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Stadt Wolfsburg Auf der Suche nach dem Herz aus Stein
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Auf der Suche nach dem Herz aus Stein
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06:01 06.08.2019
Viele bunte "Okersteine" entstehen in der Region um Meinersen. Quelle: Janine Kluge
Meinersen

Bunte Steine überrollen die Region. Sie sind oft winzig klein, dennoch prachtvoll bemalt. Sie liegen am Wegesrand oder direkt auf einer Bank am Ufer der Oker – Hunderte Menschen in Gifhorn, Wolfsburg und Peine sind im Steine-Fieber. Ein farbenfroher Trend mit Ursprung in Amerika, der jetzt in den Norden Deutschlands geschwappt ist.

Sarah (l.) und Debbi Wittkowski mit einer Auswahl an „Okersteinen", die von Mitgliedern der Facebook-Gruppe gestaltet worden sind. Quelle: Janine Kluge

„Wir machen die Welt ein bisschen bunter“, sagt Sarah Wittkowski aus Meinersen und verziert mit ruhiger Hand einen Stein, den sie im Wald gefunden hat. Ein kleines, blaues Herz ist es heute. Nur ein Motiv von weit über 200, die sie seit Mitte Mai auf schlichte Steine gemalt hat.

Damals gründete die 30-Jährige die Gruppe „Okersteine“, die in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram vertreten ist. „Ich hatte von dem Trend gelesen und war sofort begeistert. Nun wollte ich ein paar Gleichgesinnte in der Region finden“, schildert Wittkowski. Und das hat sie: Innerhalb von nur drei Monaten ist die Community auf mehr als 800 Mitglieder gewachsen.

Okersteine“ reisen bis nach Australien

Das Prinzip ist einfach: Bunt verzierte Steine werden mit dem Hashtag #Okersteine versehen und wieder „ausgewildert“. Im Idealfall fotografiert der glückliche Finder den Stein und postet ihn in der Gruppe. Anschließend darf der Stein wieder an einem neuen Ort ausgelegt werden. Die kleinen Kunstwerke kommen dabei ganz schön herum: In der ganzen Region sind die Okersteine bereits verstreut. Jetzt zur Urlaubszeit sind viele an der See zu finden, in Dänemark oder Holland, aber auch nach Australien ist bereits ein Stein „ausgewandert“.

Jeder „Okerstein“ wird beschriftet, damit er in der gleichnamigen Facebook-Gruppe gepostet werden kann. Quelle: Janine Kluge

„Manchmal findet der Stein einen auch selber“, ist sich Wittkowski sicher. Sie glaubt an Schicksal. „Schon oft wurden bemalte Steine gefunden, die perfekt auf die aktuelle Situation des jeweiligen Finders gepasst haben.“ Auf einem der ersten Steine, den sie zusammen mit ihrer Frau gefunden hat, sei etwa ein blaues Auto gewesen. „Genau wie unser erstes gemeinsames Auto.“

Wittkowski: „Die Steine sprechen zu mir“

Ob mit Pinsel oder Stift, kitschig oder klassisch – beim Gestalten der Steine sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Vom Schmetterling über Comic-Stars bis zu kleinen Sprüchen oder fantasievollen Mustern ist alles dabei. Oft gebe die besondere Form der Kiesel dem Künstler schon ein Motiv vor. „Manche Steine springen einen förmlich an, sie sprechen zu mir“, meint Wittkowski und gibt dem blauen Herzen durch weiße Pünktchen den letzten Schliff.

Sarah Wittkowski beim „Auswildern" eines bemalten Steins. Sie hofft, dass der kleine Frosch gefunden wird und jemanden zum Lächeln bringt. Quelle: Janine Kluge

„Erlaubt ist alles, was anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubert“, erklärt sie weiter. Regeln gibt es nur wenige. „Um die Umwelt nicht zu belasten, bitten wir allerdings darum, die Steine nicht zu bekleben. Außerdem dürfen keine politischen Äußerungen oder Werbung darauf sein.“

Und die Community hält sich daran. „Die Gruppe ist sehr herzlich“, freut sich auch Debbi Wittkowski, die vom Steine-Fieber ihrer Frau angesteckt wurde. „Es gibt keine Anfeindungen, man gibt sich Tipps und freut sich mit den anderen über gelungene Steine. Der Zusammenhalt ist echt toll.“

Durch einfache Mittel Gemeinschaft stärken

Zusammenhalt – das ist es auch, was Wittkowski mit dieser Aktion erreichen möchte. „Die Verbundenheit in der Region wächst. „Viele Menschen gehen wieder bewusster und offener durch die Welt“, hat die leidenschaftliche Hobby-Künstlerin festgestellt. „Und das mit so einfachen Mitteln.“ Die Anschaffung der Stifte und Farben ist vielleicht nicht ganz günstig, doch Steine finden sich überall. Auf Feldwegen, auf dem Lehrpfad oder am Okerwehr – dort sind Sarah und Debbi Wittkowski mit ihren Hunden besonders gern auf „Steine-Jagd“.

Info-Tafeln aus Holz für Meinersen geplant

Das hilft auch Meinersen und der Region. Deshalb unterstützt nun auch die Ortschaft die Okerstein-Künstler. „Es sollen Holz-Tafeln entstehen, die auf unsere Steine und den Hintergrund dazu hinweisen“, freut sich Wittkowski. Angestoßen habe das ein Mitglied der Gruppe.

Und weitere Projekte sind in Planung: „Ich versuche gerade, ein gemeinsames Mal-Treffen zu organisieren“, verrät Wittkowski. „Außerdem kann ich mir auch Rätsel und Gemeinschaftssteine, die von jedem Finder weiter ergänzt werden, sehr gut vorstellen.“ Und bis es soweit ist, malen Sarah und Debbi Wittkowski weiter in ihrem heimischen Garten in Meinsersen kleine Kiesel an und machen Stein für Stein die Okerregion etwas bunter.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Von Janine Kluge

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