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Thema des Tages Abenteuerliche Suche nach dem Mondgestein
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06:01 13.07.2019
Sammelt Mondgestein: Rainer Bartoschewitz aus Gifhorn besitzt einige Fundstücke, und er klassifiziert sie auch. Quelle: Lea Rebuschat
Gifhorn

Wenn Rainer Bartoschewitz mit weißen Handschuhen sein Mondgestein präsentiert und von seiner Suche danach erzählt, klingt es ein wenig wie eine abenteuerliche Schatzsuchergeschichte. Dabei hat sein Hobby einen ernsten wissenschaftlichen Hintergrund. Der Gifhorner hat rund ein Prozent der bisher auf der Erde entdeckten Mond-Meteorite klassifiziert.

Aktuell sind 368 Mond-Meteorite mit insgesamt etwa 250 Kilogramm Gewicht bekannt. Zum Vergleich: Bei der ersten Mondlandung wurden 21,6 Kilogramm Gestein mit zur Erde gebracht, insgesamt brachten die Mondmissionen bis heute 382 Kilogramm Gestein mit. Die meisten Meteoriten-Funde stammen von Privatpersonen aus Wüsten wie der Sahara und werden meist an Privatpersonen verkauft. Nur etwa zehn Prozent wurden von staatlichen Forschungsinstituten in der Antarktis gefunden. Der erste stammt aus dem Jahr 1979, wurde aber erst später als Mondgestein klassifiziert – nicht zuletzt, weil vor den Mondmissionen Vergleichsmaterial fehlte und Mondgestein dem der Erde sehr ähnlich ist.

„Vor den ersten Funden hatte Mondgestein einen höheren Stellenwert als heute. Nach dem ersten privaten Fund in Australien wurden dem Finder für ein Gramm 25 000 Dollar angeboten.“ Doch die Zeiten seien inzwischen vorbei. Den Verkauf an Privatsammler sieht Bartoschewitz mit gemischten Gefühlen. „Zumindest sollte jeder Fund erst einmal wissenschaftlich untersucht werden. So bekommen wir Infos aus dem All.“ Der Gifhorner hofft, dass sich die Meteoriten-Forschung künftig noch interdisziplinärer aufstellt – um so noch mehr Daten zu bekommen, die auch Aufschlüsse über das Geschehen auf der Erde geben können.

Er selbst habe etwa ein Prozent des Mondgesteins auf der Erde klassifiziert und beim Meteorite Nomenclature Committee angemeldet. Für die chemischen Untersuchungen kann er Einrichtungen der Uni Kiel nutzen, erzählt Bartoschewitz. Isotopenuntersuchung, Dünnschliff für Strukturbestimmung: 100 Gramm braucht er ungefähr für eine Untersuchung – für eigene Aktionen, zum Verschicken an andere Institutionen, als Typenhinterlegung: „Falls mal Fragen zu einem Stück kommen, brauche ich eventuell Material, um die Antworten geben zu können.“

Durch die Untersuchungen ist er auch zu einem Teil seiner Mondgesteinsstücke gekommen. Andere hat er getauscht gegen selbst gefundenes Material von Meteroiten von anderen Himmelskörpern – immerhin gibt es 60 000 bekannte Meteoriten weltweit, von denen der Gifhorner nach eigener Angabe übrigens rund 1200 klassifiziert hat.

Mondgestein allerdings hat Bartoschewitz selbst noch nicht gefunden. Obwohl er seit 1980 – so lange ist er als Mineraliensammler aktiv und interessiert sich auch für Mondgestein – abenteuerlich klingende Suchen hinter sich hat. Wie die in Ostpreußen Ende der 1980er Jahre. Dort war 1914 beim Ausheben von Schützengräben ein großer Brocken gefunden worden, es gibt dort eine Krater- und eine Meteoriten-Straße. „Wir dachten, da muss es was geben und haben das Gelände mit einem Metalldetektor abgesucht. Gefunden haben wir aber nur 100 Kilogramm Schrott.“

Von Thorsten Behrens

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