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Fallersleben So haben WAZ-Leser den Neindorfer Blitzopfern geholfen
Wolfsburg Fallersleben So haben WAZ-Leser den Neindorfer Blitzopfern geholfen
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20:49 06.09.2019
„Ich zahle für ein Jahr die halbe Miete – wenn der VfL die andere Hälfte zahlt“: Ein WAZ-Leser vermachte Laura seine Trikots – und seine eigene Dauerkarte für die Nordkurve. Quelle: Boris Baschin
Neindorf

Laura Marwedel ist überwältigt. Kaum hatte die WAZ über ihre Notlage nach einem Blitzeinschlag in ihr Wohnhaus berichtet, ist eine Woge der Hilfsbereitschaft nach Neindorf gerollt und über ihrem Kopf förmlich zusammengeschlagen. Für viele der Gegenstände, die sie im Juni durch Blitzeinschlag und Feuer verloren hatte, ist inzwischen Ersatz gefunden. Und einer der WAZ-Leser zeigte sich besonders selbstlos.

Ein richtiger Festtag für die 18-Jährige

„Ich hatte mit zwei, vielleicht drei Antworten gerechnet“, schüttelt die 18-Jährige ungläubig den Kopf. Im Juni hatte ein Blitz in das Haus im Hasenwinkel eingeschlagen und über die Elektro-Leitungen zwei Feuer entfacht. Flammen, Rauch und Löscharbeiten hatten den Großteil der Einrichtung zerstört.

Doch der Tag, an dem der Artikel über ihre Familie in der WAZ erschien, wurde für Laura Marwedel überraschend ein richtiger Festtag: Ein Bekannter aus dem Frauenfußball-Fanclub, in dem die 18-Jährige Mitglied ist, lud sie zum Frühstück ein – und stand ihr den Rest des Tages als Chauffeur zur Seite, denn es gab viel zu tun. Seit dem frühen Morgen hatten sich unzählige Wolfsburger gemeldet und Möbel, Geräte und Fahrdienste angeboten.

Zuerst ging es zu Claudia Schablitzky-Kaiser nach Fallersleben, die den Hausstand ihrer Mutter auflöst und der jungen Neindorferin freistellte, sich an allem zu bedienen. Damit erwies die Fallersleberin sogar der Verstorbenen eine Ehre: „Meine Mutter war eine sehr hilfsbereite Frau, das würde ihr sehr entgegenkommen.“

Kaffeemaschine und Bettwäsche aus Vorsfelde

Heinz Hölscher aus Vorsfelde bot außerdem eine Kaffeemaschine, Bettwäsche, Gläser und Messer an. „Für uns ist das eine kleine Selbstverständlichkeit“, erklärte der Vorsfelder. „Als es uns mal nicht gut ging, haben wir uns auch gefreut, dass es Leute gab, die uns geholfen haben.“

„Lichtblick“-Gründer beteiligt sich auch

Wie wichtig helfen ist, weiß auch Rolf Linnemann. Er hat vor über 20 Jahren das Sozialkaufhaus „Lichtblick“ gegründet und so einige Menschen kennengelernt, die vor dem Nichts standen. „Von Gabeln über Eierbecher und Bratpfannen bis hin zu Matratzen wird da alles benötigt“, berichtet er. Geschäftsführer des Sozialkaufhauses ist er zwar inzwischen nicht mehr, doch Lauras Fall hat ihn bewegt, sich privat einzubringen. Da seine Familie gerade ein großes Gehöft samt Haushalt auflöst, könne er Stühle, Wohnmöbel und Schränke entbehren, so Linnemann.

Große Freude: Lambert Dohmen aus Reislingen (re.) brachte seinen 43-Zoll-Fernseher vorbei. Quelle: Boris Baschin

Lambert Dohmen aus Reislingen kam sogar selbst vorbei – um Laura und ihrer Familie einen 43-Zoll-Flachbildfernseher vorbeizubringen. „Das passte sich ganz gut“, scherzte er vor Ort. „Meine Frau wollte eh einen größeren, aber das olle Ding wollte einfach nicht kaputtgehen.“

Spender: „Ich zahle die halbe Miete für ein Jahr – wenn der VfL die andere Hälfte zahlt.“

Auch ein WAZ-Leser aus Rhode, der nicht namentlich genannt werden möchte, fuhr selbst nach Neindorf. Er vermachte Laura kurzerhand sein VfL-Trikot und das seines Sohnes und brachte auch sonst einige Herzensgeschenke mit. „Die Familie braucht Hilfe und ich kann helfen. Ich habe ja alles, was ich brauche“, fasste der gebürtige Rumäne seine Gründe knapp zusammen – und ging dann noch einen Schritt weiter: „Ich zahle für ein Jahr die halbe Miete für das Haus, wenn der VfL die andere Hälfte zahlt.“

Eine Fußballdauerkarte als i-Tüpfelchen

Um es nicht bei den Worten zu belassen, zückte er sein Portemonnaie und drückte Laura seine VfL-Dauerkarte für die Nordkurve in die Hand. Da verschlug es Laura, die sonst alles andere als auf den Mund gefallen ist, die Sprache.

Von Frederike Müller

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