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Fallersleben Kurt Schuster: „Ich hatte Angst um eine Nachfolge“
Wolfsburg Fallersleben Kurt Schuster: „Ich hatte Angst um eine Nachfolge“
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14:00 09.11.2019
„Wie die Jungfrau zum Kind“: Dr. Kurt Schuster ist unversehens Präsident geworden. Quelle: Roland Hermstein
Fallersleben

Dr. Kurt Schuster blickt sich in den Räumen des Archivs um. 28 Jahre lang hat er dort Briefe, Rechnungen und Schriften archiviert und mit Signaturen versehen. Dafür schlägt sein Herz. Nun verabschiedet sich der studierte Historiker aus dem Vorstand der Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft. „Ich hatte die Befürchtung, dass ich selbst nicht mehr merke, wann Schluss ist“, sagt der Präsident. Irgendwann muss eben auch mal Ende sein“, so der gebürtige Berliner. Bevor er sich aus dem Amt verabschiedet, war ihm vor allem eins wichtig: die Nachfolge sollte geregelt sein. „Davor hatte ich Angst. Ich wollte sicher sein, dass an der Archivierung weiter gearbeitet wird“, sagt der 80-Jährige. Aus der Hoffmann-Gesellschaft wird er sich jedoch nicht gänzlich zurückziehen.

Der Präsident will sich um seine Familie kümmern

Jeden Montag möchte er weiterhin im Archiv der Hoffmann-Gesellschaft tätig sein. Und auch an den anderen Wochentagen ist der 80-Jährige aktiv. „Ich segel, kümmere mich um die Gartenarbeit, lese und gehe gerne laufen“, so Schuster. Zwei Mal pro Woche nimmt er sich vor rund fünf Kilometer zu joggen. Und er möchte mehr Zeit mit seinen sieben Enkelkindern verbringen. „Es gibt genug zu tun“, so der Archivar.

„Ich dachte, dass ist die Chance meines Lebens“: Der Präsident zu seiner ersten Berührung mit dem Nachlass des Dichters Hoffmann von Fallersleben. Quelle: Roland Hermstein

Zu seinem Amt als Präsident im Jahr 1991 sei er „wie die Jungfrau zum Kind gekommen“, berichtet der Fallerslebener. Sein Vorgänger, Ulrich Hillendahl, war auf der Suche nach einem Nachfolger. Als er den Stahlschrank im Archiv öffnete lagen dort mehrere Tausend Briefe aus dem Leben des Dichters. „Ich dachte, dass ist die Chance meines Lebens. Ich habe mich verführen lassen“, sagt Schuster und lächelt. Seitdem verbrachte er viele Stunden in den Räumen des Archivs und ordnete Dokumente.

Der glücklichste Moment: die Gründung der Hoffmann-Stiftung

Stück für Stück kopierte Schuster Briefe, Gedichte und Rechnungen. „Wir haben 1995 unseren ersten Computer bekommen, davor war alles noch sehr mühsam“, so Schuster. Er legte für jede Archivalie ein Blatt Papier an, auf dem Personen, Orte und eine inhaltliche Zusammenfassung aufgelistet war. „Ich habe viel Zeit im Archiv verbracht, aber ich habe dabei viele glückliche Momente erlebt“, so der Präsident. Dazu zählt vor allem der Tag der Stiftungsgründung im Jahr 2004. Möglich war das aufgrund des Erbes von Hildegard Freise, einer Handarbeitslehrerin aus Höxter. „Wir konnten mit dem Geld unsere Forschung voran bringen. Heute bin ich stolz darauf, dass wir ein internationales Netzwerk aufgebaut haben und umfangreiche wissenschaftliche Beiträge zur Forschung liefern konnten.“

Nachfolge wird auf der Hauptversammlung gewählt

Dankbar ist Schuster auch über die Begegnungen mit vielen außergewöhnlichen Menschen während seiner Zeit als Präsident. „Als der Literaturpreis ins Leben gerufen wurde, war ich darauf nicht vorbereitet. Doch als Jurymitglied habe ich viele Schriftsteller kennen lernen dürfen. Sie haben mein Leben bereichert.“

Als Nachfolgerin von Schuster tritt Christina Dykan an. Sie ist Lehrerin am Ratsgymasium. Gabriele Henkel soll als Vizepräsidenten in der Hoffmann-Gesellschaft weiter wirken.

Die Verabschiedung von Dr. Kurt Schuster findet am Sonntag, um 11.30 Uhr auf der Hauptversammlung der Hoffmann-von -Fallersleben-Gesellschaft im Kaminzimmer des Schlosses Fallersleben statt.

Von Nina Schacht

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