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Stadt Wolfsburg 40 Jahre und kein bisschen leise
Wolfsburg Stadt Wolfsburg 40 Jahre und kein bisschen leise
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10:01 18.05.2018
Schön bunt: Viele Graffiti und etwas in die Jahre gekommen – so kennt man das Jugendhaus Ost im Walter-Flex-Weg. Quelle: Britta Schulze
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Steimker Berg

Bei der Festveranstaltung wird ab 16.30 Uhr auch ganz viel Musik geboten, Höhepunkte sind sicherlich die Auftritte der Flensburger Punkband „Turbostaat“ (ab 21.15 Uhr) und „Halle 54“ (ab 20.15 Uhr). Die Band „Halle 54“ ist eng verbunden mit dem Jugendhaus Ost, dort traten die Wolfsburger Punker oft auf. „Turbostaat“ gab im vergangenen Jahr im Ost ein Konzert, „der Band gefiel es so gut, dass sie zu unserem Jubiläum wiederkommt“, erklärt Marcus Jasak vom Aktionsrat. Außerdem sind mit dabei: „Modell Bianka“ (deutscher Indie-Rock), „Bathsheba“ (Doom Metal), „Wolkenkratzer“ (Emo Rock), „Lemur“ (Rap). Außerdem sind einige DJs und DJanes am Start: Jinxxa, Kreutzberg, Konfusia, Vanill, Indie.Disco.gehn. Das Bundesprojekt „Demokratie leben“ unterstützt die Feier zum 40-Jährigen.

Jubiläum mit viel Musik: Das Jugendhaus Ost wird 40 und freut sich auf viele Besucher. Quelle: Britta Schulze

Die Gründung des Jugendzentrums fiel in eine bewegte Zeit: Punks mischten die Musikszene auf, junge Leute rebellierten gegen verstaubte Ansichten und Institutionen. Acht bis zehn Wolfsburger machten sich in dieser Zeit auf den Weg, einen Treffpunkt für Jugendliche und Subkultur zu gründen – einen selbstverwalteten. Man wollte sich nicht hineinreden lassen. Diese Selbstständigkeit hat sich das Jugendhaus Ost bis heute erhalten. Und bis heute ist es in der alten Baracke am Bullenberg, in dem mal Finanzamt, Stadtplanungsamt und Bücherei-Außenstelle untergebracht waren.

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Im Aktionsrat werden die Dinge geklärt, die das Jugendhaus betreffen

Seit dem Anfang gibt es einen Aktionsrat, in dem Vertreter der Gruppen sitzen, die im Jugendtreff ein Zuhause haben. Er kommt regelmäßig zusammen, um alle Dinge zu klären, die das Jugendhaus betreffen. „Zuerst war das Ost ein Treffpunkt zum Reden“, erklärt Corinna Jüptner, die aktuell im Aktionsrat sitzt. Auch Kindersozialarbeit gehörte anfangs zum Angebot, doch das ist vorbei. Schnell kam die Musik hinzu – und schnell kamen die Besucher. Konzerte werden immer noch veranstaltet. Zurzeit gibt es außerdem eine Siebdruck-Gruppe, eine politische sowie eine feministische Gruppe, ein Café mit Kickertisch, Theke und gemütlicher Sofaecke sowie Probenräume und Tonstudio, die verschiedene Bands und HipHopper nutzen.

Komplex soll 2019 saniert werden

Im Laufe der vier Jahrzehnte stellte die Politik das Jugendhaus Ost immer wieder in Frage. Als das Kulturzentrum Hallenbad gegründet werden sollte, stand es 2006 sogar vor dem Aus. Mittlerweile ist das Geschichte, 2019 soll der Komplex mit den vielen Graffiti sogar saniert werden. „Der Geist bleibt aber erhalten“, versichern die Aktionsratsmitglieder Felix Wendt und Marcus Jasak.

Von Sylvia Telge

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