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Stadt Wolfsburg Auch Wolfsburger Mediziner protestieren für Entlastung
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Auch Wolfsburger Mediziner protestieren für Entlastung
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00:19 13.04.2019
Warnstreik: Auch in Wolfsburg protestierten am Mittwoch die Klinik-Ärzte für bessere Arbeitsbedingungen. Quelle: Boris Baschin
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Wolfsburg

„Achtung! Müder Arzt“ oder „Come in and burn out“: Schon an den Plakaten vor dem Wolfsburger Klinikum war am Mittwoch schnell zu erkennen, worum es den rund 50 streikenden Ärzten ging: „Wir wollen die Belastung reduzieren und die Arbeit, die von uns Ärzten ’on top’ geleistet wird, verteuern“, so Oberarzt Detlev Schmitz im Rahmen des Warnstreiks, der am Mittwoch bundesweit in den kommunalen Krankenhäusern von der Gewerkschaft Marburger Bund organisiert wurde. Hintergrund sind die stockenden Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA).

Streitthema Wochenende

So fordern die Ärzte die Begrenzung von Bereitschaftsdiensten, zwei freie Wochenenden pro Monat sollen garantiert sein. „Ich kenne Kollegen, die haben teilweise an drei Wochenenden hintereinander Dienst“, sagt Schmitz. „Das geht richtig in die Knochen.“ Es geht aber auch um die Frage, wie Wochenenden überhaupt definiert sind. Die Ärzte meinen von Freitag, 18 Uhr, bis Montag, 7 Uhr. Die VKA sagt: Samstag, 10 Uhr, bis Sonntag, 0 Uhr. Nachtschichten unmittelbar davor und danach sind also möglich. „Das kann nicht sein“, sagt Schmitz.

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Bundesweit protestierte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund für bessere Arbeitsbedingungen und einen Lohnanstieg. Auch in Wolfsburg machten die Mediziner mit.

Entlohnung und Freizeitausgleich

Zudem müssten Sonderdienste besser entlohnt werden. „Es fühlt sich unfair an, wenn mir nach einem 24-Stunden-Dienst der darauffolgende freie Tag wieder abgezogen wird“, berichtet Facharzt Lukasz Wojewski.

Den Ärzten es auch um einen besseren Freizeitausgleich. „Viele Kollegen haben drei- oder sogar vierstellige Plusstunden“, so Schmitz. „Die lassen sich nicht mal eben abbummeln.“ Schuld sei der Personalmangel. „Die Stellenpläne sind auf Kante genäht – wenn sie gut sind.“

Forderung nach fairer Arbeitszeiterfassung

Ein weiteres Thema: die Arbeitszeiterfassung. Die erfolgt in Wolfsburg noch händisch per Zettel, wie Schmitz erklärt. „Gerade neue und junge Kollegen haben aber Angst, ihre Überstunden auch anzugeben“, berichtet Wojewski. Eine faire, nicht manipulierbare Arbeitszeiterfassung könne die Belastungssituation der Ärzte zumindest objektiv sichtbar machen.

Von Steffen Schmidt