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Gifhorns Thema des Tages So kommen Tiere stressfrei ins neue Jahr
Thema Specials Gifhorns Thema des Tages So kommen Tiere stressfrei ins neue Jahr
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23:58 28.12.2019
Für Tiere ist Silvester oft eine Qual. Mit ein paar Tipps und Tricks wird es für die Vierbeiner stressfreier. Quelle: djd/Ceva Tiergesundheit/istock
Peine/Gifhorn/Wolfsburg

Alle Jahre wieder knallen am letzten Tag des Jahres nicht nur die Sektkorken. Das empfindliche Gehör von Tieren wird an Silvester ordentlich strapaziert – und auch ihre Nerven leiden unter der Knallerei. Viele Tierhalter haben Wege gefunden, wie sie ihren liebsten Vierbeinern die Tage vor und nach Silvester so stressfrei wie möglich gestalten können. Ihre Tipps geben sie gern an andere Tierfreunde weiter.

Hunde und Katzen brauchen Zuwendung

Hundeexpertin Sandra Pappermann vom Tierheim Peine weiß, wie sich Hunde- und Katzenbesitzer auf Silvester vorbereiten können: „Hunde sollten möglichst schon vormittags durch Spiele und ausgiebige Spaziergänge ausgelastet werden, sodass sie zur Hochzeit der Knallerei müde sind.“ Beschäftigungsmöglichkeiten im Haus, Streicheleinheiten und Futterspiele während der Knallerei-Stoßzeiten seien eine gute Ablenkung, auch für Katzen.

Für die tierischen Bewohner Deutschlands wird Silvester wieder besonders stressig. Tierfreunde können jedoch einiges tun, um Silvester tierfreundlicher zu gestalten.

„Besonders wichtig ist für die Tiere die Anwesenheit der Bezugsperson, um sie bei Stress beruhigen zu können“, so Pappermann weiter. Auch sollten alle Außentüren, Fenster und Jalousien, wenn vorhanden, geschlossen werden. Musik oder Geräusche von Fernsehgeräten können von der extremen Geräuschkulisse am Abend ablenken. „Hunde sollten nicht mit nach draußen genommen werden, wenn geknallt wird. Wenn keine andere Möglichkeit besteht, sollten die Tiere unbedingt doppelt gesichert werden, also mit Halsband und Geschirr und zwei Leinen, um ein Weglaufen zu verhindern“, betont die Expertin.

Was tun, wenn Tiere an Silvester entlaufen?

Sollte es trotz aller Achtsamkeit dazu kommen, dass Tiere entlaufen, kann Folgendes getan werden: Entlaufene Hunde sollten umgehend der örtlichen Polizei gemeldet werden. Diese ist wie folgt zu erreichen: Polizei Peine (0 51 71) 99 90, Polizei Wolfsburg (0 53 61) 4 64 60, Polizei Gifhorn (0 53 71) 98 00. In Wolfsburg kann auch die Feuerwehr verständigt werden. Darüber hinaus können bei Tasso und Findefix Suchmeldungen geschaltet werden. Die dort erhältlichen Flyer sollten wenn möglich aufgehängt werden. Soziale Netzwerke wie Facebook können genutzt werden, um das Verschwinden zu melden. Die Tierheime in den Regionen bieten die Möglichkeit, die Tiere bei ihnen als vermisst zu melden, sowohl online, als auch telefonisch. Tierheim Peine: Notfallnummer (01 60) 34 26 598, Internet www.tierheim-peine.de. Tierheim Gifhorn: Fundtier-Hotline (0 53 74)9 31 10 54, Internet www.tierschutz-gifhorn.de. Tierheim Wolfsburg: (0 53 62) 5 10 63, Internet www.tierheimwolfsburg.de.

Wenn der Hund nicht raus wolle, sollte er auf keinen Fall gezwungen werden. Freigänger-Katzen sollten Silvester auf jeden Fall drinnen bleiben. Ihnen sollte auch ein Körbchen oder ein Rückzugsort geboten werden, so dass sie sich verkriechen können, ohne gestört zu werden. Extremen Angsttieren könnten nach strikter Absprache mit dem Tierarzt homöopathische oder beruhigende Mittel verabreicht werden. Hundebesitzer hätten zudem die Möglichkeit, den Hund im kommenden Jahr für das nächste Silvester zu desensibilisieren, Tierärzte könnten dazu beraten. Von Sedierungen rät Pappermann aber ab: „Es gibt Mittel, die machen die Tiere körperlich müde, sodass sie nicht reagieren können, aber innerlich besteht der Stress noch immer. Das kann schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.“

Pferde müssen von der Weide

Pferde sind Fluchttiere. Unvorhersehbare laute Geräusche, wie explodierende Silvesterböller, können bei ihnen zu enorm viel Stress führen. Wie bei allen Tieren reagiert jedes Pferd anders auf Feuerwerk. Anne Philipp vom Reiterhof Philipp in Blumenhagen weiß, worauf alle Pferdebesitzer achten sollten: „Für Pferde auf der Weide sollte sichergestellt werden, dass alle Zäune intakt und mit Strom versehen sind. Wir holen unsere Pferde früher als sonst in den Stall, weil sich das Reintreiben bei der Knallerei schwierig gestalten könnte.“ Regelmäßige Kontrollen der Pferde, besonders um Mitternacht seien sinnvoll. Bei Stallungen mit Heulagerung sei zudem besonders darauf zu achten, die Brandgefahr durch Blindgänger zu senken.

Rücksicht nehmen auf Wildtiere

Hagen Lange, Vorsitzender der Jägerschaft Peine, appelliert an die Feiernden, auch auf wild lebende Tiere zu achten: „Auch Wildtiere haben zur Silvesterzeit viel Stress.“ Die Tiere hätten ein besseres Gehör als wir Menschen, dadurch werde die Knallerei intensiver wahrgenommen. Besonders Wildtiere, die in der Nähe der Stadt leben, seien davon betroffen. Bei Vögeln, die normalerweise nur eine Höhe von rund 100 Metern erreichen, beobachte man immer wieder, dass sie, durch Lärm aufgeschreckt, bis zu 1000 Meter hoch fliegen. Dadurch verbrauchen sie enorme Energiereserven, die ihnen dann für das Überleben in der kalten Jahreszeit fehlen.

Feuerwerk

Für alle, die an Silvester nicht auf ein farbenfrohes Spektakel am Himmel verzichten möchten, gibt es jetzt von verschiedenen Anbietern geräuscharme Feuerwerkskörper, die nicht laut knallen, aber trotzdem etwas für das Auge bieten.

Die Nabu-Landesverbände Niedersachsen und Berlin verdeutlichen auf ihren Internetseiten, dass auch Vogel-Familienverbände durch die Flucht auseinander gerissen werden. Manche Vögel kehren nie wieder an ihre Schlafplätze zurück. Säugetiere wie Fuchs oder Biber können durch explodierende Böller Gehörschäden erleiden. Und es würden regelmäßig an Neujahr tote und verletzte Tiere gefunden, so zum Beispiel ein Biber, der in Königs Wusterhausen aus einem Teich geborgen wurde. Kinder hatten Böller nach Enten auf dem Teich geworfen. Ein Knaller explodierte unter Wasser und zerstörte das Trommelfell des Bibers, so dass dieser ertrank.

Ein geschütztes Plätzchen für Kleintiere und Vögel

Kleintiere und Vögel, die in Volieren gehalten werden, sollten laut Sandra Papermann vom Tierheim Peine wenn möglich drinnen und in einiger Entfernung zu Fenstern untergebracht werden. „Ist das nicht möglich, muss sichergestellt werden, dass Außengehege vor möglichen Blindgängern geschützt sind. Brennbare Gegenstände sollten von Balkonen und Terrassen entfernt werden.“ Gegen die Lichter und den Lärm könne es helfen, die Ställe und Käfige mit Handtüchern abzudecken. Den Tieren sollte auch ein sicherer Schlafplatz geschaffen werden, in dem sie sich zurückziehen können. Wegen des Risikos der Knallerei in den Tagen vor und nach Silvester sollten Vögel mit Freiflug besser nicht mehr hinaus gelassen werden.


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von Mara-Ann Meeuw

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