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Fallersleben Vorbildlich: So integriert die Firma Ruess Flüchtlinge
Wolfsburg Fallersleben Vorbildlich: So integriert die Firma Ruess Flüchtlinge
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06:00 15.05.2019
Mittel gegen Personalmangel: Die Wolfsburger Firma Ruess setzt auf die Integration von jungen Geflüchteten. Quelle: Roland Hermstein
Hattorf

Vor gut einem Jahr beschritt die Firma Ruess, ein mittelständischer Betrieb im Heinenkamp mit rund 230 Angestellten, mithilfe der Caritas und der Flüchtlingshilfe einen neuen Weg zur Integration von Geflüchteten. Sie bieten eigene Sprachkurse an und beschäftigen mittlerweile fest zwölf Geflüchtete – eine vorbildliche Leistung.

Der Impuls für die Kooperation ging dabei von einem jungen Geflüchteten aus: Ein 20-Jähriger aus dem Sudan suchte Arbeit und wandte sich mit einer Stellenannonce von Ruess in der Hand an die Caritas und bat um Unterstützung beim Vorstellungsgespräch. „Ausgestattet mit einem Lebenslauf und einer großen Portion Optimismus ging Mohammed El Tahir in das Vorstellungsgespräch. Nach dem Gespräch bot Daniel Simon, Geschäftsfeldleiter der Firma Ruess, ihm direkt eine dreitägige Probearbeit an“, erzählt Anja Ludwig, die die Geflüchteten ehrenamtlich von Seiten der Caritas unterstützt.

„Uns kam die Idee wie gerufen“

Bei der Firma Ruess rannte der junge Mann offene Türen ein. „Uns kam die Idee wie gerufen“, erklärt Geschäftsinhaber Henrik Ruess. „Der Personalmangel in Wolfsburg dürfte hinlänglich bekannt sein. Mangels Arbeitskräften hatten wir sogar schon mit ausländischen Zeitarbeitsfirmen zusammengearbeitet. Zuerst kamen die Arbeiter aus Polen, dann aus Rumänien, der Kreis wurde immer größer. Aber alle wollten immer zurück in ihre Heimat. Aber wir wollen hier Menschen fest einstellen.“

Flüchtlingshelfer Günter Schütte erklärt ein verbreitetes Problem: „Die deutschen Schüler wissen meist noch nicht so genau, was sie beruflich machen wollen. Aber was sie nicht arbeiten wollen, das wissen sie meist sehr genau.“ Der pensionierte Lehrer ist inzwischen ehrenamtlich für den Verein Flüchtlingshilfe tätig und unterstützt in dieser Funktion das Engagement der Firma Ruess.

WAZ-Info: Die Firma Ruess

Die Firma Ruess, ein mittelständischer Betrieb im Heinenkamp, beschäftigt derzeit rund 230 Mitarbeiter in den Bereichen Reinigung und Vermietung von Wäsche („für Tisch, Bett und Bad“ in Hotels und Restaurants) und Berufsbekleidung (Arbeitskleidung für Industrie und Handwerk, Arbeitskittel für das Gesundheitswesen, auch Anzüge für den Handel). Als Ausbildungsberuf gibt es zurzeit nur den oder die „Textilreiniger/in“, viele angelernte Kräfte arbeiten hier. Die Frauenquote im Betrieb liegt bei gut 80 Prozent, von den 230 Angestellten arbeiten nur circa 30 Personen in Teilzeit. Bei der Firma Ruess gibt ein Zweischichtsystem.

Aus der Probearbeit von Mohammed El Tahir entstand eine Festanstellung. Und weil das so gut geklappt hatte, kam Anja Ludwig bald darauf mit einem zweiten Arbeitswilligen. Nach gut einem Jahr hat die Firma Ruess inzwischen zwölf Geflüchtete unter Vertrag genommen. Und damit hervorragende Erfahrungen gemacht, wie Malaika Lehner, Personalreferentin bei der Firma Ruess, erzählt: „Das sind allesamt zuverlässige Mitarbeiter hier, deren Einsatzbereitschaft unwahrscheinlich hoch ist. Um sie bei der Integration zu unterstützen, haben wir inzwischen einen Sprachlehrer eingestellt, der einen Grund- und einen Fortgeschrittenen-Kurs anbietet.“

Und wie empfinden die Angestellten selbst das Arbeitsverhältnis? Yussuf Mahamad (31) aus Somalia antwortet in fließendem Deutsch: „Ich bin froh, hier zu arbeiten. Nette Kollegen! Gute Arbeit.“

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