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Fallersleben Loblied auf den Wochenmarkt – und alle stimmen ein
Wolfsburg Fallersleben Loblied auf den Wochenmarkt – und alle stimmen ein
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06:00 18.04.2019
Inspiration: Der Wochenmarkt auf dem Denkmalplatz. Nicht nur der Hobby-Dichter lobt ihn. Quelle: Müller-Kudelka
Fallersleben

Die Natur und der Alltag inspirieren den gebürtigen Fallersleber Manfred Kohn zu seiner Lyrik. Mehr als 380 Gedichte habe er unter seinem Künstlernamen „Anton Nieselfrerz“ schon geschrieben, erzählt er. „Und vielleicht wird ja doch irgendwann mal ein Buch daraus.“ Das neueste Werk erzählt vom Wochenmarkt, der mittwochs und samstags auf dem Denkmalplatz stattfindet.

Familiär mit Flair

Dort ist auch Kohn, alias Nieselfrerz, häufiger zu finden, seit er vor einem Jahr in Rente ging. „Ich lebe allein und so komme ich unter Leute“, sagt er. Ein kleines Loblied ist das neue Gedicht geworden – und sowohl Marktbeschicker wie auch andere Kunden stimmen ein, als die WAZ sich auf dem Denkmalplatz am Mittwoch umhört. „Fallersleben ist etwas Besonderes. Das Publikum ist sehr angenehm, es ist sehr familiär hier und hat Flair“, sagt Händler Carsten Kundt, der seit fünf Jahren unter anderem mit Äpfeln und Erdbeeren von seiner Obstplantage bei Halberstadt anreist. Deshalb steht er selbst auch lieber hier als auf dem Rathausplatz in Wolfsburg, wo es einen zweiten Stand der Kundts gibt.

Das Gedicht von Manfred Kohn, alias Anton Nieselfrerz, nahmen wir zum Anlass für einen Rundgang über den Fallersleber Wochenmarkt. Die Fotos zeigen, wenn wir dort unter anderem getroffen haben.

Schon seit 29 Jahren bedient Landwirt Hubert Volk aus Weyhausen die Fallersleber an seinem Stand, begrüßt viele mit Namen. „Das Miteinander ist hier das Entscheidende“, sagt er – und wartet auch schon mal bis zum nächsten Samstag, wenn jemand am Mittwoch sein Portemonnaie vergessen oder zu wenig Geld eingesteckt hat. Geflügel-Händlerin Janine Sonnenberg vom Nordmeyer-Betrieb aus Garbsen schwärmt euphorisch: „Es ist mein absoluter Lieblingsmarkt. Samstags kommen immer viele junge Familien.“

Künstlerische Freiheit

Die Gedicht-Beschicker Kartoffel-Ede und Fisch-Eva gibt es zwar nicht wirklich, aber dafür mittwochs gleich zwei Fischhändler – einer davon liefert direkt aus Bremerhaven – und auch eine Blumenfrau von der Gärtnerei Dietrichs aus Hattorf. Nicht zu vergessen die Pferdebratwurst vom Lokalmatador Menzel sowie schon seit 2006 Kuchen von Karsten und Kerstin Claus aus Calberlah.

Dichterische Freiheit muss eben sein. Deutschlandlied-Verfasser August Heinrich Hoffmann, dessen lebensgroße Bronze Dank des Blickpunkts am nahen Piepenpahl-Brunnen sitzt, hätte das bestimmt unterschrieben. „Aber ihm kann ich nicht das Wasser reichen, ich bin kein Profi!“, betont Manfred Kohn.

Wochenmarkt

Wenn der Bürger über den Wochenmarkt flaniert, wo der Markt-Beschicker mit seinen Waren gastiert, wird geplaudert munter drauflos, ja, das zu sehen ist schon famos.

Ein buntes Treiben am frühen Morgen vertreibt bei so manch einem Kummer und Sorgen. Es wird sich ausgetauscht bei Kaffee und Wurst, so mancher trinkt zwei, er hat großen Durst. Das Obst und Gemüse strahlen vor Vitamine, was besonders freut uns’ Oma Hermine. Denn heut’ ist wieder Eintopftag, den Hermine doch sooo gerne mag.

Die Blumenfrau mit ihrem tollen Lächeln braucht nicht extra mit den Blumen fächeln, der Kunde sieht die bunte Pracht, schon so mancher Mann hat ’ne Blume mit nach Haus gebracht. Kartoffel-Ede immer locker mit ’nem Spruch, drum die Leute kaufen mehr als genug. Fisch-Eva wie immer aalglatt im Gesicht, kein Wunder bei diesem gesunden Gericht. Auszug aus dem Gedicht von Anton Nieselfrerz

Von Andrea Müller-Kudelka

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