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Stadt Wolfsburg Wolfsburger Schüler entwickelt digitales Trampen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wolfsburger Schüler entwickelt digitales Trampen
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11:55 11.09.2019
Digitales Trampen: Der Wolfsburger Schüler Paul Obernolte arbeitet an einer Drive-Sharing-App. Quelle: privat
Wolfsburg

Sie sind gerade einmal 15 und 16 Jahre alt und arbeiten an nicht weniger als der Zukunft der Mobilität: Die Schüler Paul Obernolte aus Wolfsburg und Simeon Keske aus Göttingen wollen mit ihrer App „Desti“ den Individualverkehr in der Stadt gründlich verändern – von Einzelfahrern hin zu mehr Fahrgemeinschaften.

Unterstützt werden sie dabei mittlerweile von den Stadtwerken Wolfsburg, die ihnen unter anderem Server, Cloud-Ressourcen und technisches Know-How zur Verfügung stellen.

Bei „Jugend forscht“ haben sich die beiden Schüler kennengelernt

Kennengelernt haben Obernolte und Keske sich beim WettberwerbJugend forscht“ – und fanden sogleich Schnittpunkte. „Wir hatten beide ähnliche Ideen und Vorstellungen“, erzählt Obernolte. Die Drive-Sharing-App „Desti“ ist das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit. Die Entwicklung läuft derzeit auf Hochtouren, ein Prototyp ist bereits fertig gestellt. Er zeigt, wie bedien- und nutzerfreundlich die App einmal funktionieren soll.

Weitere Informationen zum Wolfsburger Start-Up

30.07.2019 – Neues Start-Up: Deshalb unterstützt die Wobcom zwei Schüler

14.01.2019 – Hammer: Schüler entwickeln umweltfreundliche Verkehrs-App

18.03.2016 – Jugend forscht“: Paul (12) ist Landessieger

29.02.2016 – Jugend forscht“: Preise für Schüler Paul vom THG

Die Software sucht geeignete Nutzer aus

Denn die Idee dahinter ist simpel: Einfach gesagt, handelt es sich bei „Desti“ um eine erweiterte, digitalisierte Form des Trampens. Mit ausgestrecktem Daumen muss allerdings niemand mehr am Straßenrand stehen. Denn über die App gibt man einfach sein Ziel ein, der persönliche Standort wird automatisch erfasst. Die Software sucht dann geeignete Nutzer aus, die als Fahrer für diese Route in Frage kommen. „Dafür wird der Standort und die wahrscheinliche Route der potenziellen Fahrer getracked“, erläutert Obernolte. Das sei auch gleichzeitig eine der schwierigsten Herausforderungen. „Damit das genau funktioniert, ist vielleicht der Einsatz von künstlicher Intelligenz nötig.“

Fruchtbare Zusammenarbeit: (v.l.) Dalibor Dreznjak, Dalibor Dreznjak, Abteilungsleiter Unternehmensentwicklung bei den Stadtwerken, Paul Obernolte und Giovanni Coppa, projektleiter bei der wobcom. Quelle: Steffen Schmidt

Unter den potenziellen Fahrern, kann der Nutzer einen auswählen. An diesen wird dann eine Sprachnachricht mit der Anfrage und den wichtigen Informationen wie Ziel und Treffpunkt gesendet. Besonders interessant: Ein Bewertungssystem soll in die App integriert werden, welcher Fahrer angezeigt wird, hängt somit auch von seiner Bewertung ab. „So kann man gleich sehen, wer zuverlässig ist und wo es sicher ist“, so Obernolte. „Das wertet die App sofort auf“, ist auch Giovanni Coppa, Projektleiter bei der unterstützenden wobcom sicher.

Paul Obernolte: Die Idee hatte er an einer Bushaltestelle

Zudem ist auch die Abgrenzung zu anderen Fahrdiensten gegeben. „Bei Uber sind die Fahrer professionell, bei uns sind es Privatleute, die einen kleinen betrag erhalten, wenn sie jemanden mitnehmen“, sagt Obernolte. Ein Bezahlsystem soll deshalb ebenfalls in die App integriert werden. Der Unterschied zu Car-Sharing-Anbietern liegt in der Nutzerzentrierung. „Beim Car-Sharing muss ich mich zur Mobilität hinbewegen, bei ’Desti’ kommt sie zu mir“, lobt Coppa die Idee.

Diese kam Obernolte übrigens an einer Bushaltestelle. „Es fuhren während ich dort gewartet habe so viele Autos an mir vorbei und fast alle hätten mich mitnehmen können“, erzählt er. Gerade in Wolfsburg sehe man viel zu häufig Autos, die nur von dem Fahrer besetzt sein – aus verkehrlicher und klimatechnischer Sicht stark verbesserungswürdig.

Stadt erhofft sich Erkenntnisse über Verkehrsströme

Deswegen ist es auch kein Wunder, dass Obernolte und Keske soviel Unterstützung erfahren. Nicht nur die Stadtwerke, sondern auch die Stadt Wolfsburg war nach einem Gespräch mit den Schülern begeistert von der Idee. Die Stadtwerke etwa sehen in der Unterstützung eine echte Win-Win-Situation. So erhofft man sich einerseits Erkenntnisse über die Verkehrsströme in Wolfsburg, die für die WVG sehr von Nutzen sein können. „Auf der anderen Seite können wir auch viel voneinander“, ist Dalibor Dreznjak, Abteilungsleiter Unternehmensentwicklung bei den Stadtwerken überzeugt. Ein Beispiel: „Jungen Entwickler gehen mit mehr Idealismus an die Sache, sie stellen das Ziel absolut in den Vordergrund.“

Keine Konkurrenz zu ÖPNV

Als Konkurrenz zum ÖPNV sieht man „Desti“ nicht – eher als notwendige Ergänzung für die Verkehrswende. Dreznjak: „Der Verkehr der Zukunft ist multimodal, was ich nutze kommt immer auf die persönliche Situation an. Der ÖPNV wird deshalb immer eine wichtige Rolle einnehmen, genauso wie der Individualverkehr.“ Genau das sei das „charmante“ an „Desti“, meint Obernolte. „Viele neue Mobilitätskonzepte zielen im Endeffekt auf die Abschaffung des Individualverkehrs. Das ist bei unserer App nicht nötig.“

Von Steffen Schmidt

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