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Stadt Wolfsburg Blitze: So schön – und so gefährlich
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Blitze: So schön – und so gefährlich
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07:35 17.07.2019
Gefährlich und schön zugleich: Bei Blitzen sollte man sich an alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen halten. Quelle: dpa (Archiv)
Gifhorn/Peine/Wolfsburg

Wenn der Himmel explodiert, kann’s gefährlich werden: Blitze sind ein Naturschauspiel und können ziemlich üble Folgen haben.

Die gute Nachricht: Unsere Region war in den letzten Jahren in der bundesweiten Blitz-Statistik eher im hinteren Mittelfeld angesiedelt. Im flächengroßen Landkreis Gifhorn blitzte es im vergangenen Jahr 1793 mal, der Kreis Peine brachte es auf 963 und Wolfsburg auf 416, wie das Institut Nowcast auf Anfrage mitteilt. In diesem Jahr sind die Zahlen mit Stand von Anfang Juli stark rückläufig.

Blitze sind eine Naturgewalt mit großem Gefahrenpotenzial. Das sollten man über das Wetterphänomen wissen.

Den heftigsten Blitz in ganz Niedersachsen in 2018 gab es übrigens ganz in der Nähe von Gifhorn, Peine und Wolfsburg. Am 11. April krachte um 23.35 Uhr ein Blitz mit 432 Kiloampere in Braunschweig-Bienrode-Waggum zu Boden. Dass es in der Region zum Teil große Unterschiede an der Blitzfront gibt, ist für Experten kein Wunder. „Vor allem die ortsgenaue Vorhersage sommerlicher Wärmegewitter ist extrem schwierig“, berichtete Diplom-Meteorologe Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst. „Gewitter entstehen innerhalb kürzester Zeit und haben dabei sogar innerhalb einer Stadt ganz unterschiedliche Folgen“, so Lux.

Zahlen

Im Jahr 2018:

blitzte es In Wolfsburg 416 mal,

225 davon waren Wolken-Erde-Blitze.

Blitzdichte pro Quadratmeter: 2,04.

Tage mit Blitzen: 14.

Maximale Stromstärke: 120,4 Kiloampere.

Im Zeitraum 1. Januar bis 3. Juli 2019 blitzte es im Stadtgebiet bisher 23 mal, 20 davon waren Wolken-Erde-Blitze, an sieben Tagen blitzte es in 2019 bislang.

Das Naturschauspiel hat auch seine Schattenseite, denn der wirtschaftliche Schaden ist nicht unerheblich. 290 000 Schäden durch Blitze in 2018 meldet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. 280 Millionen Euro betrug der Schadenaufwand, eine Zunahme um 40 Millionen im Vergleich zum Vorjahr. Der Anstieg hängt damit zusammen, dass die Gebäudetechnik immer aufwändiger und teurer geworden sei, erklärt Christian Ponzel, Leiter Externe Kommunikation.

Bei einem ungeschützten Haus führt ein Blitzeinschlag dazu, dass statt der üblichen 230 Volt kurzzeitig mehrere zehntausend Volt durch die Stromleitung schießen, weiß Adam Ciemniak, Geschäftsführer von Haus und Grund Wolfsburg. Besonders in den Sommermonaten häufen sich bei den Experten Anfragen zum Thema Blitzschutz und Versicherungsfragen nach Schäden. Der Experte empfiehlt dringend äußeren und inneren Blitzschutz. „Damit bei einem Gewitter kein elektronisches Gerät innen beschädigt wird und etwa wichtige Daten wie Verträge oder auch Urlaubsfotos nicht verloren gehen, ist ein innerer Blitzschutz wichtig“, so Ciemniak. Für alle Neu- und Umbauten von Gebäuden sei dieser Schutz bereits gesetzliche Vorschrift. Aber auch eine Nachrüstung von Schutzeinrichtungen in bestehenden Gebäuden ist ratsam und unkompliziert. Der Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung des Verbandes der Elektrotechnik kalkuliert mit Kosten von rund 2500 Euro, um beim Hausbau alle Blitzschutz-Standards zu berücksichtigen.

Sorge, dass ein Blitzeinschlag in die Stromleitungen die Versorgung kappt, muss man laut Birgit Wiechert, Sprecherin der LSW Netz, übrigens nicht haben. „Die Freileitungen der Mittel- und Hochspannungsebenen sind durch eine so genannte ,Automatische Wiedereinschaltung’ (AWE) geschützt. Sollte bei schwerem Gewitter der Blitz in eine Leitung einschlagen, löst er einen Fehler aus. Dieser ist jedoch nach 300 Millisekunden nicht mehr vorhanden, so dass der Leistungsschalter automatisch wieder zuschaltet. Die Versorgung ist weiterhin gewährleistet.“

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Blitze: Das sollte man tun, das sollte man lassen

Zählt man die Sekunden zwischen einem Blitz und Donner und teilt die Zahl durch drei, weiß man ungefähr wie viele Kilometer das Gewitter entfernt ist. Sind es weniger als neun Sekunden, sollte man dringend Schutz suchen. Gewitter übersteht man am besten in festen Gebäuden. Auch das Auto, als sogenannter Faradaykäfig, ist absolut sicher. Wird man jedoch im Freien überrascht, sollte man allein stehende Bäume, hohe Türme und Masten, Metallzäune und Gewässer meiden und keinesfalls der höchste Punkt in der Umgebung sein. Am besten ist, wenn man in einer Bodenmulde in die Hocke geht, die Füße eng zusammenstellt und die Arme um die Beine legt. Wer in einer Gruppe unterwegs ist, sollte sich – so schwer das im Notfall fällt – trennen. Denn ein Blitzschlag kann überspringen. Uhren, Schmuck und Gürtel mit Metall sollten entfernt werden. Regenschirme oder Fahrräder sollten ebenfalls nicht angefasst werden, rät der Verband der Elektrotechnik. Jeglicher Sport im Freien sollte unverzüglich eingestellt werden, gar lebensgefährlich sind Tauchen, schwimmen und Angeln. Wer mit dem Boot unterwegs ist, sollte unbedingt unter Deck gehen. Die Gefahr sei erst gebannt, wenn man eine halbe Stunde lang keinen Donner gehört hat.

Von Andrea Posselt

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