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Fallersleben Bestsellerautor Peter Prange liest über eine Familie in Fallersleben
Wolfsburg Fallersleben Bestsellerautor Peter Prange liest über eine Familie in Fallersleben
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14:09 24.09.2019
Liest in Wolfsburg: Peter Prange stellt den zweite Teil seines Romans „Eine Familie in Deutschland" im Planetarium vor. Quelle: Veranstalter
Stadtmitte

Wie kann eine Kulturnation wie Deutschland zwölf Jahre lang einem barbarischen Regime wie dem Nationalsozialismus verfallen? Wie hätte man sich selbst damals verhalten? Diese Fragen beschäftigten den Bestsellerautor („Das Bernstein-Amulett“) sein ganzes Leben lang. In seinem zweiteiligen Roman „Eine Familie in Deutschland“ über die Familie Ising hat er sich damit auseinandergesetzt. Die fiktive Handlung lässt Prange in Fallersleben spielen.

Deshalb war es keine Frage, dass Prange die Bücher in Wolfsburg vorstellt. Mit dem ersten Buch „Zeit zu hoffen, Zeit zu leben“ hat er das bereits mit großem Erfolg getan. Heute um 19 Uhr liest Peter Prange im Planetarium aus dem zweiten Werk „Eine Familie in Deutschland – Am Ende die Hoffnung“. Die WAZ sprach schon vorher mit ihm. Die Lesung ist bereits ausverkauft und findet in Kooperation mit Thalia statt.

Der Nationalsozialismus ist sein Lebensthema

Der Nationalsozialismus ist ein Lebensthema für Prange. Wie konnten die Nazis eine Nation der Dichter und Denker verführen? Der Schriftsteller hatte viele Geschichten dazu im Kopf –und nicht geschrieben. Irgendwann war ihm klar, dass er die verschiedenen Einzelschicksale in einer Familiengeschichte zusammenführen muss.

Und es war ihm auch schnell klar, dass er die Handlung nach Wolfsburg verlegt. „Das war ganz unstrittig, da habe ich keine Sekunde gezögert.“ Wenn man an den Nationalsozialismus denke, fielen einem zwar Orte der großen Partei-Spektakel wie Nürnberg, Berlin oder München ein. „Aber das ist Nationalsozialismus für die Galerie“, sagt Prange. Das wollte er nicht.

Volkswagen ist ein deutscher Mythos

Er wollte Nationalsozialismus im Alltag, um Einblicke in die damalige Zeit zu gewinnen. Ein „stinknormaler Ort“ wie Wolfsburg sei da viel besser geeignet. Und: Der Bestellerautor wollte noch eine weitere Geschichte erzählen, die ihn beschäftigte – die des Volkswagen: „Er ist ein deutscher Mythos.“ So kam Prange auf Wolfsburg als Handlungsort. Zuerst sei er „zusammengezuckt“ bei dem Namen. Seine vorherigen Romane schrieb er über so schillernde Metropolen wie Rom, Paris, Istanbul – da kam ihm Wolfsburg etwas „grau“ vor.

Das änderte sich, als er begann, über die Stadt zu recherchieren. Schnell war ihm klar, das Wolfsburg ein bedeutungsvoller Ort war. Allein schon der frühere Name „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ beeindruckte ihn. Bei Fallersleben fiel ihm natürlich der berühmte Dichter und Vater der Nationalhymne Hoffmann von Fallersleben ein. Dann gab es noch das Schloss der Schulenburgs und eben die Gründung des Werks – was für eine interessante und widersprüchliche Mischung.

Ein Brauhaus-Schnitzel mit Bratkartoffeln

Für seine Buchrecherche war Peter Prange natürlich vor Ort in Fallersleben. Er sei „vollkommen baff“ von diesem „schönen Dorf in der Stadt“ gewesen. Das Alte Brauhaus, das auch im Roman vorkommt, besuchte der Schriftsteller ebenfalls. Ein Brauhaus-Schnitzel mit Bratkartoffeln zu essen, sei „allergrößtes Vergnügen“ gewesen.

Bei seiner Recherche hat er außerdem nette Bekanntschaften gemacht: Mit dem ehemaligen IHK-Chef Siegfried Kayser, außerdem mit Alt-Bürgermeister Rolf Schnellecke. Schnellecke hatte sich an Prange gewandt, als er hörte, dass der Autor einen Roman über Wolfsburg schreibe. Mittlerweile sei daraus ein sehr netter Kontakt entstanden. Schnellecke moderiert die Lesung im Planetarium.

Wenn Politik die Menschen verführt

In beiden Büchern geht es um die Verführbarkeit von Politik – heute ist das in der ganzen Welt ein brandaktuelles Thema. Vor vier Jahren, als Prange die fiktive Geschichte der Familie Ising zu schreiben begann, war das in Deutschland noch nicht so ausgeprägt. Dann kam die Flüchtlingswelle. „Als ich den Roman angefangen habe zu schreiben, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass das Thema wieder so aktuell wird“, räumt der Schriftsteller ein.

 Erst im Verlauf des Schreibens habe er – leider – die Brisanz und Aktualität bemerkt: „Heute sind wieder jede Menge Rattenfänger unterwegs, die uns weis machen wollen, dass man mit ganz einfachen Antworten sehr komplexe und schwierige Probleme lösen kann.“

Strammer Parteisoldat Horst

In zwei Büchern hat sich Prange nun mit der Frage auseinandergesetzt, wie er sich wohl im NS-Regime verhalten hätte. Mitgeschwommen wie Horst Ising, der stramme NS-Parteisoldat, oder den Nazis die Stirn bieten? Peter Prange hat keine Antwort darauf gefunden, das sei sehr schwierig: „Ich habe mich in die Perspektiven der verschiedenen Figuren hineinversetzt und ich kann ehrlich gesagt, jede Figur verstehen, dass sie so gehandelt hat, wie sie handelte.“ Ihm sei es sehr wichtig gewesen, die Personen die damals gelebt haben, nicht aus der Besserwisser-Perspektive von heute zu beurteilen, sondern aus dem gelebten Augenblick der damaligen Zeit.“

„Eine Familie in Deutschland“ soll übrigens ebenso wie andere Prange-Bücher verfilmt werden. Als Serie, verrät der Bestsellerautor.

Das ist die Geschichte des Romans

„Am Ende die Hoffnung“ ist die Fortsetzung der großen Familiengeschichte „Eine Familie in Deutschland" von Bestsellerautor Peter Prange. Groß war die Hoffnung im Wolfsburger Land, als auf Hitlers Befehl das Volkswagenwerk aus dem Boden gestampft wurde. War dies der Anfang einer neuen Zeit? Aufbruch in eine wunderbare Zukunft? Während die Welt der Familie Ising sich von Grund auf verwandelt, geht die Saat der falschen Verheißungen auf. Der Krieg bricht aus, und nun muss ein jeder sich zu erkennen geben, im Guten wie im Bösen.

Und was machen die Isings? Während Horst in der Partei Karriere macht, begleitet Edda mit dem Sonderfilmtrupp Riefenstahl den Polen-Feldzug der Wehrmacht. Georg bricht mit seinem VW zu einer Testfahrt auf, die ihn kreuz und quer durch das umkämpfte Europa bis nach Afghanistan führt. Zu Hause bangen die Eltern um ihr Sorgenkind, den kleinen Willy. Und Charly wartet auf Nachricht von Benny, der Liebe ihres Lebens. Was wird für sie alle in den Zeiten der Bewährung am Ende übrig bleiben - von ihren Träumen, von ihrer Hoffnung?

Von Sylvia Telge

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