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Thema des Tages „Berliner Verhältnisse sind hier angekommen“
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06:03 16.07.2019
Sabine Schulz ist stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister (BDS) in Niedersachsen. Quelle: privat
Gifhorn/Peine/Wolfsburg

Sabine Schulz ist stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister (BDS) in Niedersachsen. Im Interview spricht sie über den Beruf des Schwimmmeisters.

Vielerorts fehlen Schwimmmeister. Warum macht sich der Fachkräftemangel bei den Freibädern in unserer Region noch nicht bemerkbar?

Ich bin seit vielen Jahren im Prüfungsausschuss für Fachangestellte für Bäderbetriebe und auch im Meisterausschuss. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Anmeldungen zu den Prüfungen nicht zurückgehen. Jährlich werden zwischen 90 und 100 Auszubildende in Niedersachsen geprüft. Wenn man von Fachkräftemangel spricht, muss man wahrscheinlich unterscheiden zwischen kommunalen Einrichtungen, die nach Tarif bezahlen, und Privatbetrieben, wo dies oftmals nicht der Fall ist. Der Beruf erfordert eine Arbeit im Schichtdienst, teilweise eine Sieben-Tage-Woche, bei Bombenwetter auch Überstunden – wenn dann unter Tarif gezahlt wird, ist das für viele wenig attraktiv.

Was ist denn trotzdem reizvoll am Beruf des Schwimmmeisters? Und wer kommt dafür in Frage?

Das Schöne ist sicherlich, dass man mit vielen verschiedenen Menschen zu tun hat und im Team arbeitet. Der Beruf ist abwechslungsreich, man hat mit Sport, Bewegung und Prävention zu tun, muss sich aber auch im technischen Bereich auskennen. Ein ordentlicher Schulabschluss ist eine Voraussetzung, es kann auch ein Hauptschulabschluss sein. Und natürlich muss die Bereitschaft gegeben sein, Sport zu machen.

In letzter Zeit hört man häufig Klagen über aggressive Gäste in Schwimmbädern. Ist das ein Problem?

Das kann ich als Bäder-Betriebsleiterin der Stadt Achim bestätigen. Als wir ein neues Freibad in Betrieb genommen haben, gab es Situationen, auf die wir trotz Schulungen in Kommunikation und Deeskalation nicht vorbereitet waren. Das war bedrohlich und wir mussten einen Sicherheitsdienst einschalten. Ich habe mich mit Kollegen kurzgeschlossen, die haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Es ist überall das Gleiche: Berliner Verhältnisse sind hier angekommen.

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