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Stadt Wolfsburg Beim Verkehr macht der Ortsrat Stadtmitte Druck
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Beim Verkehr macht der Ortsrat Stadtmitte Druck
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00:28 11.05.2019
Berliner Ring: Der Ortsrat Stadtmitte fordert ein Verkehrskonzept für besonders belastete Straßen – mit Blick auf die gesamte Stadt. Quelle: WAZ
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Stadtmitte

Der Ortsrat Stadtmitte war sich bei allen planmäßig anstehenden Beschlüssen am Dienstag sehr einig: Sowohl für 1,2 Millionen Euro Bau- und Planungskosten im Parkhaus am CongressPark als auch für die Blitzer am St.-Annen-Knoten gaben alle ihren Segen. Und auch ein Antrag der PUG zur Verkehrsplanung wurde einstimmig befürwortet. Mit mehr Druck muss dafür die Verwaltung rechnen.

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Stark belastete Strecken

Ein Konzept für die Stadtmitte auf Basis einer gesamtstädtischen Betrachtungsweise forderte Jens Tönskötter (PUG). „Jeder kennt die Probleme auf dem Berliner Ring oder der Braunschweiger Straße – und das ist nicht mehr nur zu Stoßzeiten so“, erläuterte er. In anderen Städten gebe es Verkehrsleitsysteme, mit denen man stark belastete Strecken umfahren könne. Auch die Einbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs durch Busspuren oder Park&Right-Möglichkeiten sollten geprüft werden. „Die Planung dauert bestimmt fünf bis acht Jahre. Wenn wir jetzt nicht anfangen, erwartet uns ein Kollaps“, so Tönskötter.

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Planung von gestern

Jens Thurow (CDU) hatte zwar erst Zweifel, ob das angesichts des bereits laufenden PUG-Antrags für ein Gesamtkonzept nicht überflüssig sei, ließ sich aber nach Fürsprache aller anderen Fraktionen überzeugen. „Es kann nicht verkehrt sein, unsere Erwartungen zu bekräftigen, dass die Stadtmitte mitbetrachtet wird“, sagte SPD-Fraktionssprecherin Hedi Rehse. Auch Ortsbürgermeister Detlef Conradt (SPD) sprang Tönskötter zur Seite: „Im Moment wird nur geguckt, ob alle aus den Dörfern schnell in die Stadt kommen – und hier ist Chaos.“ Uwe Conradt (Grüne) ergänzte mit einem Bericht aus der Lenkungsgruppe Verkehr, in der es um den St.-Annen-Knoten ging. 60 bis 70 Millionen Euro würde demnach die Entschärfung voraussichtlich kosten, jetzt werde nach preisgünstigeren Alternativen gesucht, eher ein Provisorium – aber ohne Busspuren einzuplanen oder neu zu denken: „Das ist Planung von gestern“, kritisierte er. Detlef Conradt fügte noch hinzu, wie enttäuscht er gewesen sei, dass die Stadt den Ortsrat nicht im Vorfeld über die Pläne des Investors am Nordkopf informiert habe. Dort entstehe ja dann noch mehr Verkehr.

Antrags-Kontrolle

Beifall fand die Anregung Tönskötters, ein Antrags-Controlling von der Verwaltung einzufordern, um im Blick zu behalten, welche Forderungen des Gremiums tatsächlich bearbeitet werden. So seien zum Beispiel am Nordkopf nur zwei Fahrradständer ergänzt worden, kritisierte er. Immerhin werde jetzt Barrierefreiheit an der Musikschule geschaffen, bemerkte Detlef Conradt nicht ohne Ironie. Den Antrag dafür habe er 2002 gestellt...

Von Andrea Müller-Kudelka