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Stadt Wolfsburg Youtuber aus Wolfsburg löst mit Böller Panik in Einkaufszentrum aus
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Youtuber aus Wolfsburg löst mit Böller Panik in Einkaufszentrum aus
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20:28 17.12.2018
Ein Polizeiauto steht vor der Thier-Galerie in Dortmund: In dem Einkaufszentrum haben gezündete Böller Hunderte Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Dahinter steckt laut Polizei ein 17-jähriger Wolfsburger.
Ein Polizeiauto steht vor der Thier-Galerie in Dortmund: In dem Einkaufszentrum haben gezündete Böller Hunderte Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Dahinter steckt laut Polizei ein 17-jähriger Wolfsburger.  Quelle: Markus Wüllner/dpa
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Dortmund

In der Mall zündeten sie Feuerwerkskörper, es gibt 30 Verletzte. Laut Ermittlungen der Dortmunder Polizei sollte es sich bei der Böller-Explosion um einen so genannten „Prank“ (englich für Scherz) handeln. Der Wolfsburger, der bei seinen Eltern in einem Wolfsburger Ortsteil lebt, betreibt einen „Youtube“-Kanal mit aktuell knapp 320.000 Abonnenten. Dort zeigt er selbst gedrehte Filme, in denen er Menschen erschreckt.

Sein aktueller „Prank“ in Dortmund war allerdings eine Luftnummer. Der Dortmunder Polizeisprecher Oliver Peiler findet klare Worte für diesen Vorfall: „Das ist unfassbar dämlich. In Zeiten von Terrorgefahren und Weihnachtsmarkt-Anschlägen so etwas zu machen, ist alles andere als witzig. Und das Alter kann in diesem Fall wohl keine Ausrede mehr sein.“

Und das war passiert: Gegen 17.35 Uhr am Samstag zündeten in der Thier-Galerie, Dortmunds größtem Einkaufszentrum, die Böller. Die Explosion war derart laut und stark, dass mehrere hundert Besucher aus Angst fluchartig aus der Mall stürmten. Dabei verletzten sich nach bisherigen Ermittlungen der Polizei mindestens 30 Menschen. Sie erlitten Prellungen und Hautabschürfungen, als sie in Panik aus der Galerie stürzten.

Hunderte Besucher flüchteten aus dem Gebäude

Die Polizei konnte mit Hilfe von Zeugen, die teils Fotos und Videos der Tatverdächtigten machten, in der Nähe der Galerie vier jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren festnehmen. Die jungen Männer zeigten sich äußert aggressiv und wurden deshalb gefesselt und zur Dortmunder Dienststelle gebracht. Und: Die Jugendlichen sind bereits polizeibekannt.

Im Laufe der Ermittlungen geriet der Wolfsburger in den Fokus: Er soll dem Dortmunder Quartett Geld (eine zweistellige Summe) gezahlt und es angestiftet haben, die Knaller zu zünden. Offenbar mit dem Ziel, die Aktion zu filmen und später Klicks auf seiner Internetseite zu kassieren. Nach WAZ-Informationen wollte der junge Mann in Dortmund ein Influencer-Treffen besuchen, zog es dann aber nach dem Vorfall vor, die nordrhein-westfälische Stadt schleunigst wieder zu verlassen.

Die Wolfsburger Polizei hat in Zusammenarbeit mit den Dortmundern ebenfalls die Ermittlungen aufgenommen und den jungen Mann befragt. „Wir können aber zu laufenden Ermittlungen nichts sagen“, so der Wolfsburger Polizeisprecher Thomas Figge.

Ermittelt wird wegen gefährlicher Körperverletzung, Anstiftung und Beihilfe. Nach Jugendstrafrecht könnten eine hohe Geldstrafe oder sechs Monate bis zehn Jahre Haft auf den Wolfsburger warten. Und womöglich macht die Thier-Galerie, die mitten im Weihnachtsgeschäft zweieinhalb Stunden schließen musste, auch zivilrechtliche Ansprüche geltend.

von Claudia Jeske