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Stadt Wolfsburg Angriff in Friseursalon: 22-Jähriger zu Freiheitsstrafe verurteilt
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Angriff in Friseursalon: 22-Jähriger zu Freiheitsstrafe verurteilt
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17:14 12.02.2020
Friseursalon am Detmeroder Markt: Ein 22-Jähriger wurde jetzt für den Angriff auf den Geschäftsinhaber verurteilt. Quelle: Sebastian Bisch
Wolfsburg

Es waren dramatische Szenen, die sich im Mai 2019 in einem Friseursalon am Detmeroder Markt abgespielt haben. Ein damals 21 Jahre alter Wolfsburger soll den Geschäftsinhaber im Streit mit dem Kopf gegen eine Glastür gestoßen und ihn mit einem Messer im Gesicht verletzt haben. Anschließend nahm der junge Mann die Einrichtung des Ladens auseinander. Das Jugendschöffengericht verurteilte den Angeklagten am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten zur Bewährung.

Der Angeklagte wollte ein Praktikum machen

Der 22-Jährige stand in dieser Sache bereits zum zweiten Mal vor Gericht. Der Prozess im vergangenen Dezember war geplatzt, weil das Opfer nicht zur Verhandlung erschienen war. Am Mittwoch schilderte der 50 Jahre alte Friseurmeister den Angriff, unter dessen Folgen er noch immer zu leiden habe. Demnach kam der Angeklagte am 7. Mai 2019 in der Mittagszeit in seinen Laden, um nach einem Praktikum zu fragen. Der junge Iraker hatte zuvor schon für eine kurze Zeit als unbezahlte Aushilfe in dem Salon gearbeitet. Der Inhaber erklärte vor Gericht, der Angeklagte sei an diesem Tag von Anfang an laut und aufgebracht gewesen. Außerdem habe er noch Kunden bedienen müssen, weshalb er den jungen Man gebeten habe, sein Geschäft zu verlassen.

Schläge, Messerstich und Tritte

Etwa eine Stunde später kam der Angeklagte zurück. „Er war richtig wütend“, schilderte eine damalige Angestellte (46) ihren Eindruck. Der 22-Jährige betrat den Friseursalon und ging eine Treppe hinab zu den Aufenthaltsräumen. Dort traf er auf den Inhaber, woraufhin es laut Ohrenzeugen zu einer lautstarken Auseinandersetzung kam. Der Angeklagte soll im Laufe des Streits den Kopf des 50-Jährigen heftig gegen eine Glastür gestoßen haben, die dadurch zersplitterte und ihm eine Platzwunde zufügte. Der Anklage zufolge zückte der Iraker dann ein Messer – laut Zeugenaussage könnte es auch eine Schere gewesen sein – und stach seinem Opfer ins Gesicht, was eine Schnittwunde im Bereich einer Augenbraue zur Folge hatte. Der Saloninhaber ging daraufhin zu Boden, der Angeklagte soll ihm dann noch mehrfach in die Rippen getreten haben.

Der 50-Jährige konnte sich schließlich blutüberströmt aufrappeln, verließ mit seinen Angestellten und einem Kunden das Geschäft und schloss den Angreifer im Friseursalon ein. „Dann flogen auch schon Haarschneidemaschinen durch die Scheiben“, berichtete ein Zeuge (30). In seiner Wut soll der Angeklagte heftig randaliert haben. Das Geschäft verließ er durch eine Hintertür, noch bevor die Polizei vor Ort war.

Opfer leidet noch heute unter den Folgen

Der Inhaber beschrieb vor Gericht die psychischen Folgen des Angriffs. „Ich bin ein anderer Mensch geworden und fühle mich jeden Tag bedroht“, sagte der 50-Jährige. Nach dem Vorfall habe er viele Kunden verloren, er selbst sei aggressiv und reizbar geworden, mehrere Mitarbeiter hätten deshalb gekündigt.

Die Aussage des Angeklagten, der Inhaber habe ihn mit einer Bierflasche angegriffen und er habe in Notwehr gehandelt, hielt das Gericht nicht für glaubwürdig. Sein Verteidiger plädierte auf eine Geldstrafe für Sachbeschädigung, da es für das eigentliche Tatgeschehen keine Zeugen gebe. Das Gericht sah dagegen auch den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung als bestätigt an und ging mit seinem Urteil noch deutlich über den Strafantrag der Staatsanwältin hinaus, die ein Jahr zu Bewährung gefordert hatte. Nach Überzeugung des Gerichts war der 22-Jährige an diesem Tag „völlig außer Sinnen“. Wer so handle, „der nimmt es billigend in Kauf, dass das Leben gefährdet wird“, so die Richterin.

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Von Florian Heintz

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