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Damals in Wolfsburg Es begann in einer Baracke: So entstand das Wolfsburger Klinikum
Thema Specials Damals in Wolfsburg Es begann in einer Baracke: So entstand das Wolfsburger Klinikum
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11:40 16.12.2018
Das Wolfsburger Klinikum nach der Fertigstellung: So sah das Krankenhaus in den 60er Jahren aus. Quelle: Archiv
Wolfsburg

Mit dem Klinik-Neubau setzt sich „Archivalie des Monats“ des Instituts für Zeitgeschichte (IZS) auseinander. Am 8. Juli 1948 nahm der Rat der Stadt einstimmig eine Resolution zum Krankenhausbau an. Darin hieß es: „Als erste Durchführung der Auseinandersetzung mit dem früheren DAF-Vermögen bittet der Rat der Stadt Wolfsburg um umgehende Bereitstellung von Gelände und Geldmitteln für den dringend erforderlichen Ausbau eines Krankenhauses in einer Industriestadt mit rund 24.000 Einwohnern.“

1950: Architektenwettbewerb

Im Sommer 1950 wurde von der Stadtverwaltung ein Gutachter beauftragt, ein Exposé für ein neues Krankenhaus auszuarbeiten. 17 Architekten sollten in einem Wettbewerb aufgefordert werden, die wirtschaftlichste Lösung für einen Krankenhausneubau zu finden.

Historische Fotos aus den Anfangsjahren des Wolfsburger Klinikums.

Am Ende fielen alle Entwürfe nicht zur Zufriedenheit aus, so dass das Stadtbauamt unter Stadtbaurat Harald Kruschewsky die Planung und die Bauausführung übernahm. Im Ratsbeschluss vom 20. Februar 1952 wurde auch der vorgeschlagene Bauplatz auf dem Klieversberg angenommen. Zügig wurde auf dem Gelände das Baubüro eingerichtet. Zur Finanzierung nahm die Stadt anfangs einen Kommunalkredit in Höhe von zwei Millionen DM auf.

1953: Grundsteinlegung zum Stadtkrankenhaus Wolfsburg

Am 11. April 1953 legte Oberbürgermeister Arthur Bransch den Grundstein zum Stadtkrankenhaus. In seiner Festansprache betonte er: „Wer heute durch die Straßen Wolfsburgs geht, wird feststellen, dass unsere junge Stadt alle Anstrengungen unternommen hat, um sowohl im Wohnungsbau als auch bei den öffentlichen Bauten die Baracken-Provisorien zu beseitigen.“ Der Oberbürgermeister hegte die Hoffnung, dass der größte Teil der Finanzierung durch Landeszuschüsse und Regelungen der kommunalen Erstausstattung aufgebracht würde. Als Archivalie des Monats dient ein zusammenfassender Bericht des Hochbauamtes über die Entwicklung des Neubauvorhabens Stadtkrankenhaus vom 9. November 1953 (HA 8313).

1954: Fertigstellung des Rohbaus des Klinikums Wolfsburg

Ende Oktober 1954 war der Rohbau des Krankenhauses fertiggestellt; in den folgenden Monaten kam es zu Verzögerungen. Schließlich konnte am 2. November 1955 das neue Krankenhaus eingeweiht werden. In seiner Begrüßungsansprache vor mehreren hundert Ehrengästen bei einer Feierstunde in der Christuskirche erklärte Oberbürgermeister Bransch: „Für den Rat der Stadt und die Verwaltung, für die Ärzte, Schwestern, Pfleger und Hilfskräfte des Krankenhauses und auch für die Patienten ist der heutige Tag ein Tag großer Freude.“ Das neue Haus mit 533 Betten beendete das fast 15-jährige Barackendasein. Am Ende kostet der Bau übrigens 14 Millionen DM.

Von der Redaktion