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Eichenprozessionsspinner Wetter bestimmt Zeitpunkt der Helikopter-Einsätze
Thema Specials Eichenprozessionsspinner Wetter bestimmt Zeitpunkt der Helikopter-Einsätze
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00:20 09.05.2019
EPS-Bekämpfung steht an: Am Freitag soll mit dem Besprühen der Eichen vom Helikopter aus begonnen werden – ob es so kommt, ist vom Wetter abhängig. Quelle: dpa
Samtgemeinde Brome

Es darf nicht zu windig sein, weil sonst der Sprühnebel verweht wird und gar nicht erst auf den Blättern landet, die die EPS-Raupen fressen sollen. Und wenn es regnet, wird der Bacillus thuringiensis von den Blättern gespült, bevor er antrocknen kann – was bei idealen Bedingungen nach 15 Minuten der Fall sein soll.

Aber auch die Temperatur ist von Bedeutung. Denn unter 15 Grad rühren die Raupen keinen Finger respektive kein Beinchen, um vom gemeinsamen Schlafplatz am Stamm des befallenen Baumes aus in den Wipfel zu gelangen zu den frischen jungen Trieben. Das Zeitfenster zur EPS-Bekämpfung schließt sich wieder im Juni, wenn die Raupen aufhören zu fressen und sich endgültig verpuppen.

„Wir hängen in der Luft“

„Wir hängen in der Luft“, formuliert es Jens Hohnke, Ortsbrandmeister von Rühen, an dessen Feuerwehrhaus die Einsatzleitstelle für die Befliegung des Landkreises eingerichtet werden soll. Die Piloten würden entscheiden, wann gestartet würde: „Das kann innerhalb von zwei Stunden nach Meldung sein“, so Hohnke. Dann muss das betreffende Gebiet von Feuerwehrkameraden gesperrt werden – mit Flatterband und Beobachtungsposten. Auch wenn das zum Einsatz kommende Biozid als ungefährlich für Mensch und Tier – außer bestimmte Fischarten und Falter – gilt.

Im Einsatz sein werden drei der vier Löschzüge aus der Samtgemeinde Brome mit rund 25 Mann. Wenn es gut läuft und die „Alarmierung“ durch die Piloten nicht zu kurzfristig erfolgt. „Wir haben sowas auch noch nicht gemacht und sind sehr gespannt“, sagt Hohnke.

Rühen hat schon gespritzt

Erledigt hat man nach Auskunft von Bürgermeister Karl Urban in Rühen das Besprühen der Eichen vom Boden aus bereits in der vergangenen Woche: „Wir haben das gute Wetter genutzt.“ Mit einer Sprühkanone mit 40 Zentimeter Rohrdurchmesser, einem starken Gebläse und bis zu 40 Meter Reichweite wurden von einem Pickup aus rund 300 Bäume im Ort, vor allem am Sportplatz und vorm Rathaus, mit dem in Wasser gelösten Bacillus behandelt. Urban hofft auf die avisierte 70-prozentige Reduzierung des EPS durch die Sprühmaßnahmen: „100 Prozent werden wir nie und nimmer erreichen.“

Mit den Befliegungen begonnen werden soll, wenn das Wetter es zulässt, zunächst mit einem Einsatz bei Rühen. „Der zweite Flug geht in Richtung Sprakensehl“, weiß Jens Hohnke. Insgesamt seien 21 Helikopter-Flüge vorgesehen. „Die letzten starten dann wieder hier in die Gegend.“

Auch Kaiserwinkel und Giebel, die durch ihre Lage am Drömling besonders vom EPS betroffen sind, sollen vom Heli aus besprüht werden. Diese Einsätze sollen abends geflogen werden: „Nachts müssen dann Fenster und Türen geschlossen gehalten werden und morgens ist alles wieder gut“, gibt der Ortsbrandmeister seine Infos weiter.

Sperrungen durch Straßenmeisterei und Freiwillige Feuerwehr

Ursprünglicher Plan bei der landkreisweiten Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mit Schwerpunkt in der Samtgemeinde Brome war es, bereits am Montag, 6. Mai, mit den Sprühflügen zu beginnen. Aber mit Blick auf die Wettervorhersage wurde dieser Termin zunächst auf Mittwoch, 8. Mai, verschoben und mittlerweile auf Freitag, 10. Mai – falls das Wetter dann mitspielt.

Die Gebiete, die besprüht werden, sollen vorübergehend gesperrt werden: An Straßen ist die Straßenmeisterei dafür zuständig, für alle anderen Areale die Feuerwehr. In Rühen am Feuerwehrhaus wird, wenn’s los geht, nicht nur die Einsatzleitstelle zur Koordination der Flüge und Absperrmaßnahmen eingerichtet, sondern auch der Start- und Landeplatz für den Helikopter sein.

Die Feuerwehr übernimmt dort auch die Wasserversorgung für das Verdünnen und Befüllen der Tanks mit dem Spritzmittel Foray ES, durch dessen Einsatz das Eichenprozessionsspinner-Vorkommen reduziert werden soll.

Von Jörg Rohlfs

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