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Gifhorns Thema des Tages 112 – Hilfe kommt herbei
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08:00 26.10.2019
Martin Hanne an seinem Arbeitsplatz in der Integrierten Leitstelle Braunschweig. Quelle: Kerstin Wosnitza
Kreis Peine/Braunschweig

Ein großer Raum mit sieben Arbeitsplätzen, jeder davon mit mehreren Bildschirmen ausgestattet: Das ist die Integrierte Regionalleitstelle in Braunschweig, die unter der Nummer 112 Notrufe aus dem Kreis Peine, aber auch aus Braunschweig und Wolfenbüttel entgegen nimmt. Damit ist sie für 500 000 Menschen wichtigste Anlaufstelle bei Notfällen wie Bränden, schweren Unfällen und akuten lebensbedrohlichen Erkrankungen.

Ständiges Stimmengewirr

Ein ständiges Stimmengewirr hängt in der Luft, dennoch ist die Atmosphäre sehr unaufgeregt. „Wie ist die Gesichtsfarbe? Und er japst, sagen Sie?“, fragt beispielsweise eine junge Disponentin mit ruhiger, aber bestimmter Stimme, die Sicherheit ausstrahlt.

„Als Disponent braucht man sehr viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen, denn die Menschen, die bei uns anrufen, sind meist in einer extremen Ausnahmesituation“, sagt Martin Hanne aus Vechelde. Der 35-Jährige hat zunächst eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker gemacht. Seit 2010 ist er hauptberuflicher Feuerwehrmann, 2015 wurde er Disponent.

Die Abläufe sind genau vorgegeben, damit im Notfall schnelle Hilfe gewährleistet ist.

Feste Abfrage-Reihenfolge

Bei einem Notruf wird möglichst die Gesprächsführung übernommen. „Wir haben eine Abfrage-Reihenfolge, die sich am Computersystem orientiert, in das wir alles sofort eintragen“, erklärt Hanne. Als erstes gehe es darum, den Standort zu ermitteln. „Falls die Verbindung abreißt, können wir jemanden hinschicken, der nachschaut, was los ist. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man weiß, dass dringend Hilfe gebraucht wird – aber nicht, wo“, erklärt der Vechelder.

Die Informationen des Anrufers werden systematisch eingegeben. Quelle: Kerstin Wosnitza

Die Infos werden nach und nach vervollständigt. Bei einem Brand gibt das System vor, welche Feuerwehren eingesetzt werden. „Ich drücke nur den Alarm-Button, und die entsprechenden Kräfte werden alarmiert“, sagt Hanne. Dann wird der Einsatz über Funk weiter begleitet, um gegebenenfalls schnell nachalarmieren und anderweitig unterstützen zu können.

Es sei enorm wichtig, Änderungen stets sofort in das System einzupflegen und mögliche Fehlerquellen auszuschließen oder zu beseitigen. Allein für diese Aufgaben gibt es vier Kollegen.

Telefonische Anleitung zu Erster Hilfe

Bei Bedarf wird der Anrufer telefonisch angeleitet, kranken oder verletzten Personen zu helfen. Disponenten sind zwar im Rettungsdienst ausgebildet, zur Unterstützung bekommen sie aber eine detaillierte Anweisung angezeigt. So können von Unfallverletzungen über einen Herzinfarkt bis zur Geburt präzise die richtigen Schritte durchgeführt werden. „Das ist auch gut so, denn es gibt schon Fälle, bei denen man trotz aller Routine hibbelig wird“, weiß Hanne aus Erfahrung.

An diesem Arbeitsplatz laufen in der Regel die Notrufe aus dem Landkreis Peine auf. Quelle: Kerstin Wosnitza

Eine Herausforderung sei, dass man sich nur auf sein Gehör und auf das, was die Anrufer schildern, verlassen kann. „Oft ist es nicht leicht, sich ein Bild zu machen und zu entscheiden, welche Hilfskräfte man losschicken muss. Mitunter sind die Gesprächspartner sehr aufgeregt, sprechen nicht so gut Deutsch oder sind schon sehr betagt – oder noch sehr jung, denn es kommt durchaus vor, dass wir Kinder in der Leitung haben“, sagt er. Das ist kein Zufall: Schon Kindergartenkinder lernen mit eingängigen Reimen wie „112 –Hilfe kommt herbei“ die leicht zu wählende Nummer.

Lieber zu viel als zu wenig

Im Zweifel gelte der Grundsatz: Lieber zu viel Hilfe als zu wenig. „Damit man sich bei wirklichen Notfällen auf die Anleitung von Ersthelfern konzentrieren kann, kann man per Knopfdruck einen zweiten Disponenten hinzuziehen. Der leitet dann parallel die professionelle Hilfe in die Wege“, macht Hanne deutlich.

Leitstellen in der Region

Eine Einsatzleitstelle leitet den Einsatzbetrieb der zugeordneten Organisationen, nimmt Informationen entgegen, wertet sie aus und koordiniert die angeschlossenen Dienste. Für die 500 000 Menschen aus dem Landkreis Peine, der Stadt Braunschweig und dem Landkreis Wolfenbüttel macht dies die Integrierte Leitstelle Braunschweig. Seit 2012 betreiben die Stadt Wolfsburgund der Landkreis Helmstedt im Gebäude der Feuerwache Wolfsburg eine gemeinsame Leitstelle. Durchschnittlich gehen hier pro Tag fast 400 Anrufe ein, die an sechs Einsatzleitplätzen entgegen genommen werden können. Gehörlose können sich über einen speziellen Fax-Vordruck mit den Disponenten in Verbindung setzen. Der Landkreis Gifhornbetreibt eine eigene Leitstelle. Hier gibt es drei Leitplätze, von denen mindestens zwei Tag und Nacht besetzt sind. Bei größeren Schadenslagen können bis zu drei weitere Notarbeitsplätze besetzt werden.

Ausgeklügelter Dienstplan

Ein ausgeklügelter Dienstplan stellt sicher, dass auch bei Großschadenslagen, zu denen Brände und Unfälle, aber auch Unwetter gehören, immer genügend Disponenten zur Verfügung stehen. „Die Kollegen arbeiten in 24-Stunden-Schichten, in denen sie verschiedene Aufgaben und auch Ruhezeiten haben. Wenn sie gebraucht werden, sind sie innerhalb kürzester Zeit zur Stelle“, erklärt der beim Besuch der PAZ diensthabende Lagedienstführer Jens Schur. Nach jedem Dienst haben die Disponenten 48 Stunden frei, insgesamt kommen sie auf 48 Wochenarbeitsstunden.

Für die Arbeit als Disponent in der Leitstelle, zu der auch die Disposition von Krankentransporten gehört, gibt es ergänzend zur Feuerwehr- und Rettungsdienstausbildung eine spezielle sechsmonatige Ausbildung.

Dieser Kurzfilm simuliert, was bei einem Notruf in der Leitstelle passiert:

Von Kerstin Wosnitza

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