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Stadt Wolfsburg Autodiebstahl: Vorsicht bei Keyless-Systemen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Autodiebstahl: Vorsicht bei Keyless-Systemen
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06:00 31.07.2019
Die komfortable Keyless-Technologie birgt auch Risiken. Quelle: Dpa
Gifhorn/Peine/Wolfsburg

Autoknacker: Sie schlagen blitzschnell zu – und ruckzuck sind Navigationsgerät, Autoradio, Mobiltelefon oder zurückgelassene Wertsachen wie Handtaschen oder Kleidung mit Scheckkarten, Papieren und Bargeld oder sogar gleich ganze Autos weg. In jüngster Zeit spielt auch die moderne Technik den Dieben in die Hände. Immer wieder wird in den Medien über das Thema Diebstahl von Keyless-Fahrzeugen berichtet, denn Autos mit schlüssellosen Zugangssystemen seien für Kriminelle oft leicht zu knacken, heißt es in einer Information des Landeskriminalamtes in Hannover. Am Fahrzeug gibt es dann nicht einmal Aufbruchspuren.

Bei der Keyless-Technologie muss der Autobesitzer den Schlüssel nur bei sich tragen, zum Öffnen ist kein Tastendruck am Schlüssel nötig. Sobald er sich seinem Fahrzeug nähert, erkennt dieses per Funk den Schlüssel. Beim Berühren des Türgriffs oder Drücken eines Tasters am Türgriff öffnet die Zentralverriegelung. Gestartet wird ohne Zündschlüssel durch Druck auf einen Taster. Insgesamt kann gesagt werden, dass die Fallzahlen für Autodiebstähle nicht zugenommen haben“, berichtet die Peiner Polizeisprecherin Stephanie Schmidt. In der Kriminalstatistik werde auch nicht nach herkömmlicher oder Keyless-Technik unterschieden. Dennoch: „Diebstähle aus Fahrzeugen und Diebstähle von Fahrzeugen mit Keyless-Technologie nehmen im Verhältnis zu herkömmlichen Fahrzeugen zu“, hat der Wolfsburger Polizeisprecher Thomas Figge beobachtet.

So können Sie sich schützen

Das Landeskriminalamt in Hannover gibt Tipps, wie man sich schützen kann.

Legen Sie den Schlüssel nie in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür ab, beziehungsweise versuchen Sie, das Funksignal durch geeignete Maßnahmen (Aluminiumhüllen / Blechdose) abzuschirmen.

Machen Sie aber vorher unbedingt den Selbsttest. Nur wenn das Fahrzeug sich nicht einmal dann öffnet, wenn Sie den „abgeschirmten“ Schlüssel direkt neben die Fahrzeugtür halten, haben auch die Diebe mit dieser Technik keine Chance. Das gilt auch für die sog. Sicherheits- / Schutzhüllen.

Achten Sie darauf, ob sich beim Verlassen des Fahrzeuges oder zum Beispiel in Gaststätten Personen mit Aktenkoffern, Rucksack und so weiter mit ungewöhnlicher Verhaltensweise in Ihrer unmittelbaren Nähe aufhalten.

Fragen Sie bei dem Hersteller Ihres Fahrzeuges, ob für Ihr Fahrzeug der Komfortzugang temporär deaktivierbar ist beziehungsweise ob es eine entsprechende Nachrüstlösung gibt. Manche Hersteller bieten am Schlüssel die Funktion, durch zweimaliges Drücken auf die Verriegelungs-Taste am Schlüssel, die Keyless-Go-/Keyless-Entry-Funktion ganz auszuschalten. Fragen Sie bei Ihrer Fachwerkstatt nach, welche Möglichkeit es speziell für Ihr Fahrzeug gibt.

Weitere Infos: www.polizei-beratung.de

Statistik der vergangenen fünf Jahre

Insgesamt haben alle drei Polizeisprecher beobachtet, dass die Zahl der Autodiebstähle konstant oder eher rückläufig ist.

Peine:

Komplette Autodiebstähle (hierzu zählen Pkw, Lkw)

2014: 52, 2015: 64, 2016: 43, 2017: 49, 2018: 39

Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen

2014: 174, 2015: 197, 2016: 248, 2017: 193, 2018: 201

Gifhorn:

Komplette Autodiebstähle

2014: 48, 2015: 68, 2016: 73, 2017: 51, 2018: 57.

In den Jahren 2015/16 ist jeweils ein leichter Anstieg der Zahlen ersichtlich, was an einer Serie von Bandendiebstählen von VW Multivan-Fahrzeugen lag.

Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen

2014: 159, 2015: 163, 2016: 157, 2017: 67, 2018: 79.

Wolfsburg:

Komplette Autodiebstähle

2014: 180, 2015: 226, 2016: 155, 2017: 145, 2018: 110.

Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen

2014: 210, 2015: 226, 2016: 170, 2017: 115, 2018: 178.

Eine Einschätzung, die auch das Landeskriminalamt in Hannover teilt. Die Problematik nehme zu, weil immer mehr Fahrzeuge mit solchen Systemen ausgestattet seien. Nicht nur hochpreisige Autos, sondern auch manche Kleinwagen sind heutzutage serienmäßig mit Komfort-Schlüssel oder ähnlichen Systemen ausgestattet.

Die Autodiebe nutzen einen sogenannten Funkwellen-Verlängerer, der Signale, die zwischen dem Fahrzeug und dem Fahrzeugschlüssel ausgetauscht werden, über eine räumliche Distanz verlängert. Diese kleinen Geräte bestehen aus zwei Teilen, dem „Car-Scanner“ und dem „Key-Scanner“.

„Erfahrungsgemäß gehen zwei Täter arbeitsteilig vor: Der eine steht mit dem Car-Scanner in unmittelbarer Nähe zum Fahrzeug. Der andere befindet sich mit dem Key-Scanner in der Nähe zur Haustür eines Wohnhauses“, so Liane Jäger vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Gifhorn. Dieser mache sich zunutze, dass viele Autofahrer ihren Fahrzeugschlüssel in der Nähe der Haustür aufbewahren. „Die Verfahrensweise erfolgt problemlos, zügig und ohne das Hinterlassen von Aufbruchspuren.“

Der ADAC hat in einer Untersuchung mehr als 250 Modelle unter die Lupe genommen, darunter vier Motorräder.

Allgemeine Präventionstipps

Parken Sie Ihr Fahrzeug immer im Hellen und in der Nähe von anderen Fahrzeugen.

Nutzen Sie zum Abstellen Ihres Fahrzeugs immer Ihre Garage (Abschließen nicht vergessen!), Parkplätze oder Parkhäuser mit Videoüberwachung.

Lassen Sie Ihr Lenkradschloss immer einrasten.

Legen Sie den Gang ein.

Seien Sie wachsam bei Personen, die sich in unmittelbarer Nähe zu Ihrem Fahrzeug aufhalten oder sonstige auffällige oder ungewöhnliche Verhaltensweisen zeigen.

Achten Sie auf Auffälligkeiten in der Nähe zum Türschloss (Fahrerseite) Ihres Fahrzeugs, zum Beispiel abgestellte Taschen.

Sie haben eine Alarmanlage? Nutzen Sie diese!

Achten Sie auf das Blinklicht beim Verschließen des Fahrzeugs mit der Funkfernbedienung.

Zündschlüssel immer abziehen – auch bei kurzer Abwesenheit.

Lassen Sie Ihr mobiles Navigationsgerät nicht im Fahrzeug zurück.

Fenster, Türen, Kofferraum, Schiebedach und Tankdeckel immer sorgfältig verschließen.

Keine Wertsachen und Bargeld im Auto liegen lassen!

Handschuhfach geöffnet halten.

Verwenden Sie gerade bei längerem Parken Ihres Fahrzeugs eine Parkkralle.

Weitere Infos unter: www.polizei-beratung.de.

Von Jan Tiemann

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