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Stadt Wolfsburg Ausstellung über das Schicksal der Russlanddeutschen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Ausstellung über das Schicksal der Russlanddeutschen
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17:00 23.10.2019
Das Albert-Schweitzer-Gymnasium lud ein: Jakob Fischer zeigt die Wanderausstellung zum Thema „Deutsche aus Russland“ und erzählt seine eigene Geschichte. Quelle: Britta Schulze
Westhagen

Das eigene Land verlassen und Zuflucht in einem anderen Staat finden – mit den Themen Migration und Integration wachsen Kinder heute auf. Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG) bekommen jetzt eine besondere Sicht darauf: Jakob Fischer aus Nördlingen kam gestern nach Wolfsburg, um die WanderausstellungDeutsche aus Russland“ im Mehrzwecksaal zu zeigen. An zwei Tagen spricht der ehemalige Geschichtslehrer aus Kasachstan über seine eigene Geschichte, aber auch über das Schicksal der Russlanddeutschen, die mit vielen Versprechungen ab 1760 ins Zarenreich gelockt wurden, später in Ungnade fielen und wieder zurück nach Deutschland wollten.

Zusammen mit seinem Mitarbeiter Dr. Eugen Eichelberg sprach er über Geschichte, aber auch über Gegenwart. Deshalb passe die Ausstellung sehr gut in den Unterricht, erklärte Isabell March, Fachschaftsleiterin Geschichte. Die Wanderausstellung, die Bundesinnenministerium und Bundesamt für Migration fördern, war bereits 2015 in Westhagen – damals in Kooperation mit der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule. „Das kam so gut an, dass wir die Ausstellung noch einmal geholt haben“, erklärte die Lehrerin.

Bundesverdienstkreuz für vorbildliches Engagement

Jakob Fischer stammt aus Kasachstan, 1991 siedelte er nach Nördlingen um. Seitdem engagiert er sich für die Integration der Russland-Deutschen – und erhielt dafür das Bundesverdienstkreuz. „Durch seine persönliche Erfahrung wird die Geschichte sehr anschaulich“, sagt Isabell March.

Thema sind Migration, Integration und Deutsche in Russland

In seinem Vortrag am ASG ging Fischer darauf ein, warum die Deutschen um 1760 ihre Heimat verließen und in Russland ihr Glück suchten. Sie dachten, dort sei es besser – wirtschaftlich, aber auch Religionsfreiheit, freie Berufs- und Wohnortwahl waren Gründe zu gehen. Das sind auch heute noch Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen.

Viele Hoffnungen zerschlugen sich

Es gibt noch eine weitere Parallele: Viele Hoffnungen zerschlugen sich für die Migranten. Privilegien wie eine freie Berufswahl gab es für die Russlanddeutschen nie. Ein anderer wichtiger Auswanderungsgrund war für sie die Freistellung vom Militärdienst. Das lockte und das Versprechen wurde gehalten.

3536 deutsche Siedlungen entstanden zwischen 1763 bis 1862 an der Wolga, am Schwarzen Meer, im Kaukasus und anderen russischen Orten. Sie waren streng getrennt vom Rest der Bevölkerung, Deutsch war dort die Amtssprache. „150 Jahre mussten Russlanddeutsche sich nicht integrieren“, erklärte Fischer. Anfangs waren die „Deutschen“ sehr willkommen, doch das änderte sich. Irgendwann durften sie nicht mehr Deutsch sprechen, wurden umgesiedelt und als Nazi-Deutschland 1941 die UdSSR überfiel, war das Verhältnis auf dem Tiefstpunkt. „Die Russlanddeutschen wurden als Agenten verdächtigt“, erklärte Fischer.

Von Sylvia Telge

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