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Weihnachtszeit in Wolfsburg 2019 „Nussknacker“ überzeugt auf ganzer Linie
Thema Specials Weihnachtszeit in Wolfsburg 2019 „Nussknacker“ überzeugt auf ganzer Linie
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12:03 06.12.2019
Der Nussknacker: Das Russische Nationalballett im Scharoun-Theater. Quelle: Foto: Veranstalter
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Wolfsburg

Mit dem gleichnamigen Weihnachtsstück nach dem Märchen der „Nussknacker“ hat Peter I. Tschaikowsky vor über hundert Jahren einen Ballettklassiker geschaffen, der bis heute Jung und Alt in den Bann zieht. Mit ansteckender Freude, perfekt abge­stimm­ten Tanzschritten und groß­artiger schauspielerischer Ausdrucks­kraft schaffte es das russische Natio­nal­ballett am Montag im ausverkauften Wolfsburger Scharoun-Theater auch ohne Worte die Handlung zu erzählen.

Der Nussknacker wird im Weihnachtstraum lebendig

Es ist die Geschichte von Marie (An­na Se­go­rina), die von ihrem Onkel Dros­sel­mey­er (Ros­tis­lav Desnitskii) zu Weihnach­ten einen Nuss­kna­cker (Dimitri Poliakov) geschenkt bekommt, der in ihrem Weihnachtstraum lebendig wird. Mehrfach muss er gegen den Mäusekönig (Dmitrii Abramov) kämpfen, bis seine Spielzeug­armee die Mäu­se­armee be­siegt und er sich schließlich in einen Prinzen verwandelt.

Farbenfrohe Kostüme in einer märchen­haf­ten Schlosskulisse laden zum Träumen ein, was durch die gefühlvolle Choreografie von Lew Iwanow gefördert wird. In den Schrittfolgen, Hebungen, Spagatsprüngen und Pirouetten bleibt er streng am Original des „Ur“-Librettos von Marius Petipa. Hier ist enorme Sprungkraft und Ausdauer gefor­dert, die von allen Akteuren wie natürlich wirkend mit Eleganz und scheinbar unend­licher Leichtigkeit aus­ge­führt werden.

Zweiter Akt bildet den Höhepunkt des Balletts

Das unterstreicht der zweite Akt, der zwei­felsohne der Höhepunkt des Balletts ist mit der Vorführung verschiedener Charak­ter­tän­ze im Schlosssaal. Seit je her befördern musikalisch un­gewöhnliche Klangkombina­ti­o­­nen die Aus­­­drucks­möglichkeiten der Tan­zenden. Ist es im „Spanischen“ (Karim Muba­rakshin, Misharina Angelina) und „Orientalischen Tanz“ (Viktoria Sevoian, Maksim Semenov) die Anmut, so besticht der „Chinesische Tanz“ (Farhod Karmolov, Tatiana Alpidovs­kaia) durch Witz und Ko­mik. Kraftvolle Le­bens­freude versprüht der „Russische Tanz“ (Konstantin Dunaev, Aleksei Riumin, Bulat Gatin) als Kosa­ken­tanz in der Hocke.

Eine geschlossene Ensembleleistung und die glanzvolle Gestaltung des Pas de deux von Marie und dem Nussknackerprinzen am Ende lösen großen Beifall aus mit vier „Vorhängen“.

Von Heinz-Werner Kemmling