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Stadt Wolfsburg 20 Jahre nach den Terror-Anschlägen von New York: Wie haben Sie 9/11 erlebt?
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20 Jahre nach 9/11: Wie haben Leser den Terror in New York erlebt

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17:48 06.09.2021
New York am 11. September 2001: Rauchschwaden ziehen über die Skyline von New York City, nachdem zwei entführte Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers gestürzt sind.
New York am 11. September 2001: Rauchschwaden ziehen über die Skyline von New York City, nachdem zwei entführte Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers gestürzt sind. Quelle: Patrick Sison/ dpa
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Wolfsburg

Es ist ein Datum, das vermutlich niemand je vergessen wird: Am 11. September 2001 rasten zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Center in New York, eine weitere Passagiermaschine stürzte auf das Pentagon, ein weiteres entführtes Flugzeug stürzte nahe Pittsburgh ab. Es war der größte, konzentrierte Terror-Anschlag der Welt.

Die Welt war geschockt, auf jedem Fernseher waren die schrecklichen Bilder zu sehen – auch in Wolfsburg stand das öffentliche Leben für die nächsten Tage still. Die WAZ erinnert an die Tage der Trauer in der VW-Stadt und die Redakteure berichten, wie sie den Tag vor 20 Jahren erlebt haben.

Terroranschlag auf das World Trade Center in New York

Kurz vor neun Uhr in New York: Binnen 18 Minuten schlugen nacheinander zwei Flugzeuge ins World Trade Center ein. Die beiden 110 Stockwerke hohen Zwillingstürmen gingen in Rauch und Flammen auf und stürzten schließlich in sich zusammen. Manhattan verschwand unter Schutt, Asche und Rauch. 2753 Menschen starben bei dem Terroranschlag.

Bild aus dem Archiv vom 11.09.2001: Ein Hubschrauber fliegt über das Pentagon, während Rauchschwaden über dem Gebäude aufsteigen, nachdem ein entführtes Flugzeug in die Westseite des Gebäudes gestürzt war. Quelle: Heesson Yim/dpa

In Washington zerstörte ein weiteres abstürzendes Flugzeug einen Teil des Verteidigungsministeriums, des so genannten Pentagons. Im Westen des US-Bundesstaates Pennsylvania, nahe Pittsburgh, stürzte eine weitere Passagiermaschine ab. Offenbar sollte mit der entführten Maschine auch ein Terroranschlag verübt werden.

Am 11. September 2001 stand die Zeit still

In Deutschland war es Nachmittag. Die Menschen verfolgten am TV und Radio die Ereignisse.

11.09.2001: Rauchschwaden ziehen über die Skyline von New York City, nachdem zwei entführte Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers gestürzt sind. Quelle: Patrick Sison

Das Wolfsburger Rathaus wurde mit Trauerflor beflaggt, verschiedene Veranstaltungen wurden abgesagt. Der damalige Oberbürgermeister Rolf Schnellecke zeigte sich erschüttert. „Das ist ein Anschlag auf den Weltfrieden“, sagte er damals zur WAZ.

Zudem wurde das Kondolenzbuch in der Bürgerhalle des Rathauses ausgelegt. Hier ein Auszug des Appells im Wortlaut: „Ganz Wolfsburg ist erschüttert und berührt von diesen schrecklichen Bilder, die uns alle zu Herzen gehen und innerlich aufwühlen. Dennoch und gerade deshalb werden die Feinde der Demokratie es niemals schaffen, unsere Grundwerte, die in der Demokratie, im Rechtsstaat und in den Grund- und Menschenrechten ihren Ausdruck finden, zu vernichten.“

So erlebten die WAZ Redakteure den Tag

Einige von den heutigen WAZ-Redakteuren waren damals noch Kinder, doch an den Tag können sie sich noch genau erinnern. Steffen Schmidt, heute WAZ-Redakteur, war damals 15 Jahre alt. Am 11. September 2001 war er mit Freunden im Dorf unterwegs. Zu der Zeit konnte man mit den Handys noch nicht ins Internet. Die Mutter eines Freundes rief sie an und erzählte von den brennenden Türmen, und das ein Flugzeug hineingeflogen sei.

Er erzählt: „Wir alle konnten uns gar nicht vorstellen, was das bedeutet und rannten schnell nach Hause. Dort sah ich die Bilder in den Nachrichten und war entsetzt, das Ganze war für meine Generation so fernab jeglicher Realität. Es war wahrscheinlich das erste Mal, dass ich in meinem Leben gebannt mehrere Stunden am Stück die Nachrichten verfolgte. Und ich weiß noch, dass sich zu der Trauer und dem Entsetzen in den Tagen nach 9/11 auch ein undefinierbares Gefühl der Angst, der Bedrohung gesellte.“

Ein Segelschiff fährt im Jahr 1995 auf dem Hudson River vor der Skyline Manhattans mit den beiden Türmen des World Trade Centers (linkes Bild). Das rechte Bild ist von 2018: Blick auf das neue Three World Trade Center (2.v.r) zwischen dem One World Trade Center (l.) und dem Four World Trade Center. Quelle: dpa/ MARK LENNIHAN

WAZ-Redakteurin Melanie Köster war damals erst sieben Jahre alt und mit ihrer Mutter im Supermarkt, als sich so langsam herumsprach, dass etwas passiert war. „Bei meinen Eltern lief abends im Wohnzimmer der Fernseher, alle Kanäle zeigten die selben Bilder. Das hat mich sehr schockiert“, sagt die 27-Jährige.

WAZ-Reporterin Ann Kathrin Wucherpfennig (30) war am Nachmittag bei einer Freundin, deren Mutter informierte sie über die schrecklichen Ereignisse. „Meine Freundin und ich waren sprachlos. Besonders schlimm war es für meine Mutter, sie war als junge Frau in New York“, so Wucherpfennig. Die WAZ-Redakteurin war 2015 im „Big Apple“ und besuchte die Gedenkstätte am One World Trade Center. „In dem Moment kamen die Bilder wieder hoch und alle Menschen um einen herum waren von einer Trauer ergriffen“, erzählt sie.

Am 11. September 2021 jährt sich der Terroranschlag in den USA zum 20. Mal. Das Foto ist im Juni 2015 an der Gedenkstätte in New York gemacht worden. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig

Am 11. September 2021 jähren sich die Anschläge in den USA zum 20. Mal. Uns interessiert, wie die WAZ-Leser den Tag erlebt haben – und wie der Tag sie geprägt hat. Schreiben Sie uns eine Mail an redaktion@waz-online.de oder kommentieren Sie diesen Beitrag auf unserer Facebook-Seite.

Von der Redaktion