Ärgerlich: Diebe klauen immer wieder hochwertige Autofelgen
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Stadt Wolfsburg Felgen-Diebstähle in Wolfsburg nehmen zu: Helfen spezielle Schlösser?
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Felgen-Diebstähle in Wolfsburg nehmen zu: Helfen spezielle Schlösser?
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19:51 19.11.2019
Beliebt: Diebe haben es auf hochwertige Serien-Felgen von Volkswagen abgesehen.
Beliebt: Diebe haben es auf hochwertige Serien-Felgen von Volkswagen abgesehen. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Coole Felgen werden immer beliebter. Nicht nur in der Tuning-Szene, sondern auch bei Serienfahrzeugen. Und bei Dieben: Die stehlen seit rund einem Jahr verstärkt Autoreifen samt Felgen im Wolfsburger Stadtgebiet, um sie anschließend auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.

„Dass Autoreifen gestohlen werden ist ein Phänomen, das immer wieder auftaucht“, sagt Wolfsburgs Polizeisprecher Sven-Marco Claus. Bei Dieben besonders beliebt seien hochwertige Originalfelgen von Tiguan undGolf GTI, hier vor allem die TCR-Version. Aber auch bei anderen Fahrzeugen würden vereinzelt Räder gestohlen – etwa beim Touareg.

Neu- und hochwertige Alufelgen im Visier

„Dabei geht es immer um neuwertige und hochwertige Alu-Felgen“, erklärt Claus. Allein in diesem Jahr seien der Polizei in der VW-Stadt „mehrere dutzend“ Felgendiebstähle gemeldet worden. Oft würden die Täter bei ihren Beutezügen zwei- oder dreimal zuschlagen. Das Muster sei dabei meistens gleich: „Ein größeres Fahrzeug – Variant oder Bus – fahren vor, mehrere Täter bocken das Auto auf Holzklötzen oder Steinen auf, montieren die Räder ab und fahren wieder weg.“ In der Regel gehe so etwas sehr schnell.

So sieht es dann aus, wenn die Felgendiebe zugeschlagen haben. Quelle: Polizei

Daran würden auch die sogenannten Felgenschlösser nicht viel ändern: „Felgenschlösser sind speziell geformte Radmuttern, die man nur mit Spezialwerkzeugen abschrauben kann“, erklärt Sven-Marco Claus. „Viele Täter haben diese Werkzeuge.“ Trotzdem gebe es eine gewisse Hoffnung: „Zeugen sollen sich den Tätern gegenüber nicht bemerkbar machen, sondern sofort die 110 anrufen und am Telefon bleiben“, sagt Claus. Nur so habe die Polizei eine Chance, Täter zu schnappen – „indem wir schnell vor Ort sind.“

Täter suchen schnell das Weite

Denn: Würden die Täter von Zeugen angesprochen, würden sie schnell das Weite suchen. So etwa jüngst am Hageberg geschehen: Dort kam eine Zeugin nach Hause und sah, dass an einem Tiguan die Radmuttern schon gelöst waren. „Die Täter fühlten sich ungestört und sind geflohen.“

Sind sie ungestört, richten sie oft einen großen Schaden an: „Felgen in Sondergrößen kosten 500 bis 700 pro Stück“, sagt Sven-Marco Claus. „Insgesamt entsteht am Auto schnell ein Schaden von 3000 Euro.“ Zahlen, die eine Mitarbeiterin – sie möchte namentlich nicht genannt werden – von Auto Plus in Wolfsburg bestätigt: „Für vier Zubehör-Felgen in 18 oder 19 Zoll zahle ich schnell 1400 bis 2000 Euro.“ Vor allem, wenn es sich um beliebte Felgenmarken wie BBS oder Borbet handelt.

Felgenschlösser zögern Tat hinaus

Im Gegensatz zur Polizei lobt sie aber Felgenschlösser: „Selbst wenn die Täter Spezialwerkzeuge haben, dauert es länger, diese Felgen abzumontieren“, erklärt sie. Je länger das dauere, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Täter ihren Versuch abbrechen. Außerdem: „Die Gefahr, die Felgen dabei zu beschädigen, ist hoch. Und beschädigte Felgen sind für Diebe oft wertlos.“

Aber in einem Punkt sind sich Polizei und Auto Plus einig: 100-prozentigen Diebstahlschutz gibt es nicht.

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Von Carsten Bischof

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