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Euro 2012 Bender sorgt für Erlösung
Thema Specials Euro 2012 Bender sorgt für Erlösung
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13:09 18.06.2012
Von Heiko Rehberg
Foto: Lars Bender feiert sein Tor zum 2:1.
Lars Bender feiert sein Tor zum 2:1. Quelle: dpa
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Lwiw

Zehn Minuten vor Schluss, als das dritte Gruppenspiel bei der Fußball-Europameisterschaft für die deutsche Mannschaft gegen Dänemark zu einem kleinen Zitterspiel geworden war, sorgte Lars Bender für Entspannung. Sein Tor zum 2:1-Endstand machte den dritten Sieg in Folge perfekt, den Einzug als Gruppensieger ins Viertelfinale gegen Griechenland am kommenden Freitag - und für die Geschichte des Abends sorgte der Leverkusener auch, denn ohne die Sperre von Jérôme Boateng wäre er gar nicht zum Einsatz gekommen.

Es war, nicht nur wegen Benders Story, eine kuriose Partie am Sonntagabend in Lwiw. Dänemark, das unbedingt gewinnen musste, beschränkte sich auf gelegentliche Offensivaktionen. Die deutsche Mannschaft dagegen, ausgestattet mit der Gewissheit, dass auch ein Unentschieden den Gruppensieg bedeutet, bestimmte das Spiel, ohne zu glänzen. Sie bestätigte aber auch einen Eindruck, den sie in der Vergangenheit schon immer mal wieder gemacht hatte. Gegen sehr defensive Gegner, die sich um den Strafraum versammeln, tut sie sich schwer.

Außerdem leisteten sich die Deutschen in der 1. Halbzeit einen schludrigen Umgang mit den Torchancen, die ihnen die Dänen trotzdem gestatteten. Bereits nach sechs Minuten hätte Thomas Müller treffen müssen, schoss aber aus fünf Metern dem dänischen Torwart Stephan Andersen in die Arme.

Lukas Podolski, der Jubiläumsmann, machte es in seinem 100. Länderspiel in der 19. Minute besser. Das 1:0 des Linksfüßers mit rechts - das hatte in den 99 Partien vorher eher Seltenheitswert.

Dass die Führung wenig Sicherheit verschaffte, hatten sich die Deutschen selbst zuzuschreiben. Die Dänen, das war keine Überraschung, würden ihre Chancen über Standardsituationen suchen, eine solche führt durch eine Ecke bereits in der24. Minute zum Ausgleich. Zwei Kopfballduelle gingen dabei verloren, das zweite hatte Folgen und führte durch Michael Krohn-Dehli zum Ausgleich.

Dort, wo Deutschland zuletzt beim 2:1 gegen die Niederlande stark war - im Zentrum -, tat sich diesmal zu wenig. Mesut Özil spielte mehr zweite Spitze und rieb sich in Zweikämpfen mit seinem Bewacher William Kvist auf. Dass machte gerade ihn, der so unberechenbar sein kann für einen Gegner, durchschaubar. An Bastian Schweinsteiger, den anderen Kreativdirektor, lief die Begegnung lange vorbei.

Man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn der Däne Jakob Poulsen in der 51. Minute das mögliche 2:1 für die Skandinavier gemacht hätte: Außenpfosten, puh, einmal durchatmen.

Die Angst, durch einen Rückstand doch noch in große Schwierigkeiten zu geraten, lähmte das deutsche Spiel, vor allem Anfang der 2. Halbzeit war das nicht zu übersehen.

Bundestrainer Joachim Löw versuchte gegenzusteuern, nahm erst Podolski raus und dann Mario Gomez, der erstmals bei dieser EM ohne Treffer blieb. André Schürrle und Miroslav Klose sollten für mehr Schwung sorgen, doch das Grundproblem blieb: Die deutsche Mannschaft spielte zu sehr in die Breite, zu langsam, zu vorsichtig.

Für die Entscheidung sorgte dann einer, der vorne eigentlich gar nichts zu suchen hatte. Bender tauchte zehn Minuten vor Schluss plötzlich im dänischen Strafraum auf und machte das 2:1 auf eine Art und Weise, auf die auch ein Torexperte wie Gomez stolz gewesen wäre. Es war der Treffer, der der deutschen Nationalmannschaft den Weg ins Viertelfinale endgültig öffnete.

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