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Fallersleben Ehepaar aus Fallersleben kämpft gegen Corona-Hunger in Kenia
Wolfsburg Fallersleben

Fallersleber Ehepaar Stein kämpft gegen Corona-Hunger in Kenia

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13:00 09.07.2020
Hilfe für Kenia: Frauen tragen Tüten mit Maismehl auf dem Kopf. Viele Menschen in den Slums von Nairobi leiden wegen Corona an Hunger. Quelle: privat
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Fallersleben

Die ganze Welt leidet unter dem Coronavirus. Das gilt auch für Kenia. Aber nicht die Infektionszahlen sind das Problem, sondern der Hunger. Wirtschaft und öffentliches Leben sind komplett heruntergefahren, deshalb ist die Arbeitslosigkeit extrem hoch. Die Menschen haben kein Geld. Außerdem sind die Schulen seit März geschlossen, dort bekommen Kinder sonst ein Essen. Das fehlt nun. Das Ehepaar Almut und Dr. Christoph Stein aus Fallersleben hörte von dem Drama – und hilft jetzt mit Mitstreitern ihres Vereins „Wasser für Kenia“.

Die Bilanz ihrer Privatspende über 1500 Euro kann sich sehen lassen: „Wir haben damit 20 000 Tassen Hirsebrei finanziert. Das reichte für 1000 Menschen zehn Tage lang“, erklärt Dr. Christoph Stein. Trotzdem: Satt sind die Menschen in dem ostafrikanischen Land nicht, „aber nicht mehr so hungrig, dass es weh tut“, sagt Almut Stein.

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Aktion läuft über ein befreundetes Ehepaar in Kenia

Über ein befreundetes Ehepaar aus Kenia, das die Steins seit 18 Jahren kennen und schätzen, läuft die Hilfsaktion „a cup of Uji“ (Eine Tasse Hirsebrei): An einer Ausgabestelle in der Hauptstadt Nairobi verteilen Jugendliche ehrenamtlich Hirsemehl, mit dem der Brei dann zubereitet wird. Auch der Junge Sam Maloli geht dorthin, um sich das überlebenswichtige Mehl zu holen. Er lebt mit seinen zwei Geschwistern, Aids-Waisen, und seiner Großmutter im Slum von Mathare Valley.

Seit März sind die Schulen dicht und öffnen wohl erst wieder im Herbst. Einen genauen Termin dafür gibt es nicht. Seitdem haben Sam und seine Geschwister keine Schulmahlzeit mehr. Jeder Tag ist ein erneuter Kampf ums Überleben. Sam geht jeden Morgen mit David und seiner Schwester Mary in die Stadt, um Nahrung zu organisieren. Außerdem kümmern sie sich um die Großmutter, die behindert ist.

Die drei Kinder erbetteln Geld fürs Überleben

Die drei Kinder verteilen sich auf verschiedene Plätze, um etwas Geld zu erbetteln. Klappt das nicht, stehlen sie – leider. Oder sie suchen auf einer Müllhalde nahe des Slums nach etwas Brauchbarem, was sie verkaufen können. Doch irgendwann hörte David, das irgendwo in Nairobi kostenlos eine Tasse Hirse verschenkt wird. Das Trio fand die Stelle, an der es eine lange Menschenschlange gab. „Aber alle sind geduldig, denn sie wissen, wer eine Rangelei anfängt, bekommt nichts; und sie alle haben Hunger“, erklärt Almut Stein.

Die erste Spende aus Wolfsburg für die Initiative ist bei den Hilfsbedürftigen angekommen, die Steins wollen weitermachen. Wer mithelfen möchte: Spenden mit dem Verwendungszweck „Corona-Hunger“ auf das Konto des Vereins „Wasser für Kenia“, IBAN: DE73 2695 1311 0161 3691 37. Wer Fragen hat, kann eine Email schicken an info@wasser-fuer-kenia.de, weitere Infos bei Facebook: www.facebook.com/wasserkenia/.

Von Sylvia Telge