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Stadt Wolfsburg Schmerzensgeld nach Badeland-Unfall
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Schmerzensgeld nach Badeland-Unfall
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20:02 09.05.2018
Die gefährliche Trichterrutsche: Hier verletzten sich mehrere Badegäste, einer bekommt jetzt 3000 Euro Schmerzensgeld.
Die gefährliche Trichterrutsche: Hier verletzten sich mehrere Badegäste, einer bekommt jetzt 3000 Euro Schmerzensgeld. Quelle: Archiv
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Wolfsburg

Mit einer Reihe von Unfällen hatte die Trichterrutsche des Badelandes vor einigen Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Mittlerweile wurde das Ungetüm durch ein ungefährliches Modell ersetzt. Und doch gibt’s Ärger: Das Landgericht Braunschweig hat die Betreibergesellschaft des Badelandes zur Zahlung von 3000 Euro Schmerzensgeld verdonnert. Der Kläger hatte sich in der Rutsche das Schlüsselbein gebrochen.

Das Landgericht sieht die Schuld bei der Betreibergesellschaft GMF. In der Pressemitteilung der Behörde heißt es: „Die Berufungskammer ist zu der Überzeugung gelangt, dass die Beklagte als Betreiberin der Rutsche schuldhaft ihre Pflicht verletzt habe, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um eine Schädigung der Badegäste möglichst zu verhindern.“

Und abwärts: Ein Badegast startet im Reifen in die berüchtigte Trichterrutsche. Nicht jeder kam unbeschadet wieder heraus. Quelle: Archiv

Das war passiert: Nach der Abnahme durch den TÜV hatte das Badeland die Spaßrutsche im Dezember 2014 in Betrieb genommen. Doch immer wieder verletzten sich Badegäste in der Rutsche (WAZ berichtete). GMF ließ die Rutsche durch den Hersteller überprüfen und im Februar 2015 wieder freigeben. Kurz danach kam es zu neuerlichen Unfällen und auch dem nun verhandelten Schlüsselbeinbruch. Ein anderer Gast hatte sich sogar einen kompletten Zahn ausgeschlagen. Ab September 2015 wurde die Rutsche dann dauerhaft gesperrt.

Badeland-Rutsche hatte Konstruktionsfehler

Den Vorwurf, dass der Betreiber nicht genug für die Sicherheit seiner Besucher getan hat, untermauert das Landgericht mit einer weiteren Tatsache. 2016 hat ein Sachverständiger festgestellt, „dass die Rutsche unter einem schwerwiegenden Konstruktionsfehler gelitten habe“.

Die Stadt Wolfsburg als Eigentümerin des Badelandes hatte lange betont, etwaige Verletzungen seien entstanden, weil die Badegäste die Rutsche nicht richtig benutzt hätten.

Die jetzt verhandelte Klage hatte das Wolfsburger Amtsgericht abgewiesen. Das Landgericht kam in dem Berufungsverfahren aber zu einer anderen Einschätzung und sprach dem Kläger das Schmerzensgeld zu.

Von Kevin Nobs