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Stadt Wolfsburg Biber nagen Bäume an B 188 an
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Biber nagen Bäume an B 188 an
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17:26 10.12.2019
Peter Brandt zeigt die Bissspuren des Bibers im Baumstamm. Quelle: Christian Opel
Wolfsburg

Die Zähne von Bibern sind messerscharf – und darum ein zuverlässiges Werkzeug, um Bäume zu fällen. An der B 188 in Höhe des Allerkanals in Wolfsburg wollte es ein Nager richtig wissen – und machte sich an einem gut zehn Meter hohen Baum zu schaffen. Das Problem: Der Riese steht direkt an der B 188.

Der Baum könnte auf die Fahrbahn fallen

Peter Brandt bemerkte auf seinem Weg zur Arbeit schon im vergangenen Jahr einen Biberdamm am Hasselbach zwischen Tor-Nord-Parkplatz und Schloss. Letzte Woche sah er nun eine weiße Stelle im Unterholz – und entdeckte den angenagten Baumstamm. „Der würde in Richtung der Straße fallen“, befürchtet der ­60-Jährige. Noch steht der Baum zwar, doch wenn die Biber weiter daran nagen, könnte er umstürzen.

Ob die Biber den Stamm mit gut 50 Zentimeter Durchmesser tatsächlich durchnagen, ist zwar nicht sicher. „Manche Tiere nehmen es sportlich, andere verlieren irgendwann die Lust“, erklärt Michael Kühn, Naturschutzbeauftragter der Stadt. Ersteres scheint aber der Fall zu sein, denn Brandt hat sich die Stelle wenige Tage später erneut angesehen: „So, wie es aussieht, hat der Biber weiter gefressen.“

Stadt lässt Pappel vorsorglich fällen

Nach einer Anfrage der WAZ bei der Stadt prüften Mitarbeiter des Geschäftsbereich Grün die Lage an der B 188. „Der Baum wurde zwischenzeitlich einer Begutachtung unterzogen. Eine akute Gefahr für den Straßenverkehr besteht zurzeit nicht. Da jedoch nicht auszuschließen ist, dass der Biber den Baum weiter bearbeitet und dann gegebenenfalls eine Gefahr eintreten könnte, wird die Pappel vorsorglich noch diese Woche gefällt“, sagte Sprecher Jan-Niklas Schildwächter.

Baum fällt – noch nicht: Nagen die Biber allerdings weiter, könnte dieser Baum in Richtung B 188 stürzen. Quelle: Christian Opel

Der Biber steht unter Naturschutz

Sollte übrigens der Damm der Biber für Überschwemmungen sorgen, wird es knifflig. Denn da die Tiere unter Naturschutz stehen, darf der Bau nicht zerstört werden. „Man kann höchstens andere Flächen so gestalten, dass sie für den Biber interessant werden“, erklärt Naturschutzbeauftragter Kühn.

Bäume als Baumaterial und Nahrungsquelle

Im Frühjahr und im Sommer gibt es für Biber genügend Nahrung. Im Winter müssen sie jedoch erfinderisch werden. Die gefällten Bäume verwenden die Tiere als Baumaterial und Nahrungsgrundlage. Einen Teil der Äste und Zweige lagern sie am Gewässergrund. „Später holen sie die Äste hoch und fressen die Rinde“, erklärt Kühn die Strategie. Dabei bewirtschafteten die Nager ihr Biotop wie ein Förster. „Sie ziehen rechtzeitig weiter, damit sich die Fläche erholen kann“, sagt Kühn.

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Von Christian Opel

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