• Für die Gleichberechtigung aller Menschen;

• Für ein friedliches Miteinander in diesem Land – unabhängig von Herkunft,

Hautfarbe oder Religion;

• Für die Freiheit, die eigene Meinung zu vertreten und sich mit denen, die

anderer Meinung sind, friedlich auseinander zu setzen;

• Für politischen Diskurs und Kompromissbereitschaft;

• Für einen freien Journalismus in Recherche und Berichterstattung auf allen

Ebenen;

• Für den fairen, respektvollen Umgang miteinander, in der realen Welt ebenso

wie im „Netz“.

Wir brauchen eine gesamtgesellschaftliche Debatte über die Verantwortung eines jeden Einzelnen für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Je mehr Menschen sich zu Demokratie, Toleranz und Menschenwürde bekennen, desto mehr stärkt das auch in politisch schwierigen Zeiten unsere Gesellschaft und unser Land. Unsere Demokratie und die damit verbundenen Werte des Grundgesetzes sind die bedeutendsten Errungenschaften der Bundesrepublik Deutschland. Sie gilt es zu stärken und – wo nötig – zu verteidigen.“

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