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Eichenprozessionsspinner Warum der Nabu den Raupen-Kampf kritisiert
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13:50 16.05.2019
Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner: Der Nabu-Kreisverband kritisiert den Landkreis Gifhorn. Quelle: Christian Albroscheit
Landkreis Gifhorn

„Man tut etwas, aber eine langfristige Wirkung wird nicht erzielt“, so der Diplom-Biologe Florian Preusse vom Nabu-Kreisverband Gifhorn.

Raupen-Kampf wird der Situation nicht gerecht

In Zeiten eines flächigen Insektensterbens und dem weitgehenden Fehlen von Schmetterlingen in der Agrarlandschaft wirke eine derartige Vorgehensweise sehr befremdlich, so Preusse. Natürlich stehe der Gesundheitsschutz der Bevölkerung im Vordergrund. Das empfindet er allerdings als Totschlagargument, das der realen Situation jedoch nicht gerecht werde.

„Population wird sich zeitnah erholen“

„Die Population dieser eigentlich faszinierenden Schmetterlingsart wird sich zeitnah erholen, die Bekämpfungen erneut stattfinden. Dass aber bereits bei dem ersten Einsatz des Biozids hunderte weiterer Spezies auf einem der artenreichsten Lebensräume, der Eiche, geopfert werden, bleibt außen vor“, heißt es. Preusse: „Die langfristigen ökologischen Auswirkungen dieser kurzsichtigen Vorgehensweise werden wir erleben.“

Mit dem Eichenprozessionsspinner arrangieren

Er meint, dass man sich mit dem Eichenprozessionsspinner arrangieren müsse – Massenvermehrungen träten nicht in jedem Jahr auf. Mit einer mechanischen Entfernung der Raupen innerorts, der zeitweisen Absperrung betroffener Gebiete außerorts, einer sachlichen Aufklärung der Bevölkerung und dem gezielten, in nur wenigen Ausnahmefällen notwendigen Einsatz eines Biozids ließe sich eine langfristige Lösungsstrategie entwickeln, die auch waldbauliche Maßnahmen beinhalten müsse. „Eichenforste fördern eine massenhafte Entwicklung, ein Naturwald ist hingegen weitgehend immun.“


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