Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Fallersleben Dieser Wanderer läuft mit seiner Waschmaschine durch Deutschland
Wolfsburg Fallersleben Dieser Wanderer läuft mit seiner Waschmaschine durch Deutschland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 03.06.2019
Unzertrennlich: Ludger Bücker und seine Waschmaschine "Mikaela" wanderten gemeinsam schon rund 4000 Kilometer. Quelle: Steffen Schmidt
Hattorf

Es gibt Menschen, die lassen beim Umzug freiwillig ihre Waschmaschine zurück. Mit diesem schweren Gerät auf Wanderschaft zugehen, dass dürfte wohl so gut wie niemandem freiwillig einfallen – bis auf Ludger Bücker. Der 53 Jahre alte Krankenpfleger aus Herzfeld im Kreis Soost tut genau das. Mit einer 90 Kilo schweren Waschmaschine und einer verstärkten Sackkarre Marke Eigenbau ist er nun schon zum vierten Mal zu Fuß quer durch Deutschland unterwegs. Seine „Mikaela“, so der Name der Waschmaschine, ist dabei immer an seiner Seite und dürfte mit nun knapp 4000 zurückgelegten Kilometern die weit gereisteste Waschmaschine der Welt sein. In der Nacht auf Mittwoch übernachtete Bücker im Landhaus Dieterichs in Hattorf und zog anschließend weiter in Richtung seines nächsten Stopps: Groß Schwülper. Die WAZ traf ihn unterwegs in Abbesbüttel.

30 Kilometer am Tag

Etwa 30 Kilometer legt Bücker am Tag zurück. Seine vier- bis sechswöchige Tour führte ihn diesmal von Dresden über Frankfurt/Oder, Berlin, Potsdam, Magdeburg und Helmstedt zu uns in die Region. Von hier geht es nun nördlich von Hannover zurück in seine Heimat im Kreis Soost. Seine vorherigen Touren hatten ihn schon durch Bayern, den Rhein flussabwärts von Konstanz bis zur Lippe-Mündung sowie von Emden immer an der Küste entlang zur polnischen Grenze geführt. Die Strapazen dabei sind denkbar groß. „Im bergigen Bayern habe ich sechs Zehnägel verloren“, erzählt Bücker. Bei dieser Tour ist es bisher nur einer. „Das geht also“, lacht er.

„Wer kennt schon Hattorf oder Schwülper?“

Auf die nach eigener Aussage „sinnlose Aktion“, kam er durch ein Buch. In diesem berichtete ein Ire davon, wie er mit einem Kühlschrank quer über die grüne Insel zog. „Das kann ich auch – bloß mit einer Waschmaschine“, so der 53-Jährige. Spricht man länger mit ihm, merkt man jedoch schnell: Hinter seinen Wanderungen verbirgt sich doch ein Sinn. „Ich habe immer viel Urlaub gemacht, die Welt bereist. Aber Deutschland kannte ich kaum. Wer kennt schon Hattorf oder Schwülper?“, scherzt er. Interesse hat er dabei vor allem an den Menschen und ihren unterschiedlichen Mentalitäten. „Mikaela“ dient ihm dabei als Eisbrecher. „Man redet kurz darüber und kommt dann tiefer ins Gespräch“, berichtet er. Zudem habe es etwas Meditatives. „Man ist allein mit seinen Gedanken. Und durch die Entbehrungen lernt man danach, das Einfache zu genießen.“

Frische Luft, Land und Leute: Der perfekte Urlaub

Das „Waschmaschinen-Wandern“ ist für ihn deshalb der perfekte Urlaub. „Es verbindet alles, was ich an einem Urlaub am schönsten finde. Frische Luft, Bewegung, kulinarische Abwechslung und man lernt Menschen kennen.“ Denn immer wieder halten Menschen bei ihm an oder begleiten ihn ein Stück. „Oft werde ich gefragt, ob ich Zuhause rausgeworfen wurde“, lacht Bücker.

Ganz besondere Begegnungen

Einmal verfolgte ihn ein ältere Dame und meckerte auf ihn ein, weil sie dachte, er wolle die Waschmaschine in der Natur entsorgen. Auf einem Weinberg bei Mainz traf er auf zwei Extrem-Radler, die gerade von Peking nach Deutschland gefahren waren und einen der aus Santiago de Compostela nach Deutschland geradelt war. „Da standen wir, drei Verrückte“, erinnert er sich und lacht: „Es gibt mehr von uns, als man glaubt.“ Dann ist da ein Manager, der ihn ein ganzes Stück begleitete und ihm von seinem Burn-Out erzählte. „Er brauchte einfach jemanden zu reden. Noch heute ruft er ab und zu an“, so Bücker.

Mallorca und Irland als nächste Ziele

Man merkt im Gespräch mit ihm: Es sind auch und vielleicht vor allem diese Begegnungen, die ihn zu seinen Touren anspornen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass er schon Pläne für die nächste Wanderungen macht. „Deutschland habe ich jetzt komplett bereist.“ Jetzt sollen Irland und Mallorca folgen. „Damit ich auch das letzte Bundesland kennenlerne“, lacht Bücker und zieht mit seiner „Mikaela“ weiter über die Kanalbrücke Richtung Schwülper.

Von Steffen Schmidt

Ab 2020 soll das Parken in der Fallersleber Altstadt montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr nicht mehr kostenfrei sein. Keine einzige Minute. Die Geschäftsleute aber fordern eine Gratis-Option für Kurzzeitkunden.

02.06.2019

Reger Betrieb herrschte in der alten Sporthalle am Ehmer Wasserturm: Zum Saisonausklang und anlässlich des 30-jährigen Bestehens hatte die Tischtennissparte des TSV Ehmen die Mitglieder aller Altersgruppen zu Sport, Spaß und Beisammensein eingeladen.

28.05.2019

Am Wochenende beginnt in Heiligendorf der offizielle Vorverkauf für die Karten zur langen Ballnacht in der Mehrzweckhalle. Organisiert wird das Event nach dem Erfolg von vor zwei Jahren erneut von der freiwilligen Feuerwehr.

28.05.2019