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Fallersleben Fallersleben: DDR-Bürger feierten im Brauhaus – und die Zeche teilten sich der Wirt und Bärbel Weist
Wolfsburg Fallersleben Fallersleben: DDR-Bürger feierten im Brauhaus – und die Zeche teilten sich der Wirt und Bärbel Weist
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18:18 07.11.2019
In Fallersleben schenkte Karl Kiene mit anderen Geschäftsleuten kostenlos Getränke an die DDR-Bürger aus. Quelle: WAZ-Archiv
Fallersleben

Die Tage nach dem Mauerfall waren turbulente Tage – auch für Fallersleben. Zwar kamen nicht Zehntausende DDR-Bürger wie in der Wolfsburger City, aber der Ansturm war groß nach der Grenzöffnung. „Die Straßen waren voll, ebenso die Geschäfte“, erinnert sich Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist.

Etliche DDR-Bürger hatten Verwandte in Fallersleben

Nicht alle DDR-Bürger kamen zielgerichtet nach Fallersleben. „Viele hatten sich offenbar einfach auf den Weg in Richtung Westen gemacht und landeten dann eher zufällig bei uns“, so Bärbel Weist. „Andere DDR-Besucher hatten aber auch Verwandte in Fallersleben!“

Die Bürgermeisterin wurde von der Welle der DDR-Bürger erfasst, als sie am Samstagmorgen nach dem Mauerfall zum Markt fuhr, wie immer am Wochenende. „Da stoppte mich unterwegs ein Fallersleber und sagte aufgeregt: Die Parkplätze sind schon alle voll, lauter Trabis und Wartburgs stehen da!“ Die Ortsbürgermeisterin reagierte schnell auf den Ansturm; wie in Vorsfelde war auch die Fallersleber Verwaltungsstelle im Rathaus am Wochenende geöffnet, um das 100 D-Mark Begrüßungsgeld auszuzahlen – so füllten sich dann auch rasch die Geschäfte.

Grenzöffnung in Wolfsburg in Bildern:

Der 9. November ist ein historisches Datum – an dem Tag fiel die deutsch-deutsche Mauer endgültig. Tausende Menschen aus der DDR strömten auch in die Volkswagenstadt und wurde mit offenen Armen empfangen.

Bärbel Weist begrüßte die vielen Gäste in der Innenstadt persönlich. Dabei war das Hoffmannhaus ein Anziehungspunkt, das Geburtshaus des Hoffmann von Fallersleben, der einst den Text der deutschen Nationalhymne schrieb. Immer wieder fotografierten sich die DDR-Besucher vor dem Gebäude. Besonders begehrt als Fotomotiv waren Zeilen aus der Nationalhymne, die auf dem Gebäude angebracht waren - Momente, die bereits kurz nach der Grenzöffnung in Richtung deutsche Einheit wiesen.

Auftritt einer Kapelle aus Südtirol wurde zum Besuchermagneten

Doch auch für Partystimmung war gesorgt. So gastierte damals gerade eine Kapelle aus Südtirol in Fallersleben, ihr Auftritt war restlos ausverkauft. Plötzlich standen viele DDR-Bürger vor der Tür, angelockt von der Musik. „Kurzerhand haben wir alle Stuhle in den Saal gebracht, die wir auftreiben konnten“, so Bärbel Weist. „Und dann haben alle bis in die Nacht hinein zusammen getanzt.“

Auch im Brauhaus fanden sich viele DDR-Besucher ein, aßen und tranken – und wollten dann mit (fast wertlosem) DDR-Geld bezahlen. Bürgermeisterin Weist erfuhr davon und hatte schnell einen Ausweg parat: „Der Wirt hat eine Hälfte der Zeche selbst übernommen, die andere Hälfte ich“ – so war auch dieses deutsch-deutsche Problem schnell gelöst.

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