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Sport überregional Waldtraut gewinnt Hauptrennen auf der Neuen Bult
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21:44 09.09.2012
Von Christian Purbs
Erfolgreicher Arbeitstag für Nachwuchsreiter Ganbat
Erfolgreicher Arbeitstag für Nachwuchsreiter Ganbat. Quelle: Petrow
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Langenhagen

Es sind noch zehn Minuten bis zum ersten Start beim Landwirtschafts-Renntag auf der Neuen Bult, als Bayarsaikhan Ganbat in den Führring geht. Der Nachwuchsjockey aus Berlin-Hoppegarten trifft dort Trainer Roland Dzubasz, um sich die letzten Anweisungen für seinen ersten Auftritt mit dem dreijährigen Fuchswallach Timorow zu holen. Zwischen den Pferden solle er ein bisschen vorsichtig sein, rät der Trainer, und wenn möglich von Beginn an vorne reinreiten. 20 Minuten später treffen sich die beiden bei der Siegerehrung für Ganbat und Timorow wieder. „Das hat er sehr gut gemacht“, lobt Dzubasz den erfolgreichen Reiter, „er ist auf dem richtigen Weg, hat aber noch ein Stück vor sich.“

Auf jeden Fall hatte der 27-jährige deutsche Nachwuchsreiter, der in der Mongolei geboren ist, beim 6. Renntag auf der Neuen Bult in Langenhagen noch viel vor sich. In sechs der insgesamt zehn Wettbewerbe ging er an den Start. Beim Hauptrennen, dem Großen Preis der Metallbau Burckhardt GmbH, ein mit 20 000 Euro dotiertes Listenrennen über 1600 Meter, saß Ganbat jedoch nicht im Sattel. Zusammen mit den 15 400 Besuchern auf der Rennsportanlage sah er bei herrlichem Spätsommerwetter einen Sieg der Lokalmatadorin Waldtraut unter Jockey Jozef Bojko. Die dreijährige 23:10-Favoritin aus dem Gestüt Brümmerhof, die sich im Besitz von Gregor Baum, Präsident des Hannoverschen Rennvereins, befindet, setzte sich in einem packenden Rennen gegen die starke Konkurrenz aus Frankreich (Singapore Joy, Platz 3) durch. Auch im 5. Rennen hatte es mit der von Christian Sprengel trainierten Staying Alive einen Triumph für die hannoversche Trainingszentrale gegeben.

Den richtigen Riecher im Hauptrennen hatte auch Jörg Schmadtke. Der Sportdirektor von Hannover 96, der das bundesligafreie Wochenende nach seiner Auszeit zu einem Ausflug mit seiner Frau Andrea vom neuen Zuhause in Isernhagen-Süd nach Langenhagen nutzte, wettete auf einen Sieg von Waldtraut – und lag damit richtig. „Hier ist immer eine schöne Atmosphäre, klasse, was für Familien auf die Beine gestellt wird“, sagte Schmadtke, der sich auch gerne abseits der Rennbahn umschaute.

Dort konnten sich die Besucher beim rustikalen Bauernmarkt, Streichelzoo und vielen interessanten Ständen rund um die Jagd und Landwirtschaft die Zeit vertreiben. Besonders beliebt waren die Voltigiervorführungen wie die barocke Dressurquadrille in der Stroharena, die zahlreiche Zuschauer in ihren Bann zog.

Von alldem bekam Bayarsaikhan Ganbat jedoch nichts mit. Zwischen den Rennen blieb dem Nachwuchsreiter nur wenig Zeit, um sich auf seine nächste Aufgabe vorzubereiten. Schnell umziehen, dann zum Wiegen, danach in den Führring und zum nächsten Rennen. „Man muss sich auf den Charakter jedes Pferdes einlassen können“, sagte Ganbat, der in Berlin bis Ende September noch eine Ausbildung zum Pferdewirt, spezialisiert auf Berufsreiter, absolviert. Und wie gut er das kann, zeigen seine gestrigen Ergebnisse. Zwei Siege, zwei 3. Plätze sowie einmal Rang 4 sind seine stolze Bilanz. „Ich freue mich über jeden Sieg, in dieser Saison läuft es gut für mich. Auf der Neuen Bult fühle ich mich immer wohl, sie ist eine meiner Lieblingsrennbahnen“, sagt der 27-Jährige, der als Kind bei seinen Großeltern in der Mongolei seine Liebe zu den Pferden entdeckt hat und als sehr talentierter deutscher Nachwuchsjockey gilt. Nach einem ebenso anstrengenden wie erfolgreichen Arbeitstag zieht Ganbat dann auch ein positives Fazit: „Die Trainer und Besitzer sind zufrieden – und ich bin es auch. Besser geht’s nicht.“