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Fallersleben Der nächste Wolfsburger Teich droht umzukippen
Wolfsburg Fallersleben Der nächste Wolfsburger Teich droht umzukippen
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18:11 31.07.2019
Tote Fische treiben im Almker Teich. Quelle: Gero Gerewitz
Almke

Sechs Teiche in Wolfsburg werden derzeit ,künstlich beatmet’. Pumpen ziehen Wasser hoch und spucken es in hohem Bogen wieder aus. Doch während einigen Gewässern auf diese Art wieder Sauerstoff zugeführt wird, scheint nun das nächste zu kippen: Auf einem Teich in Almke schwimmen ebenfalls tote Fische.

► Mehr Erfahren: Deshalb rät der Naturschutzbeauftragte, das Grundwasser zu stabilisieren

Ein Video vom Fischsterben in Almke:

„Ich habe mich gleich gefragt: Was ist denn das für ein Gestank?“, berichtet Bärbel Straube, die am Mittwochvormittag zu Fuß am Ortsrand unterwegs war. Der penetrante Geruch lockte die Almkerin ans Ufer des Teichs an der Kreuzung von Volkmarsdorfer Straße und Am Kleifeld. Dort war die Ursache schnell gefunden: Lauter große tote Fische schwammen an der Oberfläche.

Almker Teich ist einfach zu flach

Der Teich gehört allerdings nicht der Stadt, sondern der Gemeinschaft „Realverband Forst“ in Almke, die ihn seit ein paar Jahren an Waldemar Antonczyk verpachtet. Der Almker hat dort gerne mit seinen Enkelkindern geangelt, doch damit ist nun wohl Schluss. „Die Hitze kriegt man nicht raus, auch nicht mit Umwälzen“, meint der Pächter. Dafür sei der Teich mit ungefähr 140 Zentimeter Wasserhöhe einfach zu flach, besonders jetzt im Sommer. „Ich werde die Fische wohl absammeln und wegwerfen müssen“, meint Antonczyk betrübt, denn ihm ist das 2017 schon einmal passiert. „Und ich überlege, den Teich wieder abzugeben.“

Im Almker Teich treiben tote Fische. Quelle: Gero Gerewitz

Damit ist der Teich schon das zweite Gewässer innerhalb weniger Tage, dem der Sauerstoff ausgegangen ist. Am Wochenende war das Gleiche mit dem Neuen Teich in der Nordstadt passiert. Seither hat die Stadt gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren Stadtmitte, Kästorf/Warmenau, Reislingen/Neuhaus und Velstove/Warmenau Lüftungsanlagen installiert. Nun wird nicht nur am Neuen Teich das Wasser umgewälzt, sondern auch beim Rückhaltebecken am Hageberg, dem Mühlenteich (Kreuzheide), dem Salzteich (Wohltberg), dem Ziegelteich (Rabenberg) und beim Alten Teich (Fuhrenkamp).

Freiwillige Feuerwehren waren bis in den frühen Morgen im Einsatz

Teilweise bis in die frühen Morgenstunden hätten die Feuerwehren die Wolfsburger Entwässerungsbetriebe (WEB) unterstützt, heißt es von der Stadt. „Der Einsatz verlief zügig und reibungslos“, lobt der erste Stadtrat Werner Borcherding. „Ich danke den Freiwilligen Feuerwehren für die geleistete Unterstützung.“

Auch der Mühlenteich in der Kreuzheide wurde belüftet. Quelle: Sebastian Bisch

Mindestens bis Donnerstag, 1. August, sollen die Pumpen weiterlaufen. Je nach Wetterlage solle es weitere Einsätze geben, erklärt Stadtsprecherin Elke Wichmann. „Laut Wettervorhersage sind für Freitagabend Gewitter mit Starkregen angekündigt.“ Der Starkregen wiederum könnte Schlamm in die Teiche spülen und die Lage weiter verschärfen.

Runder Tisch: Thema Wasser in den Fokus rücken

Langfristig müssen jedoch andere Maßnahmen her. Dafür hat die WEB bereits Anfang Juli Einladungen zum „Runden Tisch – Wasser in Wolfsburg“ verschickt. „Die Hochwasserereignisse der Jahre 2002, 2012, 2014 und mehr noch die Trockenwetterphasen 2018 und 2019 haben das Thema Wasser in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt“, heißt es dazu von der Stadt. Mitte August will sich das Entwässerungsunternehmen mit dem Naturschutzbeauftragten Michael Kühn und anderen Akteuren aus Naturschutz, Forst- und Landwirtschaft zusammensetzen, um Erfahrungen und Ideen auszutauschen. Naturschützer Kühn hofft auf konstruktive Lösungen: „Wir müssen uns dem Klimawandel jetzt schnellstens anpassen, ob wir wollen oder nicht.“

Von Frederike Müller

Wolfsburgs Naturschutzbeauftragter Michael Kühn äußert sich zur aktuellen Gewässerproblematik. Dabei nimmt er sowohl Angler als auch Gänse in Schutz. Aus seiner Sicht müssten ganz andere Maßnahmen getroffen werden, um Gewässer bei Hitze vor dem Umkippen zu bewahren.

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