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VfL Wolfsburg Trainer-Interview: Was nun, Herr Magath?
Sportbuzzer VfL Wolfsburg Trainer-Interview: Was nun, Herr Magath?
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22:52 12.12.2011
Das ist nur noch mit Galgenhumor zu ertragen: VfL-Trainer Felix Magath schmunzelte in Bremen in sich hinein. Die Hoffnung auf eine bessere Rückrunde und darauf, dass Neuzugänge einschlagen, machen ihn optimistisch.
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WAZ: Die Fans haben ihrem Unmut Luft gemacht...
Magath: Ich hoffe, dass jeder Fan gepfiffen hat. Denn was wir nach dem 0:1 und vor allem in der zweiten Halbzeit gespielt haben, war nicht erstligatauglich.

WAZ: Ist das die Erkenntnis des Spiels?
Magath: Das ist der Eindruck des Spiels, weil wir nicht bereit sind zu verteidigen. Wir hatten anfangs ähnlich gute Möglichkeiten wie Bremen. Aber unsere Defensive war völlig daneben. Es ist wie im Boxen: Wenn ich nur schlage, dann kriege ich auf die Nuss, liege am Boden und werde angezählt. Das ist unser Grundsatzproblem.

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WAZ: Aber die Ziele gehen doch in Richtung Europa!
Magath: Wir sind jetzt unten drin. Wir spielen jetzt gegen den Abstieg.

WAZ: Wird es eine Zitterpartie wie in der Vorsaison, als erst am letzten Spieltag der Klassenerhalt gesichert wurde?
Magath: Nein, wir sind im Moment unten drin. Die Vision, dass der VfL absteigt, gibt es nicht. Für die ganz schlechte Punktzahl gibt es auch Spielplan-Gründe: Wir haben teilweise zwei Auswärtsspiele mehr als andere und sind zu Hause wesentlich stärker. Von daher bin ich froh, dass die Auswärtsspiele erstmal vorbei sind.

WAZ: Ist das die ganze Erklärung oder woran liegen die schwachen Leistungen noch?
Magath: Teilweise ist es eine Frage der Einstellung, teilweise eine Frage von Qualität.

WAZ: Sie haben zwölf Spieler geholt – davon haben nur die wenigsten eingeschlagen...
Magath: Mit diesen Spielern sollte die Basis für eine Mannschaft geschaffen werden. Die Basis ist da, für unsere hohen Ziele aber fehlt es an Qualität.

WAZ: Sie haben viel probiert, zuletzt das Trainingslager in Barsinghausen. Hat alles nicht gefruchtet?
Magath: Man ergreift Maßnahmen, hat aber keine Garantie, dass es funktioniert. Ich habe in Bremen Fortschritte im Offensivspiel erkannt. Wir hatten so viele Chancen wie noch nie in der Fremde. Aber es ist völlig unzufriedenstellend, dass man so leicht gegen uns Tore schießen darf.

WAZ: Wie reißen Sie das Ruder rum?'
Magath: Sollten wir im letzten Hinrunden-Spiel gegen Stuttgart ausnahmsweise mal erfolgreich sein, haben wir die gleiche Punkte-Situation wie 2008, als wir in der Rückrunde noch in den UEFA-Cup gekommen sind. Ich bin sicher, dass wir auch diesmal in der Rückrunde bessere Ergebnisse bekommen als jetzt.

WAZ: Wie kommen Sie denn darauf?
Magath: Wir haben die Mannschaft in einer gemeinsamen Vorbereitung beisammen. Das hilft uns. Und es wird den einen oder anderen Transfer geben.

WAZ: Wechseln Sie die halbe Mannschaft aus?
Magath: Es gibt Spieler, die die erwartete Leistung nicht bringen. Aber wir haben eine Mannschaft mit guten Charakteren. Allerdings sind sie zur Zeit nicht den Anforderungen des Vereins gewachsen.

WAZ: Was unternehmen Sie kurzfristig?
Magath: Wir machen nicht wie sonst am Montag frei. Wir treffen uns und wollen noch mehr arbeiten, damit wir im letzten Spiel siegen.