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Fallersleben Debatte um Busfahrplan: Aus für unrentable Strecken
Wolfsburg Fallersleben Debatte um Busfahrplan: Aus für unrentable Strecken
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23:34 18.09.2019
Gar nicht zufrieden: Miriam Buchhauser von der Fridays-for-Future-Bewegung ist dafür, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, statt zu reduzieren. Quelle: Burkhard Heuer
Fallersleben

Es herrschte ordentlich Andrang am Mittwoch im großen Saal des Hoffmannhauses: Mit Fallersleben/Sülfeld, Ehmen/Mörse, Kästorf/Warmenau und Hattorf/Heiligendorf waren gleich vier Ortsräte zu einer gemeinsamen Sitzung eingeladen. Hier sollte abgestimmt werden über eine neue Zukunftsstrategie der Wolfsburger Verkehrsbetriebe. Diese wollen nämlich unrentable Strecken stilllegen, Haltestellen abschaffen und somit den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) effizienter und bedarfsgerechter gestalten.

Zu wenig Ortsratsmitglieder für eine Abstimmung

Das Problem am Mittwoch nun: Mit Fallersleben/Sülfeld und Hattorf/Heiligendorf waren nur zwei Ortsräte zahlenmäßig ausreichend und damit abstimmungsberechtigt erschienen. Ob ein fristgerechtes Votum in Ehmen/Mörse sowie Kästorf/Sandkamp überhaupt noch möglich ist, muss im Rathaus noch geprüft werden.

Wenn der Busfahrer allein im Bus sitzt

Zunächst allerdings erläuterten Geschäftsführer Timo Kaupert und Verkehrsplanerin Martina Sobiech von der WVG die konkreten Vorstellungen, wie man den ÖPNV für die Zukunft rüsten will. Beide betonten, dass nach intensiven Untersuchungen lediglich die Strecken und Haltepunkte angegriffen werden, die großen Aufwand und erhebliche Kosten verursachen, aber von der Bevölkerung wenig frequentiert werden. Kaupert berichtete von Strecken, bei denen der Fahrer oder die Fahrerin allein im Bus sitzen.

Volles Haus: Die Fallersleben/Sülfeld, Ehmen/Mörse, Kästorf/Warmenau und Hattorf/Heiligendorf haben gemeinsam über Busfahrpläne diskutiert. Quelle: Burkhard Heuer

Die Experten der WVG sind der Überzeugung, dass durch neue Streckenführungen und weniger Haltepunkte relativ schmerzlos über 500 000 Buskilometer jährlich eingespart werden können. Probleme hat die WVG darüber hinaus mit Personalmangel. „Es wird immer komplizierter“, so sagte Kaupert, „die vorhandenen Aufgaben zu bewältigen.“ Man suche händeringend Verstärkung mit den entsprechenden Lizenzen.

PUG plädiert für Anrufbus und Sammeltaxi

Sprecher der befragten Ortsräte äußerten überwiegend Verständnis. Allerdings müsse intensiv daran gearbeitet werden, der Bevölkerung alternative Transportmöglichkeiten anzubieten. Fraktionsvorsitzender Andreas Klaffehn (PUG) plädierte für ein Konzept mit Anrufbus beziehungsweise Sammel- und Anruftaxis. In den Ferien müsse ferner ein Schülerferienticket zum günstigen Preis angeboten werden.

Für die SPD im Ortsrat Fallersleben-Sülfeld schlug Ralf Krüger eine App vor, mit der man einen Kleinbus rufen kann. Henning Ernst (CDU) fragte nach vermehrtem Einsatz von E-Bussen und erfuhr von Kaupert, dass die Leistungsfähigkeit der batteriebetriebenen Fahrzeuge noch nicht ausreichend sei.

Marco Meiners (FDP) stimmt als einziger gegen die Fahrplankürzungen

Für eine fortschrittliche Weiterentwicklung des ÖPNV sprach sind auch die Fallersleber Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist (PUG) aus, während der Hattorf-Heiligendorfer Ortsbürgermeister Marco Meiners bedauerte, dass doch viele Haltepunkte abgebaut werden und den Einwohnern damit längere Anmarschwege zugemutet würden. In der anschließenden Abstimmung sprach sich Meiners als einziger gegen die WVG-Planungen aus. Die Mehrheit gab der WVG mit auf den Weg, intensiv an einem zukunftsorientierten Konzept zu arbeiten.

Gar nicht zufrieden war damit Miriam Buchhauser, Sprecherin von der Wolfsburger „Friday for Future“ Bewegung. Der ÖPNV müsse ausgebaut und nicht reduziert werden. Es sei falsch, nur auf den Profit zu schauen, sagte sie.

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Von Burkhard Heuer

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