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Stadt Wolfsburg Das denken die Fridays-for-Future-Schüler über die Proteste gegen VW
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Das denken die Fridays-for-Future-Schüler über die Proteste gegen VW
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12:15 16.08.2019
Für eine komplett autofreie Gesellschaft: Aktivisten haben 24 Stunden in der Autostadt demonstriert. Wolfsburger Schüler unterstützten sie dabei. Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

Mit ihrer zweitägigen Protestaktion haben Aktivisten in Wolfsburg für viel Aufsehen gesorgt. Während es in den sozialen Medien Kritik von einige Seiten Kritik hagelte – teils weit unter der Gürtellinie – solidarisierten sich die Wolfsburger Fridays-for-Future-Schüler mit den Protestlern und unterstützten sie vor Ort. Robin Wagner ist einer von ihnen. Er erklärt, bei welchen Argumenten der Aktivisten die Wolfsburger Schüler mitgehen und welche sie eher entschärfen würden.

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Decken, Essen und Tee für die Aktivisten

Das Wolfsburger Organisationsteam der Fridays-for-Future-Bewegung tagte gerade im Plenum, als sie von der Aktion in der Autostadt und am VW-Werk hörten. Später brachten sie ihnen Essen, Tee, Spiele und Decken für die Nacht.

Robin Wagner (18) organisiert sonst eher die Fridays-for-Future-Demos in Wolfsburg – jetzt hat er mit Mitstreitern die Aktivisten in der Autostadt unterstützt. Quelle: Frederike Müller

Im Internet wurden die Demonstranten deutlich weniger warmherzig begrüßt: Auf Facebook werden die Protestler, die in der Autostadt in den Globus geklettert waren, als „Obdachlose“ und „Spinner“ bezeichnet.

Zu viele Flächen seien zubetoniert

Die Wolfsburger Klimaschutz-Schüler befassen sich unterdessen mit den Argumenten der Protestler, zum Beispiel dem, dass in Innenstädten zu viel Fläche für Straßen und Parkplätze und zu wenig für Parks und Spielplätze genutzt werde. „Da kann ich nur zustimmen“, sagt Robin Wagner. „Es ist nicht gerade vorteilhaft für die Umwelt, wenn alle Grünflächen plattgemacht werden.“

Die Probleme könnten auch E-Autos nicht lösen. „Außerdem produzieren E-Autos viel Elektroschrott“, bekräftigt der 18-Jährige. „Die Ressourcen für die Batterien sind problematisch und der Strom kommt schließlich auch nicht nur durch Sonne und Wind zustande, sondern durch Kohle und Atomkraft.“

Autofreie Innenstadt komme von heute auf morgen

Eine autofreie Innenstadt wäre auch den Wolfsburger FfF-Schülern lieb – auch wenn man das nicht von heute auf morgen schaffen könne, meint Wagner. Ein Kompromiss könne sein, nur Carsharing-Wagen in die Innenstadt zu lassen und somit den Verkehr zu reduzieren.

Wo die Aktivisten eine Regiotram, also eine Straßenbahn für ganze Regionen fordern, ist der Vorsfelder Schüler aber vorsichtiger: „Das ist eine gute Idee, aber in Wolfsburg wäre es einfacher, erst einmal das bestehende Busnetz zu verstärken.“

„Nicht einen Ingenieur in einen Pflegeberuf zwingen“

Auch an einer anderen Stelle, die für besonders viel Diskussionen gesorgt hatte, spricht sich Wagner für etwas mehr Bedacht aus. Die Aktivisten hatten geschrieben: „Die Arbeiter*innen der Automobilindustrie werden dringend gebraucht“, allerdings eher als Busfahrer oder zum Beispiel in der Pflege. „Klar wollen auch wir alles so schnell wie möglich haben“, kommentiert der Wolfsburger Schüler. „Aber das ist nichts, was von heute auf morgen passieren würde.“ Stattdessen würde der langsame Strukturwandel eine Umverteilung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen mit sich bringen. „Man würde ja nicht einen Ingenieur in einen Pflegeberuf zwingen wollen“, betont Wagner. „Wir wollen diese Bewegung mit den Menschen gestalten und nicht gegen sie.“

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Von Frederike Müller

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