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Stadt Wolfsburg Antifa-Woche: IG Metall ruft zur Demonstration gegen AfD auf
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Antifa-Woche: IG Metall ruft zur Demonstration gegen AfD auf
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18:09 09.11.2019
Start der Antifa-Woche: Die IG Metall legte einen Kranz am Sara-Frenkel-Platz nieder. Quelle: Roland Hermstein
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Innenstadt

In Erinnerung an die Schrecken der Naziherrschaft, insbesondere an die systematische Vernichtung der Juden legten Vertreter von IG Metall, der VW-Vertrauenskörperleitung, der Stadt Wolfsburg und der Kirchen Kränze am Denkmal auf dem Sara-Frenkel-Platz nieder. Alle Redner waren sich einig, dass man jetzt – 81 Jahre nach der Reichspogromnacht – stärker gegen Ausgrenzung und Antisemitismus vorgehen müsse.

Die Antifa-Woche der IG Metall begann mit der Kranzniederlegung am Sara-Frenkel-Platz. Die Redner forderten einen Schulterschluss aller Demokraten gegen die AfD.

„Völkisches Denken verbreitet sich wieder in dunklen Hinterzimmern, aber auch in schicken Büros“, warnte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall, Hartwig Erb, in seiner Rede. „Politisch motivierte antisemitische Angriffe gehören zum Alltag“, betonte Erb. Laut Statistik des Bundeskriminalamts seien in 2001 1691 Übergriffe erfasst worden, 2018 seien es 1796 gewesen. „Das sind fünf Angriffe pro Tag!“.

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Demo gegen AfD-Parteitag am 30. November

Die AfD schaffe mit ihren systematischen Tabubrüchen einen Nährboden für diese Gewalt, erklärte Erb vor allem mit Blick auf die jüngsten Ereignisse in Halle. Wer diese Partei wähle, mache sich mitschuldig. In diesem Zusammenhang riefen Erb und weitere Redner dazu auf, an der geplanten Demonstration am 30. November in Braunschweig teilzunehmen, wo der Bundesparteitag der AfD stattfinden soll.

Durch die aus seiner Sicht bedrohlicher werdende Situation forderte Erb, den Schulterschluss der Wolfsburger Demokraten wieder aufleben zu lassen. „Diese Forderung ist richtig. Wir werden sie mit ins Rathaus nehmen“, erklärte Oberbürgermeister Klaus Mohrs in seiner Ansprache. Das Bündnis gegen Rechts hatte sich 2015 zusammengefunden, um ein deutliches Zeichen gegen die damals aufbrandende Pegida-Bewebung zu setzen.

„Demokratie bedroht“

„Ich hätte vor zehn Jahren nicht gedacht, dass ich heute hier stehe und die Demokratie bedroht sehe“, sagte Mohrs. „Es ist unsere Aufgabe, Jahr für Jahr an die schlimmen Ereignisse der Vergangenheit zu erinnern“, meinte er. „Aber das reicht bei weitem nicht mehr aus.“

Auch der Leiter des VW-Vertrauenskörpers, Wolfgang Kuznik, warnte: „Es gibt immer mehr Stimmen, die sagen: Hört auf damit, wir sind ja nicht schuld.“ Man sei auch nicht schuld, dürfe aber niemals aufhören zu erinnern. „Wir müssen aus der Geschichte lernen, um die Zukunft zu gestalten.“

„Gegenwind“ singt Lieder

Auch der Vorsitzende des Stadtelternrats, Alexander Paul, kam zu Wort, ebenso Sören Henke als Vertreter des Stadtjugendring-Vorstands. Zwischen den Wortbeiträge sang der IG-Metall-Chor „Gegenwind“ einige Lieder. Im Anschluss fand im Gewerkschaftshaus die Eröffnung der 15. Antifa-Woche statt.

Von Robert Stockamp