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Eichenprozessionsspinner So kämpft der Kreis Gifhorn gegen die Raupe
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10:00 12.04.2019
Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner: Im Kreis Gifhorn läuft bald die größte Aktion aller Zeiten an. Quelle: dpa
Gifhorn

Draußen wird es immer grüner, und die Eichenprozessionsspinner machen auch schon wieder auf sich aufmerksam (AZ berichtete). Kein Wunder, dass der Umweltausschuss des Kreises gestern über die nun anlaufende Bekämpfung diskutierte – die größte ihrer Art.

Jedenfalls ist Landrat Dr. Andreas Ebel keine größere Aktion bekannt. Laut Kreisrat Mirco Schmidt werden Fachleute rund 1800 Eichen abspritzen oder absaugen. Und: „Wir werden den Bacillus thuringiensis einsetzen“, kündigte Ebel an. Auf den Einsatz von so genannten Nematoden – Fadenwürmer, die die Raupen durchbohren, aber ansonsten für Mensch und Umwelt harmlos seien – verzichtet der Landkreis. Im Labor funktioniere das, in der Praxis zeige es kaum Wirkung, sagt Ebel.

Der Eichenprozessionsspinner sei geschlüpft, so der Landrat weiter. Deshalb würden die Bekämpfungsmaßnahmen bald anlaufen. „Das wird kurzfristig geschehen.“

„Wir wollen keine Eichen fällen“, sagte Ebel auf Nachfrage aus dem Ausschuss. Und: Die Kommunen übernähmen in einem Schritt auch Bekämpfungen für Privatwaldbesitzer, könnten aber Geld zurück fordern. Auf die Nachfrage von Friedrich Lüers, ob die Biozid-Bekämpfung auch Auswirkungen über den Eichenprozessionsspinner hinaus habe, hieß es, dass der Wirkstoff auch andere Schmetterlingsarten töte. Einen weiter gehenden Antrag der Grünen zur Bekämpfung – zum Beispiel den Bacillus thuringiensis nur in Ausnahmefällen einzusetzen – lehnte der Ausschuss mit großer Mehrheit ab.

Ist der Hausmüll nicht weg, sondern nur woanders? Beim Thema Abfallbilanz 2018 kam die Frage auf, ob die deutliche Senkung des Restmülls daran liege, dass vermehrt Abfall in der freien Landschaft lande. Diese Erkenntnisse hatte Jürgen Brunke vom Abfallwirtschaftsamt der Kreisverwaltung keineswegs. „Da sind keine Auffälligkeiten.“ Auch Ausschussvorsitzender Jochen Gese (CDU) hat das „nicht festgestellt“. Ansonsten kommentierte Brunke das Ergebnis beim Hausmüll – das Hausmüll-Aufkommen sank von 33.287,93 auf 30.539,44 Tonnen – damit, dass das System „inzwischen bei vielen Bürgern angekommen ist – aber nicht bei allen“.

Die Entwicklung im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner

7. Juli 2018: Umweltminister sieht sich Situation in Giebel an

19. Juli 2018: Neuer Antrag auf Bekämpfung aus der Luft

25. Juli 2018: Natürliche Feinde sollen gegen Prozessionsspinner helfen

9. August 2018: Pflanzenschutzmittel gegen Eichenprozessionsspinner

3. September 2019: Rühen bekommt Hilfe im Kampf gegen Raupe

8. November 2018: In FFH-Gebieten keine Bekämpfung aus der Luft

4. Januar 2019: Parsau und Rühen warten jetzt auf Land

1. Februar 2019: Land zahlt nicht für Kampf gegen Eichenprozessionsspinner

6. Februar 2019: Unterschriften für den Kampf gegen Raupenplage

8. Februar 2019: Eichen in Parsau dürfen bald gefällt werden

10. Februar 2019: Rühener sammeln Unterschriften gegen Eichenprozessionsspinner

14. Februar 2019: Hälfte der Unterschriften in Rühen erreicht

14. Februar 2019: Info-Abend: Prozessionsspinner bewegt auch die Wendschotter

17. Februar 2019: Eichenprozessionsspinner: Grüne sehen Minister in der Pflicht

20. Februar 2019: Eichenprozessionsspinner: Grüne im Landkreis Gifhorn für das Absaugen

23. Februar 2019: Prozessionsspinner: Noch wenig Bewusstsein für das Raupenproblem

25. Februar 2019: Eichenprozessionsspinner: Landtags-Petition zu den Kosten kann starten

22. März 2019: Eichenprozessionsspinner: 6500 Unterschriften für Kampf gegen Raupen

29. März 2019: Eichenprozessionsspinner: Petition mit 7000 Unterschriften übergeben

Von Dirk Reitmeister

Der Eichenprozessionsspinner macht Anwohnern in Rühen und Umgebung mächtig zu schaffen. Familie Gruszfeld entdeckte die ungebetenen Gäste jetzt an ihrer Hauswand.

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