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Stadt Wolfsburg KZ Neuengamme am Laagberg: Fundamente werden kontrolliert
Wolfsburg Stadt Wolfsburg KZ Neuengamme am Laagberg: Fundamente werden kontrolliert
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00:20 28.01.2019
Breslauer Straße: Die Stadt lässt die Kisten mit den Überresten kontrollieren.
Breslauer Straße: Die Stadt lässt die Kisten mit den Überresten kontrollieren. Quelle: Hermstein
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Laagberg

Beginnen jetzt schon die Arbeiten für die Erinnerungs- und Bildungsstätte für das ehemalige Konzentrationslager auf dem Laagberg?

Das fragen sich Bewohner der Breslauer Straße, weil ein Radlader seit einigen Tagen auf dem Gelände hinter dem Lidl-Markt die Kisten mit den Fundamenten des Lagers von einer Seite auf die andere fährt. Nein, es ist kein Baubeginn, erklärt Stadtsprecherin Elke Wichmann. „Es sind Wartungsarbeiten.“

Fundament-Reste des Lagers werden regelmäßig kontrolliert

Die Stadt kontrolliere regelmäßig, ob es Schäden an den Behältern gibt, die die Fundamente des Lagers vor Wettereinflüssen schützen sollen. Aber auch die Überreste selbst werden begutachtet. In dem Zuge werden die Kisten regelmäßig neu angeordnet – unter „denkmalfachlicher Betreuung“, unterstreicht Wichmann. Das passiert aktuell wieder, außerdem erneuern Fachleute die stark beschädigte Schutzüberdachung. Und 23 Fundamente, die bisher auf Betonsockeln auf der Wiese gelagert waren, wurden jetzt auf befestigten Untergrund gestellt. Eine Woche soll die Maßnahme dauern.

Mauern des Außenlagers KZ Neuengamme bei Bauarbeiten entdeckt

Die Fundamente des ehemaligen Außenlagers des KZ Neuengamme wurden bei Bauarbeiten zum Wohn- und Einkaufszentrum-Projekt am Schlesierweg entdeckt. Die Stadt ließ die Überreste zunächst lediglich dokumentieren. Auf Druck von Angehörigen der ehemaligen Häftlinge und anderen Initiativen wurde dann entschieden, die Fundamente zu bergen sowie eine Erinnerungs- und Bildungsstätte zu errichten, um an das Schicksal der Lagerinsassen zu erinnern.

Gedenkstätte entsteht an der Breslauer Straße auf der Wiese

Die Gedenkstätte soll auf der gegenüberliegenden Straßenseite hinter dem Lidl-Markt entstehen. Angehörige von ehemaligen Zwangsarbeitern hatten sich im vergangenen Herbst die gesicherten Fundamente und den Standort für die künftige Gedenkstätte angeschaut. Sie sind zufrieden, hätten es aber schöner gefunden, wenn die Erinnerungsstätte auf dem ehemaligen Lagergelände entsteht.

Von Sylvia Telge