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Sport überregional Sebastian Vettel ist jüngster Doppelweltmeister
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12:28 09.10.2011
Sebastian Vettel ist der jüngste Titelverteidiger in der Formel 1.
Sebastian Vettel ist der jüngste Titelverteidiger in der Formel 1. Quelle: dpa
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Suzuka

Tränen der Freude, ein überstolzer Vater und die Verneigung der Konkurrenz: Sebastian Vettel hat sich zum jüngsten Doppel-Weltmeister der Formel-1-Geschichte gekrönt. Auch wenn es zum erhofften Sieg am Sonntag in Suzuka nicht reichte, machte der Heppenheimer Red-Bull-Pilot mit 24 Jahren und 98 Tagen seinen zweiten Triumph perfekt. „Hier den Titel zu gewinnen, ist fantastisch. Ich bin allen im Team so dankbar“, jubelte Vettel nach dem Großen Preis von Japan mit Tränen in den Augen.

Bei seinem 14. Podiumsrang im 15. Saisonrennen musste Vettel lediglich Sieger Jenson Button im McLaren und Ferrari-Star Fernando Alonso den Vortritt lassen. Doch das trübte das Gala-Jahr des Hessen mit bislang neun Siegen, vier zweiten Plätzen, einem dritten und einem vierten Rang keineswegs. „Was ich tun möchte, ist dem Sebastian gratulieren für eine außergewöhnliche Saison, die er in glanzvollem Stil zu Ende gebracht hat. Das ist eine herausragende Leistung“, sagte Vettel-Kumpel und Rekordweltmeister Michael Schumacher: „Definitiv macht mich das stolz. Wir sind Freunde.“

Vettel selbst brauchte erstmal einen Moment, um die richtigen Worte zu finden. „Wo soll ich anfangen? Wir hatten ein fantastisches Jahr - und es geht noch weiter“, kündigte Vettel an, während auch Vater Norbert den Erfolg kaum fassen konnte. „Das ist schwer zu realisieren“, sagte er - ausgestattet mit Sieger-T-Shirt und dem überdimensionierten berühmten Vettel-Finger im „Sky“-Interview, ehe er vor Ergriffenheit schluchzend davonlief.

329 Tage nach dem ersten WM-Titel im Herzschlagfinale von Abu Dhabi war diesmal schon im fünftletzten Saisonrennen alles klar. „Sebastian, du bist Weltmeister 2011 - toll gemacht“, rief Red-Bull-Teamchef Christian Horner seinem Champion bei der Zieleinfahrt zu. „Ich hätte es vorgezogen, zu gewinnen“, antwortete der ehrgeizige Vettel.

Früher krönten sich in der Historie lediglich Nigel Mansell vor 19 und Michael Schumacher vor 9 Jahren. Button, der als letzter Vettel-Verfolger übrig geblieben war, kann den 114 Punkte-Rückstand auf den Deutschen in den vier noch kommenden Rennen nicht mehr aufholen. „Er hat es das zweite Mal geschafft, das ist gigantisch“, stellte Vettels stolzer Papa fest.

Während Vater und Sohn im fernen Suzuka auf den Triumph anstießen, feierten in ihrer Heimatgemeinde Heppenheim die Vettel-Fans. Seit 7.00 Uhr morgens hatten mehrere tausend Anhänger im 23 000-Einwohner-Ort an der Bergstraße den Triumph ihres Helden verfolgt. „Ich bedanke mich bei all meinen Fans in der Heimat“, grüßte Vettel aus Japan.

Bereits am Start demonstrierte der Pole-Mann seine Entschlossenheit und blockte einen Angriff Buttons ab. „Dafür bekommt er sicher eine Strafe“, schimpfte der ausgebremste Brite. Die Rennleitung blieb jedoch milde und Vettel straffrei. In der Folge konnte der 24-Jährige seine Führung zunächst kontinuierlich ausbauen.

Im üblichen Reifenpoker musste Vettel jedoch auch seiner forschen Fahrt Tribut zollen. Button kam mit den unterschiedlichen Reifenmischungen besser zurecht. In Runde 21, zu diesem frühen Zeitpunkt waren Vettel und Button schon mit dem dritten Reifensatz unterwegs, kam der Brite vor Vettel aus der Box.

Drei Umläufe später beruhigte sich das Geschehen vorübergehend. Das Safety-Car musste raus: Buttons McLaren-Kollege Lewis Hamilton war kurz zuvor mit Ferrari-Pilot Felipe Massa kollidiert. Carbon-Teile auf der Strecke mussten nun eingesammelt werden. Vettel konnte nicht profitieren: Button düste nach dem Re-Start erneut weg.

Auf Sicherheit wollte der Champion den Titel aber nicht nach Hause fahren. Volles Risiko ging er erneut, als er als erster Top-Fahrer auf harte Reifen wechselte und sich fortan durch das Feld wieder mühsam nach vorne arbeiten musste. An den diesmal wie entfesselt fahrenden Button kam Vettel nicht mehr heran.

Vettel-Kumpel Schumacher führte derweil auf den 53 Runden von Suzuka von den insgesamt 307,471 Kilometern einige Zeit das Feld an. Der Mercedes-Pilot wurde am Ende Sechster. Teamkollege Nico Rosberg, der aufgrund von Hydraulik-Problemen in der Qualifikation vom letzten Platz aus gestartet war, kam als Zehnter ins Ziel. Force-India-Pilot Adrian Sutil wurde Elfter, Timo Glock im Marussia Virgin 20.

Das gesamte Wochenende über hatte die Red-Bull-Crew alles getan, um Vettel vorzeitig zum Weltmeister zu machen. Am Samstag hatte sich der alte und neue Champion auch dank eines neuen Frontflügels, der erst 27 Minuten vor der Qualifikation aus England eingetroffen war, seine zwölfte Pole Position der Saison gerettet.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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