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Bei Ski-Stars wachsen vor Olympia die Sorgen

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Olympia 2016
12:57 07.01.2022
«Heute war einfach zu viel», kritisierte Alexis Pinturault den Weltverband Fis mit Blick auf den Rennabbruch in Kroatien.
«Heute war einfach zu viel», kritisierte Alexis Pinturault den Weltverband Fis mit Blick auf den Rennabbruch in Kroatien. Quelle: Gabriele Facciotti/AP/dpa
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Stuttgart

Die ramponierte Piste am Bärenberg stand fast schon sinnbildlich für diese schwierige Ski-Saison. Der Weg der Alpin-Asse zu den Olympischen Spielen in Peking gleicht einem Slalom durch verschiedenste Problemfelder.

Die Kritik am frühen Saisonstart in Sölden, wetterbedingte Rennverlegungen und eine ganze Reihe von Corona-Fällen - es gab schon viel wegzustecken diesen Weltcup-Winter. Zuletzt den Abbruch des Herren-Torlaufs am besagten Hang in Zagreb. Vier Wochen vor den Spielen in China (4. bis 20. Februar) überlagern Frust und Sorgen vielerorts die Vorfreude auf den Saisonhöhepunkt.

Viel Frust bei den Ski-Assen

"Heute war einfach zu viel", schrieb Gesamtweltcupsieger Alexis Pinturault nach der Farce in Kroatien in den sozialen Medien und wandte sich dabei an den Weltverband Fis. Er sei "irritiert", so der Franzose. Der Schweizer Loic Meillard bedankte sich hämisch für "die große Show in Zagreb", die deutsche Slalom-Hoffnung Linus Straßer schrieb von "chaotischen Tagen". Das Rennen war von Mittwoch auf Donnerstag verlegt, dann aber nach 19 Startern abgebrochen worden.

Der Schnee hatte den Temperaturen nicht standgehalten und war schlichtweg zu weich. Diese Erkenntnis für viele Athleten aber keine Überraschung und die Entscheidung der Fis, das Event überhaupt zu starten, ihrer Meinung nach daher die falsche. Der Franzose Victor Muffat-Jeandet brach sich auf der Buckelpiste auch noch den Knöchel.

Dass das Wetter mal nicht mitspielt, ist nichts Neues im Wintersport. Schon vor Zagreb mussten auch diese Saison Rennen verlegt werden. Im Schweizer Wengen soll am 13. Januar endlich der Super-G der Herren stattfinden, der ursprünglich in Lake Louise (Kanada) und dann in Bormio (Italien) angesetzt war. Weil es in Maribor nicht genug Schnee gibt, wurden die Technikrennen der Damen aktuell innerhalb Sloweniens nach Kranjska Gora verschoben. Der Fahrplan im Weltcup ist eng getaktet - in einem Olympia-Winter ganz besonders.

Viele coronabedingten Ausfälle

Und Corona erschwert den Saisonverlauf noch zusätzlich. Auch im Ski-Weltcup häuften sich die positiven Fälle zuletzt. Unter anderen mussten die amerikanische Ausnahmefahrerin Mikaela Shiffrin sowie die Weltmeisterinnen Lara Gut-Behrami (Schweiz) und Katharina Liensberger (Österreich) wegen positiver Befunde aussetzen. Wie man der Lage Herr werden will, weiß keiner so recht. "Erst wurden wir alle 72 Stunden getestet, inzwischen alle 48 Stunden. Dazu machen wir interne Schnelltests. Wir versuchen, alles so engmaschig wie möglich zu halten", sagte der Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), Wolfgang Maier. "Ich wüsste nicht, wie man es anders machen sollte."

Der Weltcup hänge "am seidenen Faden", sagte Fis-Renndirektor Markus Waldner jüngst. Die Hoffnung, dass in China alle Stars dabei sind, schwindet. "Sollten wir bis Olympia im Februar heil durchkommen und dort wirklich alle weltbesten Athleten am Start stehen, dann grenzt das an ein Wunder", sagte Waldner. Er glaube, "dass es bei Olympia ein ausgedünntes Feld gibt", ergänzte DSV-Alpinchef Maier.

Überhaupt zu den Spielen hinzukommen, ist das eine. Die offenbar wenig transparente Teststrategie vor Ort das andere. "Ich finde es verantwortungslos, uns unter den aktuellen Bedingungen dort hinzuschicken", betonte Maier. "Ich habe schon im Herbst gefordert, dass klare Regelungen her müssen, ab welchem CT-Wert ein Test als positiv oder negativ bewertet wird. Aber wir erhalten hierzu keinerlei Informationen. Du bist bei den täglichen Tests vor Ort dann quasi einer Willkür ausgesetzt." Und er glaube, "in China eine positive Probe zu haben, ist nicht so spaßig", sagte der frühere Gesamtweltcupsieger Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen unlängst.

Schon beim Start in Sölden war klar, dass die Ski-Saison nicht ohne Nebengeräusche verlaufen würde. Kritik daran, dass man die Alpin-Asse trotz Gletschersterben bereits im Oktober den Rettenbachferner hinunterjagt, gab es reichlich. Klimawandel und Umweltschutz sind Themen, die den Weltcup auch künftig beschäftigen werden. Weniger als einen Monat vor Olympia sind sie aber nur ein Teil seiner Sorgen.

© dpa-infocom, dpa:220107-99-624786/3

dpa