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Fallersleben Kater Tom hat Heimweh nach Ehmen
Wolfsburg Fallersleben Kater Tom hat Heimweh nach Ehmen
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12:00 23.03.2019
Kater Tom kann sich von Ehmen einfach nicht trennen. Seine frühere Nachbarin Jutta Müller bringt ihn immer wieder ins neue Zuhause nach Mörse zurück.
Kater Tom kann sich von Ehmen einfach nicht trennen. Seine frühere Nachbarin Jutta Müller bringt ihn immer wieder ins neue Zuhause nach Mörse zurück. Quelle: privat
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Ehmen

Kater Tom ist ein notorischer Ausreißer. Sicher, fast alle Kater streunen gern, aber bei Tom ist offenbar nicht Abenteuerlust, sondern Heimweh ein Grund dafür, warum er seine Familie in Mörse immer wieder verlässt. Die zog nämlich 2017 von Ehmen nach Mörse um. Tom aber kann sich von Ehmen einfach nicht trennen – und auch von den ehemaligen Nachbarn im Königsberger Ring nicht.

Kater-Bringdienst zwischen den Orten

Jutta und Helmut Müller haben deshalb einen Kater-Bringdienst eingerichtet und eine Fotofalle aufgestellt, damit sie in jedem Fall merken, wann Tom wieder einmal vor der Tür steht. „Meist kommt er nachts so gegen 2 Uhr“, berichtet Jutta Müller. Vielleicht hat er ja gemerkt, dass auch die 77-Jährige sehr unter der Trennung litt. „Ich habe geweint, als sie weggezogen sind“, erzählt sie. Schon vor dem Umzug war nämlich die Familie Müller seine Anlaufstelle, wenn seine rechtmäßige Familie im Urlaub oder bei der Arbeit weilte. „Wir kuscheln gern“, erzählt Jutta Müller.

Zwemal wöchentlich will Tom zur Zweitfamilie

Auch Toms Kater-Bruder Attila, Atti genannt, war früher gern bei den Müllers zu Gast. Seit 2017 kommt der nicht mehr nach Ehmen. „Er ist etwas jünger, vielleicht hat er den Umzug deshalb besser akzeptiert“, vermuten die Gasteltern. Aber Jutta Müller trifft ja auch Atti immer wieder: Jedesmal, wenn sie Tom in der Transportbox mit dem Auto von Ehmen wieder nach Mörse bringt, wo die menschlichen und das tierische Mitglied der Familie schon sehnsüchtig auf den Ausreißer warten. Während der Straßensperrung wegen der Baustelle am neuen Wohngebiet „An den Gärten“ nahmen die Müllers dabei sogar fast täglich einen Umweg über fast acht Kilometer in Kauf, zurzeit steht Tom ein bis zweimal die Woche vor der Tür.

Den Menschen passt das Arrangement

„Wir sind den beiden sehr dankbar, dass sie sich so liebevoll kümmern“, sagt Kater-Mutter Silke Harneith. „Und natürlich sind wir froh, dass wir immer wissen, wo Tom ist.“ Auch der Urlaubs-Pflegedienst der Müllers ist den Harneiths äußerst willkommen. Die Müllers ihrerseits genießen die Kuscheleinheiten mit den beiden Katern. Ein eigenes Tier wollen sich die beiden nicht anschaffen, nicht nur aus Altersgründen. Denn das Arrangement kommt eigentlich allen entgegen. Es ist so wie auch oft bei Enkelkindern: Es ist ganz gut, dass man sie wieder abgeben kann, wenn der Spaß vorbei ist.

Von Andrea Müller-Kudelka