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Fallersleben Fallersleber Feuerwehr erinnert an verstorbene Kameraden
Wolfsburg Fallersleben Fallersleber Feuerwehr erinnert an verstorbene Kameraden
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18:01 11.08.2019
Gedachten ihren verstorbenen Kameraden: Die Feuerwehr Fallersleben erinnerte an die Brandkatastrophe von 1975. Quelle: Boris Baschin
Fallersleben

Die Geschichte der Feuerwehr Fallersleben ist untrennbar mit der Waldbrandkatastrophe 1975 verbunden. Bei diesen bisher größten Waldbränden in Niedersachsen verloren sowohl drei Fallersleber Kameraden ihr Leben als auch zwei aus Hohenhameln, die mit in ihrem Einsatzfahrzeug saßen. Unter Anwesenheit des Ersten Stadtrats Werner Borcherding hielten rund 30 Kameraden, sowie Angehörige und Besucher auf dem Platz vor der Wache der Fallersleber Feuerwehr jetzt ihre jährliche Gedenkfeier zu diesem Ereignis ab.

„Ein schrecklicher Moment“

Darunter einige Zeitzeugen. So auch Hans-Ingo Krüger, Hauptbrandmeister, der seit 1960 Mitglied ist. Die jährliche Gedenkfeier lässt seine Erinnerungen an den furchtbaren Tag immer wieder hochkommen: Er war damals Gruppenführer eines Zugs von neun Löschfahrzeugen und drei Tankfahrzeugen. Die Hauptaufgabe war das Betanken der Löschfahrzeuge aus nahegelegenen Seen. „Als während der Löscharbeiten zwei Fahrzeuge nicht mehr zum See zurückkehrten, herrschte Stille. Ein schrecklicher Moment.“, erinnert sich der 74-Jährige.

„Es sprach sich rum, dass etwas passiert war“

Genauso geht es Hubert Möller, Löschmeister, der sich manchmal noch die Fotos von damals auf seinem Smartphone anschaut. Auch der 71-Jährige war an den Teichen, um die Fahrzeuge aufzutanken. „Es gab ja damals keinen Funk. Aber es sprach sich herum, dass etwas passiert war. Unsere Kleidung damals ging ja auch sofort in Flammen auf, wir hatten nicht so gute Schutzkleidung wie heute.“

Was geschah im Jahr 1975?

Der August 1975 war warm und trocken, seit Wochen kein Regen und dann auch noch starker Wind. Am 8. August brach aus bis heute ungeklärter Ursache in der Nähe der Ortschaften Grußendorf, Stüde und Westerbeck im Landkreis Gifhorn ein Waldbrand aus. Der Beginn der bislang größten Waldbrandkatastrophe in Niedersachsen und in Deutschland.

Schnell standen mehrere Quadratkilometer Wald- und Heideflächen in Flammen. Die Gemeinden und Kreisverwaltungen erkannten erst sehr spät das gesamte Ausmaß und lösten Katastrophenalarm aus. Am 10. August waren bereits mehr als 1500 Feuerwehrleute im Einsatz, als zwischen Leiferde und Meinersen ein weiterer Brand ausbrach. Kameraden aus Wolfsburg und Fallersleben fuhren zur Unterstützung in den Wald nach Meinersen. Während der Löscharbeiten wurde ein Tanklöschfahrzeug (TLF 8, Borgward-Fahrgestell) der Freiwilligen Feuerwehr Fallersleben von den Flammen eingeschlossen. Fünf Feuerwehrmänner aus Fallersleben und Hohenhameln kamen in den Flammen ums Leben: Brandmeister Helmut Wille, Hauptfeuerwehrmann Gerhard Schlie, Hauptfeuerwehrmann Kurt Fischer, Oberfeuerwehrmann Otto-Oskar Könneker und Feuerwehrmann Hartmut Oelkers.

Über eine Woche waren die Feuerwehren im Einsatz bis am 17. August der Katastrophenalarm endlich aufgehoben werden konnte. Die Bilanz laut Niedersächsischem Innenministerium: sechs tote Feuerwehrleute, etwa 34.400 Einsatzkräfte, davon allein 13.600 Feuerwehrleute und 11.000 Angehörige der Bundeswehr, rund 4885 Einsatzfahrzeuge, über 70 Hubschrauber sowie drei Löschflugzeuge und fast 13.000 Hektar verbrannte Fläche bei rund 300 Feuern.

Sohn eines Verstorbenen kämpft mit Gefühlen

Der 64 Jahre alte Bernd Wille, Hauptlöschmeister, trat schon mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr ein und war sozusagen deren Mitbegründer. Sein Vater war Feuerwehrmann und sein großes Vorbild. Bernd Wille war zum Zeitpunkt der Katastrophe 20 Jahre alt und auch beim Einsatz in Meinersen dabei, aus dem sein Vater, Helmut Wille, nicht mehr zurückkehrte. Ein schwerer Schock für ihn, und doch ist er bei der Feuerwehr geblieben, hat lange bei der Volkswagen Werksfeuerwehr gearbeitet. Er kannte alle, die damals mit zum Einsatz fuhren und muss natürlich speziell an diesem Gedenktag mit seinen Gefühlen kämpfen. Dennoch ruft er die Jugend auf, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr zu werden, da das Gemeinwohl eine starke Feuerwehr braucht.

Ortsbrandmeister erinnert an jüngste Waldbrände

Das zeigen die jüngsten Ereignisse letztes Jahr bei Meppen oder erst vor kurzer Zeit in Mecklenburg-Vorpommern. Ortsbrandmeister Tim-Bastian Fischer erinnerte genau an diesen Brand auf dem Truppenübungsplatz bei Lübtheen, der erst nach einer Woche gelöscht werden konnte. Gepanzerte Einsatzfahrzeuge mussten Wald-Schneisen errichten, da normale Löscharbeiten am Boden durch die Belastung mit alter Munition nicht möglich waren.

Feuerwehr von großer Bedeutung für das Gemeinwohl

Katastrophen bringen meist auch Fördergelder und Verbesserungen in der Ausrüstung mit sich, die Feuerwehren lernen daraus und ihre Arbeit, so Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist, „für den Schutz der Wälder und der Menschen sei enorm wichtig.“ Aber auch die jährliche Erinnerung an diese Brandkatastrophe sei essentiell, damit auch junge Kameraden die Bedeutung ihres Dienstes richtig einschätzen lernten. Ein Risiko bliebe immer – trotz guter Ausbildung. Aber „es muss auch Menschen geben, die die Verantwortung bei solchen Katastrophen übernehmen – für das Gemeinwohl“, darauf wies Tilman Heidrich, Pastor der Fallersleber Michaelisgemeinde in seiner Rede eindrücklich hin.

Die Feuerwehr Fallersleben erinnerte mit einer Gedenkfeier und einer Kranzniederlegung an ihre verstorbenen Kameraden. 1975, bei den bisher größten Waldbränden in der deutschen Geschichte, wurden drei Fallersleber Feuerwehrmänner bei Meinersen von den Flammen eingeschlossen und verstarben.

Nach der Kranzniederlegung an der Gedenkstelle in Fallersleben fuhren Bernd Wille, Hans-Ingo Krüger, Hubert Möller und ihre Kameraden von der Fallersleber Altersabteilung noch nach Meinersen zur dortigen Kranzniederlegung. Der Austausch mit den dortigen Kameraden über die alten Zeiten ist ihnen wichtig.

Von Stefanie M. Brakel

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