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Fallersleben Wolfsburger setzt sich für die gelbe Tonne ein – Müllentsorger sind skeptisch
Wolfsburg Fallersleben Wolfsburger setzt sich für die gelbe Tonne ein – Müllentsorger sind skeptisch
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15:45 20.12.2019
In Wolfsburg werden gelbe Wertstoffsäcke entsorgt. Doch einige finden eine gelbe Tonne die bessere Alternative. Quelle: Thomas Freiberg
Mörse

Frank Kratz ist stinksauer: Pflichtbewusst stellt er regelmäßig vor der Fahrt zur Arbeit die gelben Säcke vor die Haustür – trotzdem hacken immer wieder Krähen die dünnwändigen Säcke auf und verteilen den Hausmüll im Kerksiek. Dabei liegt für den 56-jährigen Familienvater aus dem Kerksiek (Mörse) die Lösung auf der Hand: „Gelbe Tonne statt gelber Sack.“ Doch ganz so einfach ist die Lösung dann doch nicht.

Problem in ganz Wolfsburg

„Dieses Problem der gelben Säcke gibt es in der ganzen Stadt“, sagt Herbert Engel, Chef der Wolfsburger Abfallbeseitigung und Straßenreinigung. Aber, so der WAS-Chef: „Es liegt nicht nur an den gelben Säcken.“ Denn: In den gelben Sack gehören rechtlich gesehen nur Verkaufsverpackungen, nicht der Verpackungsinhalt. Im Amtsdeutsch: Leichtverpackungen.

Sauer: Frank Kratz hat genug von den gelben Säcken und fordert die gelbe Tonne. Quelle: Gero Gerewitz

Nur Verpackungen in den gelben Sack

Um es konkret zu machen: In den gelben Sack gehören beispielsweise Getränkekartons und Styroporverpackungen, aber keine Einwegrasierer (deren Verpackung aber sehr wohl) und Styroporreste (Dämmmaterial). In den gelben Sack kommen Tierfutter- und Konservendosen, aber nicht deren übrig gebliebener Inhalt. In den gelben Sack gehören CD-Hüllen (Kunststoff), aber keine CDs oder Disketten.

Zu voll und zu schwer

Das Problem in der Praxis: Leute werfen nicht nur leichte, sondern auch schwere Abfälle in den gelben Sack und stopfen ihn oft viel zu voll. Vögel hätten dann leichtes Spiel ihn aufzupicken. Und: „Die Leute legen die Säcke ungesichert an die Straße“, so Engel. Besser sei es, sie per Pflock oder Nagel gegen Wind zu sichern.

Säcke nicht nachts draußen lassen

Susanne Jagenburg, Sprecherin des Entsorgers ALBA Group, sieht’s ähnlich: „Wir raten, Säcke nicht zu überladen, sondern am besten locker zu befüllen. Außerdem sollten die Verpackungen nicht fest ineinander gestopft werden, das hilft auch für die spätere automatische Sortierung und das Recycling.“ Und: Die gelben Säcke nicht abends rausstellen, sondern erst am Abholtag – „damit sie nicht über Nacht draußen liegen und so verweht werden oder Tiere anlocken.“

Tonne ist teurer

Aber was ist mit der gelben Tonne als Alternative? Die gebe es in Wolfsburg erst ab 20 Wohneinheiten. Denn: „Die gelbe Tonne ist schwerer und teurer“, sagt Herbert Engel. Sie erfordere einen höheren Aufwand und damit mehr Personal. Und: „Nicht jeder Hauseigentümer hat Platz für eine zusätzliche gelbe Tonne.“ Auch Susanne Jagenburg sagt: „Ein Parallelsystem (Tonne als Zusatzoption) bieten wir nicht an, da dies unter anderem zu erhöhtem Logistikaufwand (Kompatibilität der Abfuhrsysteme) und damit auch zu höheren Kosten führen würde.“

Mehr Mist in der gelben Tonne

Was beide nicht sagen, Erfahrungen aus anderen Regionen aber zeigen: In einer gelben Tonne landet deutlich mehr Müll, der dort nicht hineingehört, als im gelben Sack. Was Entsorgung und Recycling wiederum komplizierter und teurer macht.

Politiker entscheiden im Rat

Trotzdem gibt es Hoffnung für die Bürger: Für 2023 bis 2025 muss die Entsorgung des Verpackungsmülls neu ausgeschrieben werden. „Wir werden denPolitikern Vor- und Nachteile von gelbem Sack und gelber Tonne aufzeigen“, verspricht Herbert Engel. „Die Entscheidung trifft die Politik, nicht wir.“ Was Engel nicht sagt: Jeder Bürger hat die Möglichkeit, seine Kommunalpolitiker von der gelben Tonne zu überzeugen – oder vom gelben Sack. Damit sie bei der Abstimmung im Rat die Hand im richtigen Moment heben.

Von Carsten Bischof

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