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Stadt Wolfsburg Betrug: Asylbewerber nutzten überlaufene Meldestellen aus
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Betrug: Asylbewerber nutzten überlaufene Meldestellen aus
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23:59 02.01.2017
Fingerabdruck-Scanner: Auch durch dieses Prüfverfahren können Schein-Identitäten von Asylbewerbern inzwischen aufgedeckt beziehungsweise der Betrug verhindert werden.
Fingerabdruck-Scanner: Auch durch dieses Prüfverfahren können Schein-Identitäten von Asylbewerbern inzwischen aufgedeckt beziehungsweise der Betrug verhindert werden. Quelle: arifoto UG
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„Uns liegen derzeit keinerlei Zahlen vor“, sagte Stadtsprecher Ralf Schmidt mit Verweis auf laufende Ermittlungen der Polizei. Zumindest eine Person - ein Intensivtäter, der sich zwölf Identitäten zugelegt hatte - soll auch in Wolfsburg gemeldet gewesen sein. Bei zehn Männern ist der Aufenthaltsort unbekannt.

Laut Jörn Memenga, Leiter der Sonderkommission, handelt es sich bei den Verdächtigen vor allem um Menschen aus dem Sudan, die ihr Herkunftsland durchaus richtig benannt hatten. In Wolfsburg kamen dagegen hauptsächlich Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan oder Eritrea an.

Bemerkt wurden die Betrugsfälle von der Landesaufnahmestelle in Braunschweig (LAB). Es geht jetzt um die Aufarbeitung von Versäumnissen, die es ab Herbst 2015 bis etwa Mai 2016 gegeben hatte. Andreas Nickel (Malteser) erinnert sich: „Die LAB wurde einfach überrannt. Bei der Erstaufnahme in Wolfsburg lief es besser: Die Busse kamen direkt von der Grenze und wir hatten ehrenamtliche Helfer. Wir hatten Glück.“ Nickel leitete die Registrierung in der Dieselstraße. In Braunschweig mussten sich die Aufgenommene später trotzdem nochmal melden.

Das Innenminsterium kommentiert: „Mit Inkrafttreten des Datenaustauschverbesserungsgesetzes am 3.2.2016 wurde die gesetzliche Grundlage geschaffen, so dass seitdem auch die Länder Fingerabdrücke nehmen können.“ Somit würden Betrugsversuche mit mehrfachen Meldungen schnell auffliegen. Die Zusammenarbeit funktioniere jetzt, das zeigten auch die Ermittlungen.