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Sport überregional Skispringerin Althaus gewinnt historische Medaille
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14:52 15.01.2012
Die 15-jährige Katharina Althaus hat die erste Medaille für Deutschland bei Olympischen Jugend-Winterspielen geholt.
Die 15-jährige Katharina Althaus hat die erste Medaille für Deutschland bei Olympischen Jugend-Winterspielen geholt. Quelle: dpa
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Seefeld

Im Schöllanger Musik- und Trachtenverein bläst sie das Flügelhorn, wie von Flügeln getragen landete die bayerische Frohnatur nun den Silber-Coup: Katharina Althaus hat beim ersten Frauen-Skispringen der olympischen Ära auf Anhieb eine Medaille erobert. Die Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft musste sich am Samstag bei den 1. Jugend-Winterspielen nur Weltcup-Konkurrentin Sara Takanashi geschlagen geben. Die ebenso schmächtige wie übermächtige Japanerin hatte fast 27 Punkte Vorsprung.

Die blonden Zöpfe wippten, Silber-Kathi strahlte wie eine Siegerin und winkte ihrer Familie im jubelnden deutschen Fan-Block zu. „Ja, das ist heute der schönste Tag in meinem Leben“, sagte die 15-Jährige im Auslauf der 70-Meter-Schanze. „Dass ich gestern Abend die Fahne tragen durfte, hat mich natürlich zusätzlich motiviert.“ Das mutige Madl mag Kaiserschmarrn und den Sommer als liebste Jahreszeit. „Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag“, lautet die „Lebensweisheit“ der 1,55 Meter großen und 48 Kilo leichten Athletin.

Erster Gratulant in der Seefeld-Arena war Thomas Bach, 1976 Olympiasieger im Fechten. „Erst Fahnenträgerin - und nun die Medaille. Was sie da innerhalb von nicht mal 24 Stunden geschafft hat, das wird sie wohl selbst noch nicht realisiert haben. Das ist eine große Freude für uns alle“, meinte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

„Riesige Freude“ verspürte auch Trainerin Catrin Schmidt. „Da kann man richtig stolz sein. Sie hat heute gezeigt, was sie kann. Das ist auch eine Belohnung für die harte Arbeit der letzten Jahre.“ Schon dreimal war Althaus in dieser Saison im Frauen-Weltcup dabei, in zwei Jahren will sie bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi starten. „Jetzt haben wir endlich die Unterstützung. Schließlich trainieren wir so hart wie die Jungs“, erklärte die Schülerin an der Eliteschule des Sports in Sonthofen. Rund 500 Trainingssprünge absolviert sie in einer Saison.

Weil ihre Brüder Daniel und Felix springen, wollte es Katharina „auch mal probieren“. In Sotschi gratuliert ihr vielleicht sogar der neue IOC-Präsident. Jacques Rogge, der jetzige, kam am Samstag zur Schanze. Und diesmal konnte der Belgier die 14 jungen Damen sogar sehen: Vor einem Jahr, bei der Weltmeisterschaft in Oslo, war die feminine Flugshow im Nebel versunken. 

dpa