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Eichenprozessionsspinner Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner zeigt Wirkung
Thema Specials Eichenprozessionsspinner Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner zeigt Wirkung
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00:21 16.06.2019
Eichenprozessionsspinner: Die Plagegeister waren Thema im Parsauer Gemeinderat. Quelle: Alexander Täger Archiv
Parsau

Ob auch das Wetter die sichtbare Eindämmung der EPS-Plage begünstigte, sei möglich. Und in den Kronen der Bäume sei laut Experten-Aussage Fraßspuren zu erkennen. Aber dort, wo aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht besprüht wurde, wie in Kaiserwinkel, sehe es „ganz fatal“ aus: „Viele alte Bäume sind kahl und sterben ab nach jahrelangem Befall. Das ist bitter“, so die Bürgermeisterin.

Budget „fast am Ende“

Sie richtete einen Appell an die Bevölkerung, die Standorte von neuen Eichenprozessionspinner-Nestern zu melden, damit diese abgesaugt werden könnten. Problematisch sei in diesem Zusammenhang allerdings der Umstand, dass das vom Rat verabschiedete Budget für EPS-Maßnahmen „fast am Ende ist“: Von den bewilligten 29.000 Euro seien nur noch 2000 übrig

Das Land muss helfen

Mit diesem Rest könnten die Kosten für Baumfällungen (im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht) und weiterem Absaugen nicht gedeckt werden. „Es wird schwierig an neues Geld zu kommen“, sagt Keil. Das gelte auch für die nächsten Jahre, die Gemeinde werde nicht in der Lage sein, weitere Budgets in der Größenordnung aufzulegen. „Uns fehlen die finanziellen Möglichkeiten. Das Land oder wer auch immer muss uns da helfen.“

Alte Brennhaare aktiv

Ungeachtet der vorsichtig positiven Einschätzung zum Erfolg der EPS-Bekämpfung, gebe es Klagen von Bürgern über juckende Haut und Ausschlag. Verantwortlich dafür seien Brennhaare des EPS aus den Vorjahren, die durch die anhaltenden starken Winde neu in Umlauf gebracht wurden: „Diese Haare sind acht bis zehn Jahre haltbar“, übt sich die Bürgermeisterin in Galgenhumor.

Illegale Plakatierung

Gar nicht lustig findet sie die „illegale Plakatierung“ im Ort mit „dummen“, vermeintlich rechtslastigen Parolen. Zuerst seien es unzählige kleine Aufkleber an allen möglichen Stellen, vom Fallrohr bis zum Straßenschild, gewesen. Nachdem die Bürger aufgefordert worden waren, sie zu beseitigen, kam „das Echo“. Größere Zettel wurden mit Tapetenkleister an der Hauptstraße unter anderem an Schaukästen der Gemeinde und der Kirchen sowie an die neue Bushaltestelle geklebt.

Verursacher ein Parsauer?

„Wir haben wieder alles entfernt. Wir wollen diesen braunen Quatsch nicht und werden dagegen angehen“, so Keil, die sich, wie sie sagt, „ein bisschen“ schämt, weil sie vermutet, dass der Verursacher „der Sauerei“ ein Parsauer ist.

LED und FSJler

Mitgeteilt hat die Bürgermeisterin ferner, dass die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED in Kaiserwinkel (zum Preis von rund 60.000 Euro) demnächst ansteht. Ebenso verhält es sich beim Umbau des alten Feuerwehrhauses. Zumindest hoffe die Gemeinde auf eine „schnelle Baugenehmigung“.

Lob kassierte die Rentnerband, die den Zaun am Feuerwehrteich in Ahnebeck neu gestaltet hat. Schließlich vermeldete Keil, dass es auch im kommenden Schuljahr einen FJSler an der Grundschule gibt – aber: „Wir werden das allein finanzieren, die beiden anderen Gemeinden beteiligen sich nicht.“

Von Jörg Rohlfs

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