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Fallersleben Klein, aber fein: 150 Jahre Gaststätte Berkhoff’s in Ehmen
Wolfsburg Fallersleben Klein, aber fein: 150 Jahre Gaststätte Berkhoff’s in Ehmen
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12:00 25.10.2019
150 Jahre Berkhoff's: Roswitha und Norbert Snehotta mit der Gründungsurkunde aus 1869. Quelle: Burkhard Heuer
Ehmen

Eine Urkunde in gestochener Sütterlin-Schrift hat ihren Ehrenplatz in der Kollektion des ohnehin nostalgischen Interieurs: Sie dokumentiert, dass die Familie Gille am 16. Oktober 1869 in Ehmen eine Schankwirtschaft ins Leben gerufen haben. Eine gastliche Stätte, die nach wechselvoller Geschichte bis heute überlebt hat. Als Gasthaus und Restaurant „Berkhoff’s – so genannt nach dem Besitzer Mitte das 20 Jahrhunderts – genießt das Lokal bis heute einen guten Ruf in Wolfsburg und Umgebung. Grund genug für die Inhaber Roswitha und Norbert Snehotta, im Kreis von Freunden und Gästen in diesen Tagen das 150jährige Jubiläum zu feiern.

Seit 28 Jahren sind Geschäftsführerin Roswitha (63) als „Seele des Betriebs“ (Zitat Ehemann) und der ausgebildete Küchenmeister Norbert (66) Betreiber des kleinen aber feinen Lokals, das übrigens einer Internet-Bewertung der zehn besten Wolfsburger Restaurants auf einem bemerkenswerten sechsten Platz rangiert. „Darauf sind wird natürlich ein bisschen stolz“, erklärt das Ehepaar, das nach eigenen Worten eher zufällig zum Inhaber der Traditionsgaststätte wurde.

Wohnungen sollten entstehen

Nach dem wenig geglückten Ausflug eines Vorgängers in die mediterrane Küche war der damalige Eigentümer Werner Berkhoff jun. vor nunmehr fast 30 Jahren nicht mehr gewillt, die gastronomische Tradition des Anwesens im alten Ortskern Ehmen weiter zu führen. Er wollte das Haus umbauen und Wohnungen einrichten. Küchenmeister Norbert Snehotta, zwar in Ehmen geboren, dann aber bundesweit in diversen renommierten Häusern als Küchenchef tätig, hörte von dem geplanten Radikalschnitt und konnte seine Ehefrau davon überzeugen, dass hier die Zukunft der Familie liege.

„Am 1.Oktober 1991 haben wir begonnen und bis heute nicht einen Tag bereut“, so zog Snehotta Bilanz. Denn mit ihrer Strategie, das „Berkhoff’s“ als Kneipenrestaurant fortzuführen, lag das Betreiberehepaar goldrichtig. Hier werden die Gäste zwar kulinarisch verwöhnt, hier gibt es aber auch noch die langjährigen Stammtische wie die „Leos“ im Eck mit dem rustikalen Sofa, sowie die Gäste, die auf ein „schnelles Bier“ vorbeischauen und dann doch länger bleiben, weil man an der Theke so wunderbar klönen kann.

Gastraum mit 32 Plätzen, Saal für 60 Besucher

Das alles bleibt überschaubar im Gastraum mit 32 Plätzen und dem kleinen Saal für rund 60 Besucher. Viele Besonderheiten gibt es hier zu entdecken: kostbare alte Kaffeemühlen beispielsweise als Deko auf dem Regal oder eine Kollektion von Eisbechern, Vorkriegs-Originale als dem Berliner Adlon.

Gäste, die mit den Snehottas das 150. Jubiläum feierten, haben übrigens spontan einen Zylinder herumgehen lassen und Geld gesammelt. Der Erlös wurde jetzt gespendet und zwar in gleichen Teilen zu je 200 Euro an die Jugendfeuerwehr und die Schützenjugend Ehmens.

Spendenübergabe an Jugendfeuerwehr und Schützenjugend. Quelle: Burkhard Heuer

Von Burkhard Heuer

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